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SCHWERTBERG. Seit 28 Jahren gibt es in Schwertberg ein Mahnmal zum Gedenken an die „Mühlviertler Hasenjagd“. Doch viele kennen es kaum. Nun ließ die Gemeinde die Erinnerungsstätte an einen passenderen Platz verlegen.

Im vorderen Bereich des Gemeindeamtes soll das Mahnmal künftig besser wahrgenommen werden. (Foto: Gemeinde)

Besonders in der jüngeren Generation und unter den zugezogenen Schwertbergern ist kaum bekannt, dass es in der Marktgemeinde eine Erinnerungsstätte an die schreckliche „Hasenjagd“ des Februars 1945 gibt. Vorbeigegangen sind wohl viele schon einmal daran – jedoch, ohne sie bewusst wahrzunehmen. Denn das Mahnmal befand sich bis vor kurzem direkt am Mauerwerk des straßenseitig gelegenen hinteren Teils des Gemeindeamtes. Es handelt sich dabei um eine Kunstinstallation mit mehreren Steinpflöcken. Diese erinnern symbolisch an jene Gefangenen, die beim KZ-Massenausbruch nach Schwertberg geflohen waren und im Gemeindegebiet ihr Leben lassen mussten.

Schmaler Gehsteig

„Die Stelle, an der das Mahnmal befestigt war, ist leider ungünstig. Der Gehsteig ist in diesem Bereich sehr schmal. Die Autos donnern hier vorbei. Mehrere Menschen nebeneinander können dort nicht gefahrlos stehenbleiben. Es war an der Zeit, einen geeigneteren Ort für diese so wichtige Erinnerungsstätte zu suchen“, sagt Bürgermeister Max Oberleitner (VP).

Diesen hat man am vorderen Teil des Gemeindeamtes direkt am Marktplatz gefunden. „Hier können sich in Zukunft auch Besucher und Schulklassen versammeln, das Mahnmal in Ruhe besichtigen und den Opfern Ehre erweisen“, so der Ortschef. Das gesamte Mahnmal wird nun restauriert und aufgewertet. Ein vorerst noch leerer Glaskorpus wurde bereits errichtet. Dem Mauthausen Komitee war wichtig, dass der Charakter des von Ingrid Steininger und Christian Reisinger erschaffenen Kunstwerkes erhalten bleibt. „Diesem Wunsch wird Rechnung getragen“, sagt der Bürgermeister.

Um die Übersiedelung gewissenhaft vorzubereiten, war schon vor längerer Zeit eine Projektgruppe gebildet worden. „Matthias Lindtner übernahm die künstlerische Leitung, Claudia Pickl die geschichtliche Aufbereitung und Franz Spanner die Bauleitung. Auch eine Gedenktafel ist künftig vorgesehen“, so Oberleitner.

Positiv sieht die Verlegung des Mahnmals die Schwertberger Zeitzeugin Anna Hackl (91), deren Familie 1945 zwei vom KZ entflohene Männer versteckt und ihnen somit das Leben gerettet hatte: „An der neuen Stelle wird das Mahnmal sicher in Zukunft besser wahrgenommen.“