Königswieser und Lukas übernehmen an OÖG und KUK als neue Spitalschefs
OÖ/LINZ. (Update) Tilman Königswieser wird neuer Vorsitzender der Geschäftsführung der OÖ Gesundheitsholding GmbH (OÖG), Meinhard Luks übernimmt die Geschäftsführung am Kepler Uniklinikum (KUK) in Linz. Sie folgen auf Franz Harnoncourt, der beide Positionen inne hatte.

(Update: 24. März 2026, 15 Uhr)
Nach einem umfassenden Hearing ist die Wahl auf die beiden gefallen, gaben Landeshauptmann Thomas Stelzer und LH-Stellvertreterin, Gesundheits-Landesrätin Christine Haberlander (beide ÖVP) Dienstagmittag in einer Pressekonferenz bekannt. 71 Bewerber gab es für beide Positionen.
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Tilman Königswieser „ein Kind des Unternehmens“
Tilman Königswieser ist aktuell noch ärztlicher Direktor des Salzkammergut Klinikums (seit 2014). Er wird den Vorsitz der Geschäftsführung der OÖG bereits nach Ostern übernehmen. Gemeinsam mit den Co-Geschäftsführern Karl Lehner und Harald Schöffl führt er künftig den größten Spitalsträger in Oberösterreich mit über 17.000 Beschäftigten.
„Ich bin eigentlich ein Kind des Unternehmens“, so Königswieser. „Ich habe vor fast 40 Jahren in meinem Heimatkrankenhaus in Kirchdorf anfangen dürfen, erstmals Patienten als Student mitbetreut, mit pochendem Herzen. Ich habe dieses pochende Herz eigentlich nie abgelegt, als Kinderarzt nicht, auch als Gesundheitsmanager nicht. Wir haben in unserem Unternehmen 17.000 solcher pochender Herzen, die für uns da sind, die uns heilen, die uns helfen, die uns begleiten.“ Trotz aller technischen Möglichkeiten gehe es im Gesundheitssystem um die Menschen. „Und darum haben wir auch im Management und auch in der Geschäftsführung pochende Herzen für die Weiterentwicklung unserer Holding – um ein zukunftsorientierter, verlässlicher, aber insbesondere auch menschlicher Partner zu sein.“
Seine aktuelle Position des Ärztlichen Direktors am Salzkammergut Klinikum wird neu ausgeschrieben.
Unter dem Dach der Holding als hundertprozentiges Tochterunternehmen des Landes OÖ befinden sich fünf Regionalkliniken an acht Standorten, sie hält Beteiligungen in den Bereichen Pflege, Ausbildung, Therapie und Reha sowie die Anteile an der Kepler Universitätsklinikum GmbH.
Lukas schon an KUK-Gründung mitgewirkt
Meinhard Lukas übernimmt die Geschäftsführung des KUK, das zweitgrößte Krankenhaus in Österreich mit rund 7.500 Beschäftigten, mit 1. Juni. Der Jurist und ehemalige Rektor der Johannes Kepler Universität war neben dem Aufbau der Medizinischen Fakultät maßgeblich an der strukturellen Zusammenführung mehrerer Krankenhäuser zum KUK sowie an der Entwicklung des wissenschaftlichen Konzepts für das medizinische Personal beteiligt.
„Das Kepler Universitätsklinikum ist ein Spital mit 7.500 Beschäftigten, und in dieser Funktion auch eine wesentliche Ausbildungsstätte und eine Forschungsstätte für die Zukunft. Danke für das Vertrauen, dass mir entgegengebracht wird. Es ist nicht immer leicht gewesen in den letzten Monaten. Ich verspreche auf diesem Weg den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, hinter ihnen zu stehen, wenn sie Unterstützung brauchen, vor ihnen zu stehen, wenn es stürmisch wird - wenn unsachliche Kritik geäußert wird, aber ganz besonders auch dann, wenn sachliche Kritik geäußert wird. Wir werden uns dieser sachlichen Kritik stellen, den Betroffenen helfen, in einem proaktiven Prozess, auch gemeinsam mit der Politik, alles tun, um immer wieder besser zu werden.“ Der Mensch im Mittelpunkt der Medizin sei – gerade auch bei einem Universitätsklinikum – ganz wesentlich. Lukas möchte Universitätsmedizin neu denken, „neu reflektieren als eine Universitätsmedizin für die Menschen am Standort, für die Versorgungsqualität.“
„Kommunikation entscheidend“
Beide betonen ihn ihren künftigen Funktionen auch den Faktor Kommunikation, diese sei entscheidend. „Wenn wir über Fehler in Systemen reden, sind diese zu 80 Prozent durch Kommunikationsmissgeschicke bedingt. Wir werden uns das Thema Kommunikation wie auch alle anderen Herausforderungen miteinander ganz genau anschauen und schrittweise weiterentwickeln“, so Königswieser.
