Melanie Glinsner – "Theater ist mein Werkzeug um Geschichten zu erzählen"
SCHWERTBERG. Mit gerade einmal 16 Jahren, als aus einer Hausaufgabe in der Schule „mehr“ wurde, schrieb Melanie Glinsner ihr erstes Theaterstück. Die mittlerweile 26-Jährige ist ein unverzichtbarer Teil der Aiserbühne in Schwertberg.

„Dorfprobleme und Funkenflug“, so lautete der Titel von Melanie Glinsners erstem Theaterstück, das sie damals im Zuge einer Hausaufgabe am Europagymnasium in Baumgartenberg schrieb. Schon damals wurde das Talent der Schwertbergerin sichtbar: Ihre Klasse führte das Stück gemeinsam auf, und der Funke sprang über. Das Theater hatte Melanie Glinsner gepackt. Quasi direkt vor der Haustür, auf der Aiserbühne in Schwertberg, fand sie die Möglichkeit, ihre Leidenschaft weiter zu vertiefen.
„Menschen erreichen und bewegen“
„Geschichten zu erzählen und zu hören hat mir schon immer Freude bereitet“, erzählt Melanie Glinsner. „Mein Werkzeug dafür ist das Theater. Ich habe erkannt, wie gut man die Menschen damit erreichen und bewegen kann – die besondere Wirkung, die zwischen Schauspieler und Publikum entsteht fasziniert mich.“ Melanie Glinsner ist Kassier-Stellvertreterin der Aiserbühne und leitet zudem die Kinder- und Jugendtheatergruppen – die Aiserkids und die Aiserjugend. Für deren Stücke greift sie auch zum Stift und schreibt selbst. Neben dem Theaterspielen rückt Melanie Glinsner immer häufiger in die Regie – „In der Regie werden die verschiedenen Rollen und Menschen in einem Stück vereint, das gefällt mir“, erklärt sie.
Eine wertvolle Tätigkeit
Als Theater-Kennerin weiß Melanie Glinsner: Theater dient nicht nur der Unterhaltung – vor allem bei ihrer Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen sieht sie immer wieder, wie sehr das Theaterspielen die Persönlichkeit stärkt. „Theaterspielen fördert das Selbstbewusstsein, Freundschaften entstehen, Kreativität und Fantasie werden angeregt, man übt sich in Empathie – und das ist nur ein kleiner Teil dessen, was so wertvoll daran ist.“
Ein bunter Haufen kreativer Kids
Die Schwertbergerin schätzt, dass sie den Theater-Nachwuchs schon seit vielen Jahren begleiten darf: „Es ist spannend zu sehen, wie sich die Kinder und Jugendlichen stimmlich und menschlich entwickeln. Ich bin dankbar, miterleben zu dürfen, welche genialen Erwachsenen aus ihnen werden.“ Müsste Glinsner ihre Schützlinge in einem Satz beschreiben, wäre es folgender: „Ein bunter Haufen kreativer Kids, die die Liebe zum Theater eint – und die ein starkes Zusammenhalts-Gefühl haben.“
„Theater ist das, was uns alle verbindet“
Die Aiserbühne in Schwertberg ist seit mehr als 60 Jahren ein Treffpunkt regionaler Kultur – doch dahinter steckt weit mehr als nur Theater. „Egal mit welchem Talent – bei der Aiserbühne bekommt jeder das Gefühl, gebraucht zu werden“, erklärt Glinsner. „Ob beim Instandhalten des Geländes, in der Bühnentechnik, in der Maske, beim Grillteam bei den Vorstellungen oder aktiv auf der Bühne – hier wird man für das geschätzt, was man macht.“
„Theater ist das, was uns alle verbindet“, ergänzt sie. „In der Einzelheit steckt aber noch viel mehr – und genau das macht es so besonders.“
Zwischen Publikum und Bühne
Ob Melanie Glinsner als Theater-Liebhaberin persönliche Lieblingsstücke hat? „Das ist schwierig – aber der ‚Brandner Kaspar‘, den ich zuletzt im Sellawie in Enns gesehen habe, steht ganz weit oben. Ein Stück voller Witz, aber auch mit Tiefgang“, erzählt sie. „Ansonsten bin ich ein Fan der Klassiker – Stichwort Goethe.“


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