Land startet nach trockenem Sommer Wasser-Infokampagne
OÖ. Der Regen im September hat die Trockenheit in Oberösterreich etwas gelindert, die Grundwasserstände bleiben aber vielerorts niedrig. Mit einer neuen Informationskampagne soll der Schutz des Wassers stärker ins Bewusstsein rücken.

In den vergangenen zwei Jahren fiel in Oberösterreich laut Landeswasserwirtschaft um ein Viertel weniger Regen als üblich. Auch im September blieb die Niederschlagsmenge zehn Prozent unter dem langjährigen Mittel. Höhere Temperaturen verstärkten zudem die Verdunstung.
„Der Regen im September war wichtig, aber die Dürre ist damit nicht vorbei. Gerade beim Grundwasser geht es nicht um einen kräftigen Regenguss. Was wir brauchen, sind über längere Zeit ruhige und ergiebige Niederschläge, die in die Böden einsickern und unsere Grundwasserkörper wieder auffüllen können“, so Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder (Grüne).
Versorgung weitgehend gesichert
Die öffentliche Trinkwasserversorgung ist trotz der Trockenheit großteils stabil. Schwierigkeiten bei einzelnen kleineren Versorgern und Haushalten konnten vielerorts entschärft oder behoben werden. Es gibt aber weiterhin trockengefallene Brunnen und Quellen.
Besonders anfällig sind Haushalte und kleinere Anlagen, die ausschließlich von wenig ergiebigen Quellen oder seichten Brunnen abhängen. Grundwasser reagiert häufig erst mit Verzögerung auf Regen. Deshalb bleibt die Lage in vielen Regionen angespannt.
Zusätzliche Brunnen, größere Wasserspeicher und Verbindungen zwischen benachbarten Wasserversorgern haben laut Land OÖ dazu beigetragen, die Versorgung abzusichern.
Niedrige Pegel an den Seen
Die Folgen der Trockenheit sind auch an den Seen sichtbar. Der Attersee liegt weiterhin auf einem historisch außergewöhnlich niedrigen Niveau. Bereits Anfang September wurde am Pegel Kammer der bisherige Rekordtiefstand der Messreihe unterschritten.
Nach einer zwischenzeitlichen Stabilisierung der Wasserbilanz im September – mit einem Zufluss aus dem Mondsee über die Seeache in einer ähnlichen Größenordnung wie dem Abfluss über die Ager – begann der Atterseespiegel erneut weiter zu sinken und befindet sich derzeit auf einem historischen Tiefststand.
Auch Wolfgangsee, Mondsee und Irrsee zeigen weiterhin deutlich unterdurchschnittliche Wasserstände. Hallstättersee und Traunsee sind vergleichsweise weniger stark betroffen.
Schutz vor Trockenheit und Hochwasser
Die von Kaineder eingesetzte Taskforce Trockenheit tagt weiterhin regelmäßig, Experten aus den verschiedenen Bereichen der Wasserwirtschaft beraten sich über die aktuelle Lage
Die Wasserwirtschaft muss sich auf längere Trockenperioden und intensivere Regenfälle einstellen. Neben technischen Schutzbauten setzt das Land auf die Renaturierung von Gewässern. Breitere, naturnähere Flussbetten können Wasser aufnehmen, Fließgeschwindigkeiten verringern und Hochwasserspitzen abfedern.
„Wenn wir Bächen wieder Raum geben, geben wir auch der Natur und damit uns selbst wieder mehr Lebensraum zurück. Renaturierung ist wie eine Versicherung in der Landschaft“, betont Kaineder.
„Weil wir alle aufs Wasser schauen“: Kampagne gestartet
Mit der neuen Kampagne „Weil wir alle aufs Wasser schauen“ rückt die Abteilung Wasserwirtschaft des Landes OÖ den Wert der Ressource Wasser und die Arbeit zu ihrem Schutz stärker ins öffentliche Bewusstsein. Sie soll Zusammenhänge erklären und über den sorgsamen Umgang mit Wasser informieren.
Die Website wasser.ooe.gv.at bündelt Informationen, praktische Hinweise sowie Einblicke in aktuelle Projekte der Wasserwirtschaft. Ergänzend wird es künftig auch Bildungsmaterialien für Schulen geben.
SPÖ fordert Anpassung der Trinkwasserstrategie
SPÖ-Naturschutzsprecher Thomas Antlinger begrüßt die neue Bewusstseinskampagne. In der vergangenen Landtagssitzung wurde auch ein Antrag eingebraucht, die 20 Jahre alte Trinkwasserstrategie anzupassen. „Dieser Sommer war wohl kein Einmalereignis. Beim nächsten Mal kann die Lage noch dramatischer sein, und dann müssen wir vorbereitet sein. Eine Strategie, die Trockenheit nur am Rande erwähnt, reicht dafür nicht mehr“, so Antlinger.








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