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Filmprojekt „Was bleibt“: Nach dem Gedenkstättenbesuch Eindrücke aufarbeiten

Michaela Primessnig, 14.11.2023 07:33

MAUTHAUSEN/ENNS/GRIESKIRCHEN. Ein neuer Kurzfilm „Was bleibt“ thematisiert, welche Fragen sich Jugendliche nach einem Gedenkstättenbesuch in Mauthausen stellen und gibt Hilfestellung für die Nachbearbeitung im Unterricht. Gestaltet wurde er mit Schülern des BRG Enns und des BORG Grieskirchen, die ihn vergangene Woche Bildungsminister Polaschek präsentierten.

  1 / 2   Bildungsminister Martin Polaschek mit Schülern aus Enns, Gieskirchen und Wien auf dem Appellplatz. (Foto: Primeßnig)

Gedenkstättenbesuche haben in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus eine wichtige Rolle eingenommen. Rund 60.000 Jugendliche besuchen jährlich die KZ-Gedenkstätte Mauthausen, um sich mit den Gräueltaten des Zweiten Weltkrieges auseinander zu setzen.

Für die Vorbereitung von Gedenkstättenbesuchen gab es auch in der Vergangenheit schon jede Menge Unterrichtsmaterialien, nun wurde in einem Projekt der Gedenkstätte mit erinnern.at ein Kurzfilm erstellt, der zur Nachbereitung dienen soll. Dieser Teil kam immer zu kurz.

„Es werden viele Fragen dabei aufgestellt, die Jugendliche beschäftigen, auch zu der Emotionalität, mit der die Besucher den Ort verlassen“, erklärt die pädagogische Leiterin Gudrun Blohberger. „Wichtig war uns, dass es ein partizipatives Projekt ist, um ausgehend von Schülern etwas zu entwickeln.“

Für die Umsetzung des Filmes wurde Regisseur Reinhard Zach engagiert. „Meine Idee war, die Gedanken von Jugendlichen beim Gedenkstättenbesuch sichtbar zu machen“, so Zach. Als Schauspieler wurden Schüler des BRG Enns und des BORG Grieskirchen bei einem Casting gesucht.

Ist ein Selfie in Ordnung?

Der Dreh fand dann ganz ohne Skript statt, die Schüler mussten sich ihre eigenen Texte überlegen. Dabei wurden Fragen aufgeworfen wie: „Ist es ok, wenn man ein Selfie in der Gedenkstätte macht?“ Oder: „Darf man hier eine Jause essen?“

„Das sind tatsächlich relevante Fragen, die immer wieder auftauchen“, erklären Julia Mayr, OÖ-Koordinatorin von erinnern.at, und Gudrun Blohberger.

Von der Präsentation des sechsminütigen Filmes beeindruckt zeigte sich auch der Bildungsminister. „Gerade in diesem Jahr ist das Thema nochmal ein anderes. Unser Bild hat sich verändert, die extremen Ausbrüche von Antisemitismus erschüttern uns alle“, so Martin Polaschek anlässlich seines Besuches in Mauthausen. „Antisemitismus darf keinen Platz haben, wir müssen unseren Leuten in Erinnerung rufen, dass das alles aus einer normalen Gesellschaft entstanden ist und auch wir anfällig sind.“ Das Ministerium werde daher das Budget für Extremismusprävention auch um 50 Prozent aufstocken, um Schulen mit externen Fachleuten zu unterstützen. Dieses Projekt werde einen wichtigen Beitrag leisten. Ergänzt wird der Film mit begleitenden Unterrichtsmaterialien, die auf erinnern.at zur Verfügung gestellt werden.


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