Wenn Finanzbildung zum Erlebnis wird: Neues „FLiP“ in Linz sorgt für Aha-Momente
LINZ. Finanzbildung beginnt schon in der Kindheit und gehört zu den Grundkompetenzen. Dass Finanzbildung alles andere als trocken sein kann, beweist ab sofort der neue Financial Life Park „FLiP“ in der Linzerie am Taubenmarkt.

Woher kommt eigentlich die Jeans im Kleiderschrank und was ist dran an der Redewendung „Wer billig kauft, kauft teuer?“ Ob Budgetplanung, Konsumverhalten oder die Frage nach dem tatsächlichen Wert von Gegenständen: Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren können hier bei speziell entwickelten, altersgerechten Touren unter Anleitung von geschulten Vermittlern in die Welt des Geldes eintauchen.
Lebenskompetenz auf über 500 Quadratmetern
Der neue „FLiP“ im ersten Stock der Linzerie präsentiert sich auf über 500 Quadratmetern bunt, interaktiv und voller Aha-Momente. Auf Initiative der Sparkasse OÖ wurde das neue Finanzbildungszentrum geschaffen. Der Besuch ist kostenlos, das Angebot gänzlich werbefrei.
„Ich glaube, wir können nicht oft genug darüber sprechen, dass es hier nun einen öffentlich zugänglichen Ort gibt, an dem man spielerisch eine Lebenskompetenz erlernt“, so Sparkasse OÖ-Generaldirektorin Stefanie Christina Huber. „Finanzbildung ist eine Grundkompetenz und ermöglicht Teilhabe.“ Der Linzer „FLiP“ ist der erste in Österreich außerhalb einer Bank oder anderen Institution. „Diese Sichtbarkeit macht diesen Ort noch einmal ganz besonders. Mit der Erlebnisorientierung schafft man Begeisterung und Leidenschaft.“
Auch Barbara Eibinger-Miedl, Staatssekretärin im Bundesministerium für Finanzen, ist überzeugt: „Finanzwissen ist eine Schlüsselkompetenz – und wer dieses Wissen hat, der trifft einfach bessere Entscheidungen im Leben.“
Bildungs-Landesrätin und LH-Stellvertreterin Christine Haberlander ist dankbar für das Engagement der Sparkasse OÖ: „Die neuen Räumlichkeiten holen mit Technik, Vermittlung und Pädagogik ab. Es braucht solche Räume, wo es aus der Schule rausgeht und Wissen vermittelt wird. Ein unabhängiges Leben basiert auf finanzieller Selbstbestimmung. Ich hoffe auch, dass die Kinder als Multiplikatoren vielleicht auch in der Familie weiter Bewusstsein für das Thema schaffen.“
Besonders Mädchen sensibilisieren
Ein Anliegen sei es auch, Mädchen und junge Frauen besonders anzusprechen, so Haberlander.
Wie wichtig Finanzbildung schon in jungen Jahren für finanzielle Sicherheit im späteren Leben ist, zeigt eine aktuelle Integral-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen. Sie zeigt deutliche strukturelle Unterschiede zwischen Frauen und Männern bei Einkommen, finanzieller Sicherheit und Vermögensaufbau. Der Gender Pension Gap liegt bei 40,3 Prozent, alleinlebende Pensionistinnen sind doppelt so häufig armutsgefährdet wie Männer. Nur 42 Prozent der Frauen interessieren sich laut Studie für Finanzthemen (Männer: 62 Prozent). Jeder dritten Frau fehlt laut eigener Einschätzung ausreichendes Finanzwissen. Das wirkt sich auch auf das Anlageverhalten aus.
„Hier darf man Fehler machen“
Der Grundgedanke des „FLiP“, so Huber: „Wenn man nach dem Besuch nach Hause geht, soll man sich im Umgang mit dem eigenen Geld sicher fühlen.“
„Das 'FLiP' ist bewusst kein klassischer Lernort. Hier wird Finanzbildung zum Erlebnis. Hier darf man ausprobieren, Erfahrungen sammeln, Fehler machen“, lädt „FLiP“-Linz Geschäftsführerin Sabine Spiess ein. Das schönste Feedback für sie: „Wenn Kinder und Jugendliche den 'FLiP' verlassen und sich denken: Finanzen sind ja gar nicht so kompliziert! Und wenn wir es dann noch schaffen, zu mehr Sicherheit und Selbstverantwortung beizutragen, haben wir einen großen Schritt gemacht.“
Infos und Buchung
Rund zwei Stunden dauert eine Tour im neuen Financial Live Park, vorerst buchbar für Schulklassen. Alle Infos und Buchungen unter linz.financiallifepark.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden