Mühlstein-Rallye trotz Waldbrandgefahr: Klima-Allianz fordert Absage
SCHWERTBERG. Die Klima-Allianz OÖ fordert die Absage der Mühlstein-Rallye und stellt angesichts der aktuellen Trockenheit die Grundsatzfrage nach fossil betriebenen Veranstaltungen. Rallye-Organisationsleiter Peter Medinger verweist auf ein „gutes Schutzkonzept“.

„Das trockenste Frühjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen liegt hinter Oberösterreich. In den meisten Bezirken ist die Waldbrandschutzverordnung in Kraft. Mitten in dieser Lage soll am Freitag, 7. August, und Samstag, 8. August, die Mühlstein-Rallye durch die ausgetrockneten Wälder rund um Schwertberg, Tragwein, Saxen und Arbing führen“, kritisiert die Klima-Allianz OÖ in einer Aussendung.
Wie ernst die Lage bereits sei, habe sich erst vor wenigen Tagen gezeigt: Am Samstag, 1. August, griff in Tragwein ein Wiesenbrand auf den angrenzenden Wald über. 19 Feuerwehren und ein Polizeihubschrauber standen im Großeinsatz. Es wurde Alarmstufe drei ausgerufen, die höchste in Oberösterreich. Erst am Folgetag war der Brand unter Kontrolle.
Genau durch dieses Gebiet soll nun die Rallye führen.
„Ein glühender Katalysator reicht oft schon aus“
„Ein glühender Katalysator auf trockenem Gras reicht oft schon aus“, warnt Sandra Weilnböck, Vizeobfrau der Klima-Allianz OÖ. „Die Sicherheitsvorkehrungen des Veranstalters zeigen selbst, wie ernst die Lage ist. Die Frage ist: Warum wird das Risiko trotzdem eingegangen?“
Die Klima-Allianz OÖ fordert den Veranstalter, die Gemeinden und die Bezirkshauptmannschaft Perg auf, die Rallye angesichts der aktuellen Gefahrenlage abzusagen. Damit schließt sie sich der Forderung betroffener Anrainer an.
„Nur ein Symptom eines größeren Musters“
„Diese Rallye ist nur ein Symptom eines größeren Musters“, so Weilnböck weiter. „Die Dürre, die sie jetzt gefährlich macht, ist selbst ein Symptom der Klimakrise. Wir stellen uns deshalb auch die grundsätzliche Frage, wie viele fossil betriebene Veranstaltungen wir uns als Gesellschaft noch leisten wollen, während die Folgen längst vor unserer Haustür sichtbar werden.“
„Haben ein gutes Konzept“
Dass es in Schwertberg in der Nacht auf Freitag geregnet hat, stößt bei Peter Medinger auf Erleichterung. Der Organisationsleiter der Mühlstein-Rallye betont, dass man die Situation auf jeden Fall „sehr sehr ernst“ nehme: „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und sind uns sicher, dass wir ein gutes Konzept haben. Auch seitens der Feuerwehr Tragwein haben wir die Rückmeldung, dass das Risiko überschaubar ist“, so Medinger.
Mehr Löschmittel und Wasserfässer entlang der Strecke
So habe man die Löschmittel entlang der Strecke verdoppelt und zusätzlich in Kooperation mit der Feuerwehr mit Wasser gefüllte Fässer strategisch aufgestellt. „Somit haben wir in Schwertberg 70.000 Liter Wasser, in Saxen etwa 60.000 Liter und in Arbing ebenfalls eine Menge in dieser Größenordnung“, erklärt Medinger.
Aschenbecher aufgerüstet
Weiters seien die Zuschauerzonen-Betreiber angewiesen, die Löschmittel zu erhöhen und extra viele Aschenbecher aufzustellen. Zudem sollen „Hosentaschenaschenbecher“ ausgegeben werden.
Darüber hinaus werde es Lautsprecherdurchsagen geben, die das Publikum auffordern achtsam zu sein.
„Wir sind dementsprechend gerüstet und guter Dinge, dass alles gut über die Bühne geht“, so Medinger abschließend.








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