Land OÖ fördert Berufseinstieg und Rückkehr in die Arbeitswelt
OÖ/LINZ. Land und AMS OÖ starten neue Initiativen, um zielgerichtet Menschen in Langzeitarbeitslosigkeit sowie junge Erwachsene beim Einstieg ins Berufsleben verstärkt zu unterstützen: Das neue „Job Return-Programm“ sowie „Startjobs“ sind Teil des Standortprogramms upperWORK 2026. Insgesamt steht im Rahmen von upperWORK 2026 ein Förderbudget von knapp 392 Millionen Euro zur Verfügung.

Wer länger ohne Beschäftigung ist oder nach einer Ausbildung mangels Berufserfahrung keinen Job findet, soll mit zwei neuen Förderprogrammen unterstützt werden. Das Land OÖ fördert Betriebe, die Personen aus diesen Gruppen einstellen, mit zeitlich begrenzten Lohnkostenzuschüssen.
Die Programme „Job Return“ und „Startjobs“ ergänzen das Arbeitsmarktprogramm „upperWORK 2026“ und sollen den Wiedereinstieg sowie den Übergang von einer Ausbildung in den Beruf erleichtern.
Der Bedarf ist gestiegen: Im September waren in Oberösterreich 11.381 Menschen langzeitbeschäftigungslos – um 1.601 mehr als ein Jahr zuvor. Zugleich waren 4.780 Jugendliche und junge Erwachsene arbeitssuchend gemeldet, um 40 mehr als im Vorjahresmonat.
Die beiden neuen Programme seien „punktgenaue Angebote“, so AMS OÖ-Landesgeschäftsführerin Iris Schmidt. „Oberösterreich braucht jede Arbeitskraft, wir können und wollen sie nicht auf der Strecke verlieren“, so auch Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP).
Zuschuss für den Wiedereinstieg
„Job Return“ richtet sich an Unternehmen, die langzeitbeschäftigungslose Menschen nach einer vom AMS Oberösterreich genehmigten Arbeitserprobung einstellen. Zwischen deren Ende und dem Beginn des Arbeitsverhältnisses dürfen höchstens 14 Kalendertage liegen. Der Betrieb muss zum Zeitpunkt der Auszahlung eine Betriebsstätte in Oberösterreich haben und die geförderte Person dort beschäftigen.
In den ersten beiden Beschäftigungsmonaten übernimmt das Land 50 Prozent der Bruttolohnkosten und der förderfähigen Lohnnebenkosten. Der Zuschuss beträgt höchstens 1.500 Euro pro Person und Monat.
„Nach längerer Zeit ohne Beschäftigung ist der Schritt zurück in ein reguläres Arbeitsverhältnis oft eine große Hürde. Mit ‚Job Return‘ wollen wir diesen Schritt erleichtern und Menschen die Chance geben, ihre Fähigkeiten wieder dauerhaft im Berufsleben einzubringen“, so Wirtschafts-Landesrat Achleitner.
Berufspraxis nach der Ausbildung
Das Programm „Startjobs“ soll vor allem jungen Arbeitssuchenden helfen, die eine Ausbildung abgeschlossen haben, aber wegen fehlender Berufserfahrung keine Anstellung finden. Rund 35 Prozent der Absolventen von Qualifizierungsmaßnahmen würden den unmittelbare Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht schaffen. „Es ist ein Henne-Ei-Problem“, so Achleitner, denn oft gelte „kein Job ohne Erfahrung, keine Erfahrung ohne Job.“
Das unterstreicht auch Schmidt: „Einsteigerjobs werden stetig weniger, auch durch Automatisierung und dem Einsatz von KI“. Als Beispiel nennt sie den Buchhalter, das Unternehmen würde aber einen Bilanzbuchhalter benötigen. „Das wird man aber erst durch Praxis - dieses Mismatch sehen wir immer öfter.“
Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Person seit mindestens sechs Monaten beim AMS OÖ arbeitslos vorgemerkt ist und während dieser Zeit eine zum Job passende Qualifizierung absolviert hat. Diese kann vom AMS oder selbst finanziert worden sein. Die Entlohnung im neuen Dienstverhältnis muss über der Geringfügigkeitsgrenze liegen.
Unternehmen erhalten für drei Monate einen Zuschuss von 33,3 Prozent der Lohnkosten, höchstens jedoch 1.000 Euro pro Person und Monat.
„Junge Menschen dürfen beim Berufseinstieg nicht daran scheitern, dass ihnen nach einer Ausbildung noch die notwendige Praxis fehlt. Mit ‚Startjobs‘ schließen wir genau diese Lücke und erleichtern den Schritt von der Qualifizierung in den Beruf“, so Achleitner.
Für die beiden Programm hat das Land OÖ aktuell 600.000 Euro budgetiert. In Summe stehen im Rahmen von „upperWork 2026“ 392 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung.
Weitere Unterstützung bleibt bestehen
Neben den neuen Zuschüssen gibt es weiterhin Beratung, Qualifizierung und begleitete Ausbildungsangebote. Dazu zählen etwa die Donauwerkstätten des Vereins SAUM in Mauthausen. Dort können Jugendliche und junge Erwachsene nach einer Orientierungsphase eine Ausbildung in der Tischlerei oder im Büro beginnen.
Claudia Böberl ist Geschäftsführerin des Vereins SAUM. Oft seien es junge Menschen, die unsicher seien oder Mobbing-Erfahrungen gemacht hätten und eine Stabilisierungsphase bräuchten, die Teil eines der Projekte zur Arbeitsmarktintegration des Vereins seien. „Wir arbeiten viel mit Firmen in der Region zur Weitervermittlung zusammen.“
Der Verein wurde 1989 gegründet und verfügt über vier Standorte (Mauthausen, Perg und zweimal Enns). 101 Personen finden dort Arbeit, Ausbildung und Orientierung.
Organisation wie der Verein SAUM sind „eine Brücke in den ersten Arbeitsmarkt“, dankt Achleitner für die engagierte Arbeit.








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