Handwerk trifft Technologie: Neue Initiative in Oberösterreich soll Betriebe stärken
OÖ/LINZ. Wie können Handwerksbetriebe von Design, Digitalisierung und moderner Technologie profitieren? Eine neue Initiative der Wirtschaftskammer (WK) OÖ und der Kunstuniversität Linz will genau das fördern. Ziel ist es, kleinen und mittleren Betrieben neue Innovationsmöglichkeiten zu eröffnen – von ersten Ideen bis zu konkreten Entwicklungsprojekten.

Mit der Initiative „Design.Handwerk.Technologie.“ starten die WKOÖ und die Kunstuni ein Zukunftsprojekt für heimische Betriebe. Handwerk, Design und moderne Technologien sollen dabei stärker miteinander verbunden werden. Ziel ist es, neue Produkte, Prozesse und Geschäftsmodelle zu entwickeln und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks zu stärken. Die Initiative ist vorerst bis 2028 geplant.
„Langfristig zukunftsfit machen“
„Für uns als Wirtschaftskammer ist die Initiative ein strategisch wichtiger Baustein, um das Handwerk langfristig zukunftsfit zu machen. Das Handwerk ist seit jeher ein zentraler Innovationstreiber. Viele technologische Entwicklungen basieren auf handwerklichem Wissen und kontinuierlicher Weiterentwicklung. Gleichzeitig steht das Handwerk heute vor großen Herausforderungen: Digitalisierung, Fachkräftemangel und steigender Innovationsdruck erfordern neue Zugänge. Genau hier setzt ‚Design.Handwerk.Technologie‘ an“, so WKOÖ- Präsidentin Doris Hummer.
Vor allem kleine und mittlere Unternehmen sollen von der Zusammenarbeit profitieren. Viele Betriebe hätten zwar großes handwerkliches Know-how, aber oft keine eigenen Forschungs- oder Entwicklungsabteilungen. Durch das Projekt erhalten Unternehmen Zugang zu Designkompetenz, technologischer Expertise und künstlerischer Forschung. Gleichzeitig wird an der Kunstuniversität Linz die Vermittlung von Theorie und Praxis weiter gestärkt.
Kunstuni-Rektorin Brigitte Hütter sieht darin großes Potenzial: „Kooperationen wie diese ermöglichen gesellschaftlichen Fortschritt und unseren jungen Gestaltern mehr denn je das Kennenlernen, Wertschätzen und Verbinden traditioneller Handwerkskunst mit modernen Technologien.“
Martin Schwab von der Kunstuni, der dort die neue Kooperation leitet und initiiert hat, erklärt: „Beide Seiten, das traditionelle Handwerk und das zeitgenössische Design, bieten einander neue Perspektiven und ermöglichen im Bestfall durch moderne Technologien neue innovative Denkansätze und auch Geschäftsmodelle.“
Digitale Steirische, Sattelfertigung durch Roboter
Wie solche Kooperationen aussehen können, zeigen bereits bestehende Projekte der Kunstuniversität Linz. Dazu zählen etwa eine digitale steirische Harmonika mit Echtholz-Furnier für die Firma Kärtnerland, die ihren Klang über Samples erzeugt, ein nachhaltiger Pavillon im Botanischen Garten Linz oder der Einsatz von Robotern in der traditionellen Sattelfertigung (Karl Niedersüß GmbH).
„Design.Handwerk.Technologie.“ entstand aus Überlegungen rund um die Kulturhauptstadt Bad Ischl Salzkammergut 2024. Erste Projekte sollen daher auch im Salzkammergut umgesetzt werden, später in ganz Oberösterreich.
Finanzielle Förderung
Im Rahmen der Initiative werden konkrete Kooperationen zwischen handwerklich orientierten KMU und der Kunstuni auch in Form einer finanziellen Förderung unterstützt. „Wichtig ist, dass die Projekte zu konkreten Ergebnissen führen und durch den Wissenstransfer Forschung – Wirtschaft einen Mehrwert für die beteiligten Betriebe schaffen“, erläutert WKOÖ-Direktor Gerald Silberhumer.
Die Vergabe der Fördermittel erfolgt durch eine unabhängige Jury, in der Vertreter der WKOÖ, der Kunstuni sowie der Kooperationspartner eingebunden sind.
Je nach Umfang können Projekte mit 4.000 bis 28.000 Euro unterstützt werden.
Einreichung ab 1. Juni möglich
Ab 1. Juni sind Betriebe eingeladen, ihre Projektideen einzureichen. Alle Infos und Einreichung über die Website www.wko.at/ooe/design-handwerk-technologie


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