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PERG. Ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen die SP-Frauen im Bezirk. Der diesjährige Anerkennungspreis „Marie“ ging an Heidi Wabro und Elisabeth Glawitsch von der Frauenberatung Perg.

V. l. Elisabeth Glawitsch, Heidi Wabro, Sabine Schatz (Foto: Gerlinde Riegler-Aspelmayr)
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Einmal im Jahr holen die SP-Frauen Personen, die sich besonders um Frauenthemen verdient gemacht haben, vor den Vorhang. „Dieses Jahr mussten wir keine Sekunde nachdenken, wem der Preis im Bezirk Perg verliehen wird“, so Bezirksfrauenvorsitzende und Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz in ihrer Ansprache. Die eindeutige Wahl fiel auf Heidi Wabro und Elisabeth Glawitsch von der Frauenberatungsstelle Perg, die sich besonders in der Präventionsarbeit gegen Gewalt an Frauen engagieren. Konkret wurde im Vorjahr das Projekt „STOP- Stadtteile ohne Partnergewalt“ ins Leben gerufen. Bei diesem Projekt geht es vor allem darum, die Zivilcourage zu fördern und die Menschen dazu aufzurufen, nicht weg-, sondern hinzuschauen, wenn ihnen etwas Verdächtiges in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis auffällt. „Gewalt an Frauen hat so viele verschiedene Gesichter“, rüttelte Sabine Schatz die zahlreich erschienenen SP-Frauen aus dem ganzen Bezirk Perg auf: „Neben der körperlichen, gibt es auch die psychische und die ökonomische Gewalt, der Frauen oft ausgesetzt sind.“

Betroffene Frauen schämen sich oft

Unter die Haut ging die Ansprache von „Marie“-Preisträgerin Heidi Wabro. Sie schilderte aus ihrem Beratungsalltag, wieviel in Sachen Frauenarbeit noch zu tun ist. Oft würden Frauen viel zu spät Hilfe in Anspruch nehmen. Die Schamgefühle bei den Betroffenen seien enorm. Auch würden sich viele Frauen selbst die Schuld an dem, was ihnen angetan wurde, geben. „Es braucht hier viel mehr Bewusstseinsarbeit in allen Gesellschaftsschichten“, so Wabro. Es beginne bei abwertenden Blondinenwitzen, über die in manchen Kreisen lauthals gelacht werde und ende bei den haarsträubenden Behauptungen, dass Miniröcke Übergriffe ja geradezu herausfordern würden. „Hier liegt noch vieles im Argen. Die Menschen müssen mehr darauf sensibilisiert werden, dass Gewalt viele unterschiedliche Erscheinungsformen hat“, sagte die Expertin.

„Schneeballeffekt“

Elisabeth Glawitsch betonte die Wichtigkeit des „Schneeballeffektes“ in der Präventionsarbeit: „Jeder Mensch, bei dem das Thema Gewaltschutz auf offene Ohren stößt, ist ein Multiplikator, der die Infos in seinem Bekanntenkreis weiterträgt. Auf diese Weise erhöht sich die Chance, dass sich im Bewusstsein der Gesellschaft irgendwann etwas ändert.“

Nachschlagewerk „Marie“

Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch die diesjährige „Marie“, ein Nachschlagewerk für Frauen in Oberösterreich, vorgestellt und verteilt.

Der Name des Handbuchs und des Preises „Marie“ erinnert an Marie Beutlmayr (geb. 1870), die sich vehement und mutig für die Verbesserung der Arbeitssituation und der Rechte von Frauen eingesetzt hat. Sie war auch die erste Frau im Oberösterreichischen Landtag.


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