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Politik-Luft schnuppern und demokratische Prozesse hautnah miterleben

Leserartikel Gerlinde Riegler-Aspelmayr, 05.11.2024 10:46

SCHWERTBERG. Jungen Menschen wird ja oft Politikverdrossenheit nachgesagt. Hannah Kratzer beweist das Gegenteil. Sie bewarb sich bei der Aktion „Girls in Politics“ und erlebte einen Tag lang, wie Kommunalpolitik funktioniert.

  1 / 4   Hannah Kratzer war auch bei der Planung der Menschenhatz-Gedenkveranstaltung dabei. (Foto: Gemeinde/Oberleitner)

Politik ist für junge Menschen oft etwas sehr Abstraktes. Viele können sich nicht vorstellen, wie der konkrete Alltag eines Bürgermeisters oder Kommunalpolitikers aussieht. Auch Frauen sind in der politischen Arbeit noch immer stark unterrepräsentiert. Um einerseits junge Menschen für die Politik zu begeistern und andererseits konkret Mädchen anzusprechen, wurde vor einigen Jahren vom Bundeskanzleramt und dem Gemeindebund die Aktion „Girls in Politics“ ins Leben gerufen. „Als ich davon hörte, hab ich mich gleich angemeldet“, erzählt die 14-jährige Hannah Kratzer.

„Ich interessiere mich sehr für die Vorgänge in unserer Gemeinde und wollte die Chance nutzen, dem Bürgermeister einmal über die Schulter zu schauen“, so die Schülerin.

Da ließ sich Ortschef Max Oberleitner nicht lange bitten. Die junge politikinteressierte Bürgerin war ihm bereits von einer Veranstaltung im Frühsommer, bei der sie ihm ein Loch in den Bauch gefragt hatte, im Gedächtnis geblieben. „Sie war enorm interessiert und durchaus auch kritisch. Das imponierte mir“, so Oberleitner. Während ihres „Politik-Schnuppertages“ durfte Hannah nicht nur am Bürgersprechtag sowie an einer Teambesprechung im Gemeindeamt teilnehmen. Auch bei der Planung der am 10.11. stattfindenden Gedenkveranstaltung zur „Mühlviertler Hasenjagd“ konnte die 14-Jährige live dabei sein.

Demokratische Prozesse hautnah miterlebt

Ein Highlight war für die Schülerin auch die Teilnahme an einer Gemeindevorstandssitzung. In dieser Besprechung ging es unter anderem um die Anschaffung einer Mähraupe. „Da wurde viel diskutiert und abgewogen. Ich konnte sehen, wie demokratische Prozesse ablaufen und Entscheidungen zustande kommen“, sagt Hannah.

Ob sie später vielleicht einmal selber in die Politik gehen will? „Wer weiß? Abgeschreckt wurde ich durch den Schnuppertag jedenfalls nicht. Im Gegenteil!“, so die Schülerin, die sich auch in ihrer Freizeit für das Gemeinwohl engagiert. Bereits seit ihrer Volksschulzeit ist sie beim Jugendrotkreuz und seit einem halben Jahr auch bei der Feuerwehr Poneggen aktiv. „Es macht einfach Freude, sinnstiftende Hobbys auszuüben, bei denen man was für die Gemeinschaft tun kann“, schwärmt die 14-Jährige.


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