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MÜHLVIERTEL. Partys, Zeltfeste, Festivals: Im Sommer gehört Feiern für die meisten Jugendlichen dazu. Damit schöne Erlebnisse auch unbeschwert bleiben, hat Tips-Redakteurin Claudia Greindl mit Sicherheitskoordinatorin Petra Autengruber von der Polizei darüber gesprochen, wie man mit einfachen Maßnahmen sicher unterwegs ist und wieder nach Hause kommt. 

Sicherheitskoordinatorin Petra Autenbruber ist zuständig für die Kriminalprävention nund die Sicherheitsinitiative „Gemeinsam.Sicher„in der Reigon Mühlviertel. (Foto: Polizei)

Tips: Wenn junge Mädchen und Burschen abends unterwegs sind, beschert das oft den Eltern Sorgen. Welchen Rat würden Sie Ihren Kindern beim Fortgehen mitgeben?

Petra Autengruber: Es gibt ein paar einfache Maßnahmen zur Vorbereitung. Dazu gehören ein aufgeladener Handyakku, Notfallkontakte und die Information an Vertrauenspersonen, wo und mit wem man unterwegs ist. Die beste Prävention ist es, miteinander auszugehen, aufeinander zu schauen, keinen aus der Gruppe alleine zu lassen und gemeinsam wieder nach Hause zu gehen. Die Kriminalprävention des Landeskriminalamtes führt genau zu dieser Thematik derzeit eine Kampagne durch. Details dazu gibt es auf der Instagram-Seite der Polizei OÖ. 

Tips: Das Stichwort K.O-Tropfen geistert als Schreckgespenst herum. Eine reale Gefahr oder ein Mythos?

Autengruber: K.O.-Mittel sind keine einheitliche Substanz, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Mittel, die betäuben oder willenlos machen. Es kommt durchaus vor, dass jemand ohne Wissen der Opfer in deren Getränke oder Speisen Substanzen mischt, die die Bewegungs- und Handlungsfähigkeit einschränken, um danach Straftaten zu begehen. Dazu gehören Sexualdelikte ebenso wie Überfälle und Diebstähle. Als Partygag werden sie verabreicht, um Personen zu beeinträchtigen, bloßzustellen und dabei zu filmen. Wird das Gefilmte weitergeschickt, macht man sich dadurch übrigens strafbar. 

Tips: Wie werden K.O.-Tropfen verabreicht?

Autengruber: Sie sind nicht immer flüssig, meist aber farb-, geruch- und geschmacklos, sodass sie durch Aromen in Getränken und Cocktails überdeckt werden. Man sollte daher seine Getränke selbst bestellen, selbst entgegennehmen und nie aus den Augen lassen. Am besten ist es, keine offenen oder geöffneten Getränke von fremden Personen anzunehmen. 

Tips: Was sollte man tun, wenn der Verdacht besteht, dass jemand K.O.-Mittel bekommen hat?

Autengruber: Wenn man mit Freunden unterwegs ist, darf ein solches Thema ruhig im Vorfeld angesprochen werden. Schaut aufeinander und helft einander! Sicherheit ist nicht Sache von Einzelnen, sondern von uns allen miteinander. Wenn man beobachtet, dass jemand etwas in ein Getränk oder eine Speise mischt, sollte die betroffene Person sofort informiert werden. Wenn die Substanz schon konsumiert wurde, sollte sofort die Rettung verständigt oder ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht und bei der Polizei Anzeige erstattet werden. Die Betroffenen bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte nicht mehr alleine lassen! Jede Person reagiert anders darauf, die Wirkung ist von sehr vielen Faktoren abhängig. K.O.-Mittel wirken in geringer Dosis stimulierend und enthemmend, höher dosiert betäubend und einschläfernd. Die Opfer fühlen sich verwirrt, benommen, schwindelig und haben Schwierigkeiten in der Wahrnehmung. Kontrollverlust und Erinnerungslücken bis zur Amnesie können folgen. Diese Substanzen sind potenziell gefährlich und können nur kurz nachgewiesen werden. 

Tips: Was können Veranstalter und Lokalbesitzer unternehmen?

Autengruber: Meine Empfehlung an sie: Schulen Sie Ihr Personal entsprechend, legen Sie Informationsmaterial auf, bringen sie Plakate an mit der Botschaft „K.O.-Mittel sind kein Spaß!“, „Wir schauen hin!“, „Wir übernehmen Verantwortung“, „Hinschauen und helfen statt wegschauen!“. Es können Getränkeschutzabdeckungen ausgegeben werden, was eine klare Haltung durch sichtbare Schutzmaßnahmen darstellt. Dadurch werden Straftaten wesentlich erschwert.

Tips: Ihr Tipp für den Heimweg?

Autengruber: Ebenso wie der Hin- sollte auch der Heimweg durchdacht sein. Auf die drei L in der Prävention achten: Licht – Lärm – Leute. Beleuchtete Wege wählen, wo andere Menschen unterwegs sind. Viele Menschen bedeuten viele potenzielle Zeugen. Bevorzugt vertraute Wegstrecken wählen, wo man „Sicherheitsinseln“ hat. Das Telefon sollte griffbereit sein und, wenn man sich unwohl fühlt, auch benutzt werden. Man kann zum Beispiel Freunde anrufen. Dieser Kontakt wirkt für mögliche Täter abschreckend. Der Haustürschlüssel sollte griffbereit sein und nicht erst vor der Türe gesucht werden. 

Tips: Wie sollte man in einer Notsituation handeln?

Autengruber: 133 anrufen! Ziel in einer gefährlichen Situation ist immer der Rückzug. Den Täter, wenn möglich, im Auge behalten. Sollte man den Täter ansprechen müssen, dann laut und unmissverständlich. Keine Provokationen durch Lachen oder Schimpfen. Es gibt Hilfsmittel zur Notwehr wie Taschenalarmgeräte, Trillerpfeife oder Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie Schlüssel, Regenschirm, Handtasche oder Haarspray. Auch hier gilt: Vorbereitung ist ein wichtiger Faktor, um im Ernstfall automatisiert handeln zu können.

Sicherheitskoordinatorin Petra Autengruber vom Bezirkspolizeikommando Perg ist zuständig für die Kriminalprävention und die Sicherheitsinitiative „Gemeinsam.Sicher“ in der Region Mühlviertel. Diese Initiative fördert den Dialog und die Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung, den Gemeinden und der Polizei. 


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Hermann E.
Hermann E.
12.08.2026 18:43

Alkohol am Steuer

Ein Punkt fehlt mir: Kein Alkohol am Steuer!!! Nehmt allen die Autoschlüssel ab die sich alkoholisiert ans Steuer setzen wollen!!!


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