Landwirtschaft im Bezirk Perg braucht Sicherheit und Zusammenhalt
PABNEUKIRCHEN. Landwirte sichern regionale Lebensmittelversorgung und pflegen die Kulturlandschaft. Doch steigende Kosten, Wetterextreme und wirtschaftliche Unsicherheiten verlangen viel ab. Wie wichtig Zusammenhalt und verlässliche Rahmenbedingungen sind, zeigt sich auch am Beispiel der Familie Krichbaum aus Pabneukirchen.

Die Landwirtschaft prägt den Bezirk Perg seit Generationen. Insgesamt gibt es 1.540 landwirtschaftliche Hauptbetriebe, darunter 969 Geflügelbetriebe, 812 Rinderbetriebe, 560 Milchviehbetriebe und 430 Schweinebetriebe. Besonders bedeutend sind auch die Futterbauwirtschaft mit 807 Betrieben, der Ackerbau mit 338 Betrieben sowie die Forstwirtschaft. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst 28.410 Hektar, dazu kommen rund 24.000 Hektar Wald.
Ein Beispiel für diese Vielfalt ist der Familienbetrieb „Kriechbaumer“ in Pabneukirchen. Günter Krichbaum und Petra Gartlehner bewirtschaften den Hof seit der Übernahme im Jahr 2009 im Nebenerwerb. Im Mittelpunkt stehen 40 Milchkühe. Einschließlich Nachzucht und Mastrindern leben insgesamt rund 150 Rinder am Hof. Ein besonderes Standbein ist zudem die Haltung von 20 Straußen. Auf den Ackerflächen werden unter anderem Gerste, Roggen, Triticale und Silomais angebaut.
Verlässliche Rahmenbedingungen
Bezirksbauernkammer-Obfrau Barbara Payreder sieht die Landwirtschaft mit steigenden Anforderungen, internationalem Wettbewerbsdruck und zunehmenden Wetterextremen konfrontiert. Sie fordert Planungssicherheit, praxistaugliche Vorgaben und wirtschaftliche Perspektiven. Viele Betriebe seien bereit, in moderne Stallanlagen, Tierwohl, Digitalisierung und erneuerbare Energien zu investieren. Dafür brauche es jedoch verlässliche Rahmenbedingungen. „Wer bereits verantwortungsvoll wirtschaftet, darf nicht durch unverhältnismäßige Bürokratie benachteiligt werden“, sagt Payreder.
Solidarität unter Bauern
Besonders die Trockenheit belastete zuletzt zahlreiche Grünlandbetriebe auch in den Bezirken Perg und Freistadt. Um die Futterversorgung zu sichern, stellten Ackerbaubetriebe in Perg ihre Zwischenfruchtflächen als Futterflächen zur Verfügung. Diese Solidarität unter den Bauernfamilien half betroffenen Rinderbetrieben und verdeutlichte den Zusammenhalt innerhalb der Landwirtschaft.
Auch Landwirtschaftskammerpräsident Franz Waldenberger verweist auf die dramatischen Folgen der Dürre 2026. Der Schaden belaufe sich österreichweit auf rund eine Milliarde Euro, davon etwa 200 Millionen Euro in Oberösterreich. Ein beschlossenes Dürrehilfe-Paket der Bundesregierung umfasst 240 Millionen Euro und soll die Betriebe unter anderem durch Entlastungen bei Sozialversicherungsbeiträgen und Krediten unterstützen.
Regionalität stärkt Heimat
Katrin Schober, Vorsitzende des Bäuerinnen-Beirates, betont die gesellschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft. Die Bauernfamilien erzeugten hochwertige Lebensmittel, pflegten die Kulturlandschaft und förderten die Biodiversität. Sie appelliert bewusst zu regionalen und saisonalen Produkten zu greifen: „Jeder Einkauf regionaler Lebensmittel ist eine Investition in unsere Heimat.“ Auch die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete sei wichtig, um die Bewirtschaftung schwieriger Flächen und damit den Erhalt der Kulturlandschaft sicherzustellen. Payreder, Schober und Waldenberger sind sich einig: Eine starke Landwirtschaft braucht wirtschaftliche Sicherheit, Entwicklungsmöglichkeiten und gesellschaftliche Wertschätzung.








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