Lukas: „Kommunikation muss proaktiv sein. Kommunikation muss die eigenen Leistungen ganz genau analysieren - nicht mit einer Sündenbock-Mentalität, sondern mit einer Fehlerkultur, die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger mitnimmt. Da werden wir sicher gemeinsam – Holding und KUK - bei den Prozessen nachschärfen.“
Stelzer: „Geht um echte Großunternehmen des Landes“
Neben dem höchsten Gut Gesundheit gehe es um echte Großunternehmen des Landes OÖ mit zigtausenden Mitarbeitern, wo in der Führung hohe Verantwortung, hohe Kompetenz und auch hohe Management-Expertise gefragt ist. Diese beiden Persönlichkeiten bringen das auf jeden Fall mit. Ich freue mich sehr, dass wir sie für die jeweiligen Herausforderungen gewinnen konnten“, so Landeshauptmann Stelzer. Aus guten Gründen seien die Positionen getrennt ausgeschrieben worden. „Die Gesundheitsholding ist für die Regionen unseres Landes von unschätzbarer Bedeutung. Das KUK als Uniklinik, als Spitzenangebot, ist immer noch in einer Aufbauphase, wo wir uns neben dem Inhalt auch gegenüber dem Bund, der Geldgeber für die Universitäten ist, entsprechend aufstellen müssen. Neben der Führung der Gesundheitsholding eine ebenso große Mammutaufgabe“, wünscht Stelzer den beiden viel Erfolg und Freude.
Haberlander: „Haben Verständnis für Kümmerberufe“
LH-Stellvertreterin Haberlander ergänzt: „Die fachliche Expertise der beiden ist unbestritten. Wir haben Persönlichkeiten finden können, die sich wahrlich im Gesundheitswesen auskennen, die wissen, worauf es ankommt.“ Es braue keine monatelange Einarbeitungsphase, beide könnten ab Tag eins wirksam werden. „Sie kennen die Gegebenheiten, die Personen, die Herausforderungen.“ Für Königswieser und Lukas habe auch gesprochen: „Im Gesundheitswesen kümmern wir unsere Menschen. Da braucht es Personen, die Verständnis haben für diese Kümmerberufe. Die wissen, was die Menschen in unseren Krankenhäusern, aber auch die Patienten brauchen, die die Menschlichkeit und die Empathie zu schätzen wissen. Ich will, dass die Kompetenz in der Gesundheitsversorgung Jahr für Jahr größer wird und dass das Vertrauen der Menschen in die Versorgung nicht bezweifelt wird. Ich bin davon überzeugt, dass diese zwei Persönlichkeiten dieser Aufgabe gerecht werden, sie das Vertrauen, das in sie gesetzt wird, auch erfüllen werden. Ich wünsche ihnen alles Gute und freue mich auf die Zusammenarbeit.“
Reaktionen
Eine „Mammutaufgabe“ warte auf Königswieser und Lukas, reagiert die SPÖ Oberösterreich. „Königswieser und Lukas haben die notwendigen fachlichen Kompetenzen. Diese werden die beiden auch brauchen“, so Landesparteivorsitzender Martin Winkler. Allerdings wird auch Kritik geübt: Am „intransparenten Auswahlprozess“, der nicht in großer Regierungsrunde besprochen worden sei.
Als „de facto Neustart“ bezeichnen die Oö. Grünen die Neubestellungen. An der neuen Führung werde es liegen, KUK und Gesundheitsholding „in ruhiges Fahrwasser zu führen, vollstes Vertrauen wiederherzustellen und diese zentralen Gesundheitseinrichtungen in allen Bereichen zu optimieren und zu stabilisieren. Voraussetzung, Eignung und Professionalität dafür ist bei der neuen Geschäftsführung jedenfalls gegeben“, so der Grüne Klubobmann Severin Mayr.


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