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Vier Einbrüche in Einfamilienhäuser innerhalb von nur zehn Tagen: Polizei ruft Bevölkerung zur Wachsamkeit auf

Markus Hochgatterer, 29.09.2021 13:36

BEZIRK PERG. Der Herbst und die damit verbundenen kürzeren Tage rufen auch im Bezirk wieder ungebetene Gäste auf den Plan. Nach einer Serie an Einbrüchen in Imbiss-Ständen, sowie in Baumgartenberger Bildungseinrichtungen, schlugen bislang unbekannte Täter zwischen 5. und 15. September auch vier Mal in Katsdorfer Einfamilienhäusern zu. Die Verunsicherung in der Bevölkerung wächst. Bereits einfache Maßnahmen aber könnten Einbrechern ihren „Job“ schwer machen.

Profis brauchen oft nur wenige Sekunden, um Terrassentüren oder gekippte Fenster zu öffnen. (Foto: Erwin Wodicka)

„Die Täter haben schnell eine Schwachstelle ausgemacht – bei den jüngsten Vorfällen im Gebiet Bodendorf und Standorf war es meist die Terrassentür. Zielstrebig wurden danach die Häuser auf Bargeld und Schmuck durchsucht“, sagt Bezirkspolizeikommandat Florian Engler, der mit seinen Kollegen zuletzt verstärkt auch Infos zur Prävention von Dämmerungseinbrüchen an Gemeindevertreter der Region übermittelte. Durch die richtigen Verhaltensweisen und einfache Maßnahmen kann jeder Einzelne einen Beitrag zum Schutz vor Dämmerungseinbrüchen leisten. „Wenn jemand verdächtige Begebenheiten in seinem Umfeld wahrnimmt, bitten wir darum, die Polizei zu informieren oder Kennzeichen zu notieren. Unsere Beamten können auf ihren Streifen dann zielgerichteter vorgehen“, so Engler. Da der Bezirk Perg nicht direkt an einer Autobahn liegt, ist die Zahl der Einbrüche in Vergleich mit Nachbarregionen zwar geringer – vier Coups innerhalb von zehn Tagen in Katsdorf ließen zuletzt aber verunsicherte Bürger zurück.

Wie wichtig es sein kann, verdächtige Begebenheiten zu melden, zeigte in der jüngeren Vergangenheit das Handeln eines Allerheiligeners, der mithalf einen Reifendiebstahl im großen Stil am Autohaus-Ortner-Gelände aufzuklären. So konnte im November 2019 ein rumänischer Staatsbürger, der wegen weiterer Vergehen wie Diebstählen auf Baustellen ins Visier der Ermittler geriet und schließlich per EU-Haftbefehl gesucht wurde, beim Übertritt an der rumänisch-ungarischen Grenze verhaftet und nach Österreich überstellt werden. Dass überhaupt eine Verbindung zur Tat am Ortner-Gelände hergestellt werden konnte, hatte die Polizei einem aufmerksamen Bürger zu verdanken. Dieser beobachtete Anfang Juli im Allerheiligener Ortsteil Niederlebing einen Kastenwagen mit rumänischem Kennzeichen. Da ihm dieser verdächtig erschien, notierte er umgehend das Kennzeichen. Als er einige Tage später vom Reifendiebstahl erfuhr, übermittelte er die Daten an die Polizeidienststelle Perg. „Beispiele wie dieses zeigen, wie wichtig es ist, dass es aufmerksame Bürger gibt. Die Informationen waren bei den Ermittlungen sehr hilfreich und halfen mit, den Täter zu überführen“, sagt Bezirkspolizei-Kommandant und ruft die Bevölkerung zur Wachsamkeit auf.

Tipps zum Schutz vor Dämmerungseinbrüchen seitens des Bundeskriminalamts

  • Viel Licht, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich, schreckt potenzielle Einbrecher ab
  • Bei Verlassen des Hauses/der Wohnung in einem Zimmer das Licht eingeschaltet lassen. Bei längerer Abwesenheit Zeitschaltuhren verwenden und unterschiedliche Einschaltzeiten für die Abendstunden programmieren
  • Im Außenbereich Bewegungsmelder und helle Beleuchtung anbringen, damit sich das Licht einschaltet, wenn sich jemand dem Haus nähert. Vor allem auch Kellerabgänge und Mauernischen gut beleuchten!
  • Außensteckdosen wegschalten, können auch durch Täter genutzt werden
  • Lüften nur, wenn man zu Hause ist, denn ein gekipptes Fenster ist für einen Täter wie ein offenes Fenster und ganz leicht zu überwinden (trotz versperrter Fenstergriffe). Achtung – Versicherungen zahlen nicht, da kein Einbruch, sondern eventuell nur ein normaler Diebstahl vorliegt!
  • Mit einem Türspion und ausreichender Beleuchtung können Sie sehen, ob ungebetene Gäste an Ihrer Tür läuten
  • Bei Gegensprechanlagen: Öffnen Sie nicht sofort jedem die Hauseingangstüre, sondern informieren Sie sich zuerst über die Person und den Grund des Besuches
  • Verriegeln Sie immer sämtliche Fenster und Türen, selbst bei kurzer Abwesenheit
  • Eine einbruchhemmende Türe, ein Balkenriegelschloss an der Eingangstür oder eine Alarmanlage sichern sehr wirksam gegen potenzielle Einbrecher ab
  • Vermeiden Sie es, Ihren Schlüssel unter dem Fußabtreter oder in Blumentöpfen zu verstecken
  • Nachbarschaftshilfe: Halten Sie regelmäßigen Kontakt zu Ihren Nachbarn. So wissen Sie, was in Ihrer Nachbarschaft vorgeht und erkennen ungewöhnliche Aktivitäten sofort. Tauschen Sie auch Telefonnummern aus, im Anlassfall ist es gut den Nachbar verständigen zu können
  • Vermeiden Sie zur Einfriedung Ihres Grundstückes Bäume, Sträucher und Büsche – sie bieten den Dieben idealen Sichtschutz. Mauern und massive Zäune sind hingegen Hindernisse, die der Dieb nicht so leicht unbemerkt überwinden kann (zumindest Rückschneiden der Sträucher auf eine maximale Höhe von 80 cm ist ratsam)
  • Leitern, Gartenmöbel und frei herumliegendes Werkzeug sind praktische Helfer für Diebe – sie sollten versperrt im Inneren des Hauses verwahrt werden
  • Bewahren Sie nur wenig Bargeld zu Hause auf. Hinterlegen Sie Ihre Wertsachen bei Ihrer Bank in einem Wertesafe (nicht in den Brieffächern) – Legen Sie ein Eigentumsverzeichnis an

Bei verdächtigen Wahrnehmungen SOFORT die Polizei (Notruf 133 oder Euronotruf 112) verständigen.


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