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BEZIRK PERG/BEZIRK FREISTADT. Die Palliative Care Unteres Mühlviertel feiert heuer zehnjähriges Bestehen. Seit 2013 ermöglicht das Team schwerkranken und sterbenden Menschen zuhause eine palliative Begleitung. Die Kooperation zwischen dem Roten Kreuz (Bezirk Perg) und der Hospizbewegung (Bezirk Freistadt) blickt auf ein erfolgreiches Jahrzehnt zurück.

  1 / 3   Die beiden Teamleiterinnen mit ihren Wegbegleiterinnen (hinten stehend von links): Johanna Warschenhofer, Heidi Schützeneder, Silvia Buchmayr, Uta Wahlmüller sowie (auf Couch sitzend von links) Julia Mayrhofer, Regina Prößlmayr, Andrea Ullner (vorne sitzend von links) Eva Preiningova, Marion Würzl (Foto: gutenthalerphotography)

„Palliativmedizin heißt nicht sterben, sondern leben“, sagt Palliativmediziner Peter Wienerroither. Vor zehn Jahren war die Region Unteres Mühlviertel eine der letzten, die palliativmedizinisch nicht versorgt waren. Dem hohen Bedarf folgend, entstand die Kooperation zwischen dem Roten Kreuz Perg und der Hospizbewegung Freistadt. Die Zusammenarbeit ermöglicht psychosoziale und medizinische Hilfe für Menschen, die ihre letzte Lebenszeit zuhause verbringen wollen. Aber auch deren Familien werden unterstützt, während der Zeit der Krankheit und über den Tod hinaus in Form von Trauerbegleitung.

Zu den Schwerpunkten der Palliative Care gehören die Symptomkontrolle, die Überwachung und Betreuung von Schmerztherapien, palliativ-pflegerische Maßnahmen, die Unterstützung bei sozialrechtlichen Fragen und vieles mehr. Auch ein Rufbereitschaftsdienst für Betroffene und ihre Angehörigen steht zur Verfügung.

Im neunköpfigen Palliativteam sind ausschließlich diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Palliativmediziner beschäftigt, die eine spezielle Ausbildung durchlaufen haben und die medizinisch-pflegerische Komponente übernehmen. Im Bereich der psychosozialen Betreuung kommen auch ehrenamtliche Mitarbeiter des mobilen Hospizteams zum Einsatz.

Wege zum Menschen

Im vergangenen Jahrzehnt umrundeten die Mitarbeiter fast acht mal den Äquator und betreuten beinahe 1600 Patientinnen und leisteten damit 22.400 Stunden. Der Rufdienst leistete zusätzlich 75.500 Stunden. „Das Palliativteam hat sich in den letzten Jahren gut in den Bezirken etabliert und stellt einen fixen Bestandteil der Betreuungslandschaft dar“, so Silvia Buchmayr, Teamleiterin im Bezirk Perg. Betreut werden Menschen jeden Alters - von gerade Volljährigen bis Hundertjährigen.

Neunzig Prozent der der betreuten Patienten leiden an einer Krebserkrankung, die lange Krankenhausaufenthalte hinter sich haben. In der Palliativmedizin geht es nicht um Heilung, sondern darum die Lebensqualität am Ende des Lebens so gut wie möglich zu erhalten. Das Palliative Care Team ermöglicht Sterbenden ihre letzte Zeit daheim zu verbringen und auch letzte Wünsche zu erfüllen. „Wir konnten beispielsweise einer Patientin den Wunsch erfüllen, bei der Hochzeit ihres Sohnes dabei zu sein“, erzählt Marion Würzl, Teamleiterin im Bezirk Freistadt.

Team mit Herz

Neben den neun Mitarbeitern, sind auch drei Ärzte im Team beschäftigt. „Da der Bedarf da ist, werden wir hier in den nächsten Jahren aufstocken“, so Elfriede Reindl, Koordinatorin Gesundheits- und Soziale Dienste im Bezirk Perg. Freiwillige werden auch immer gesucht, gerade um Familien und Kinder psychosozial zu betreuen. Ehrenamtliche durchlaufen einen Lehrgang und ein Auswahlverfahren.

Auch für die Mitarbeiter im Palliative Care Team wird gesorgt. Nebst regelmäßigen Teamsupervisionen, stehen dem Team auch Einzelsupervisionen zur Verfügung. Monatlich bespricht sich das Team.

Zusammenarbeit heißt breiteres Angebot

Die Zusammenarbeit zwischen Rotem Kreuz und Hospizbewegung bietet Betroffenen ein breites Angebot und ein größeres Leistungsspektrum. Gerade die professionelle, medizinische Versorgung wurde verbessert. „Das Palliative Care Team fügt sich als perfektes Puzzleteil in die Versorgunglandschaft ein und entlastet das Gesundheitssystem“, so  Bezirksgeschäftsleiter und Bezirksrettungskommandant Christian Geierhofer.

„Palliative Care“ setzt sich aus dem lateinischen Wort „pallium“ (Mantel/Umhang) und dem englischen Wort „care“ (Sorge/Obhut/Pflege) zusammen - frei übersetzt bedeutet es: „umhüllende Fürsorge für unheilbar kranke Menschen“
Film der Hospizbewegung Freistadt

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