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SCHWERTBERG. Mithilfe von Spenden aus dem Mühlviertel wurde in Nigeria eine Farm hochgezogen, auf der mittlerweile 30 Menschen arbeiten. Nun kommt eine Delegation aus Afrika für 14 Tage nach Oberösterreich, um vom Können und Wissen der hiesigen Bauern zu profitieren. Exkursionen zu zahlreichen Betrieben im Bezirk Perg sowie Besuche bei Landwirten und Schulen im Traunviertel stehen auf dem Schulungsprogramm.

  1 / 4   Dank Spenden und Hilfe aus dem Mühlviertel wurde in Enugu/Nigeria die "Mary Agro Farm" errichtet. (Foto: privat)

Schwertbergs Pfarrer Leonard Ozougwu (der auch die Pfarren Rechberg und Windhaag betreut) stammt selbst aus Nigeria – konkret aus der Provinz Enugu. Er weiß, wo in seiner Heimat der Schuh drückt und welche Art von Hilfe dort gebraucht wird. Gemeinsam mit dem ehemaligen Lions-Club-Chef Alfred Hrusca rief er vor vier Jahren den Verein „Help Trans Fair“ ins Leben, in den sich viele Menschen aus Schwertberg und Umgebung tatkräftig einbringen.

Ziel war von Anfang an, in Enugu einen funktionierenden landwirtschaftlichen Betrieb mit Lehrfunktion zu errichten und damit die Basis dafür zu schaffen, dass sich die Menschen in dieser Region selbst ernähren können und somit nicht auf Spenden oder gar auf Flucht angewiesen sind. Seither geschah Beachtliches: Die anfangs kleine „Mary Agro Farm“ ist enorm gewachsen. Es wurden zwei Schweineställe, zwei Hühnerställe, 20 Fischteiche und eine große Fläche für den Gemüseanbau geschaffen. Auch ein Schulungszentrum wurde errichtet, in dem bereits zwei Lehrgänge abgehalten wurden.

Von Anfang an bestand der Wunsch, dass Vortragende dieses Schulungszentrums einmal nach Oberösterreich kommen, um sich hier vor Ort von ihren Vorbildern – den hiesigen Bauern – coachen zu lassen. Nun ist es endlich so weit. Am 17. September landet eine fünfköpfige Delegation aus Nigeria (vier von ihnen sind Priester) am Flughafen in Wien.

14 Tage lang absolvieren sie in Oberösterreich ein engmaschiges Weiterbildungsprogramm. Im Bezirk Perg werden u. a. der Gemüsehof Voggeneder in Naarn, der Biohof Mascherbauer in Schwertberg sowie die Kompostieranlage „Bauer am Berg“ besichtigt. Weiters sind Exkursionen zu den Landwirtschaftsschulen Schlierbach und Lambach sowie zu Betrieben im Traunviertel geplant. Höhepunkt ist ein Besuch im Linzer Landhaus bei Landwirtschaftslandesrätin Michaela Langer-Weninger, den der Perger Ex-Landesrat Franz Hiesl eingefädelt hat.

Afrikaner bewundern Innovationsgeist in OÖ

Schwertbergs Pfarrer Leonard Ozougwu, der im Juli selbst für vier Wochen in Nigeria vor Ort war, berichtet, dass die Vorfreude seiner Landsleute auf die Reise schon sehr groß ist: „Aus Berichten und Filmen haben die Vortragenden des Schulungszentrums auf der Mary Agro Farm schon viel über die Art, wie hier Landwirtschaft betrieben wird, erfahren. Sie bewundern die oberösterreichischen Bauern und ihren Innovationsgeist und können es kaum erwarten, nun von ihnen persönlich Ratschläge und Tipps zu bekommen.“

Die afrikanischen Gäste sollen freilich nicht nur mit vor Wissen regelrecht rauchenden Köpfen die Heimreise wieder antreten. Damit sie einen Begriff von der österreichischen Kulinarik und Gemütlichkeit bekommen, stehen abends auch Besuche bei Mostheurigern sowie ein nettes Abschiedsfest am 30. September im Schwertberger Pfarrzentrum auf dem Programm.


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