SPÖ macht im Bezirk gegen eine 60-Stunden-Arbeitswoche mobil
PERG. Die SPÖ macht mit einer österreichweiten Aktionswoche gegen die geplante 60-Stunden-Arbeitswoche mobil und fordert das Gegenteil – eine Arbeitszeitverkürzung.

„Dass den Menschen von der Kurz und Strache-Regierung ein „Hackeln bis zum Umfallen“ aufgezwungen wird, ist weder gerecht noch zeitgemäß. Eine moderne Arbeitswelt, in der große Umbrüche durch Digitalisierung und Roboterisierung stattfinden, braucht auch fortschrittliche Arbeitszeitregelungen. An oberster Stelle sollte dabei eine Arbeitszeitverkürzung stehen“, so der SPÖ-Vorsitzende Punkenhofer. „Bereits jetzt werden jährlich 45 Millionen Überstunden nicht abgegolten. Wenn die schwarz-blaue 60-Stunden-Woche zur Regel wird, gibt es bald gar keine Zuschläge mehr für zusätzlich geleistete Arbeitszeit“, warnt GVV Bezirksvorsitzender Bürgermeister Erich Wahl. Neben diesem Lohnraub an den Arbeitnehmer bedeutet die Ausweitung der Höchstarbeitszeit auch massive Nachteile für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Vor allem unsere Kinder werden darunter leiden, wenn wir bald jeden Tag zwölf Stunden arbeiten müssen. Kurz und Strache katapultieren uns mit diesem Vorhaben zurück ins 19. Jahrhundert“, so die SPÖ-Frauenvorsitzende und Nationalratsabgeordnete Sabine Schatz, die gleichzeitig kritisiert, dass eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ohnehin nicht möglich ist, weil Oberösterreich bei der Kinderbetreuung sowieso hinterherhinkt.
Freie Arbeitseinteilung
Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Wolfgang Wimmer vertritt eine andere Ansicht zur 60-Stunden-Arbeitswoche. „Für mich stellt sich die Frage, wie flexibel darf ein Mensch heute noch selbst sein. Was darf er selbst noch entscheiden? Mit der Darstellung von Seiten der Arbeitnehmervertretung kann ich ganz schwer umgehen. Ich denke da übersehen politische Entscheidungsträger, dass es Arbeitnehmer gibt, die in weniger Tagen mehr Stunden machen möchten, damit sie dann mehr Freizeit am Stück haben. Für mich zum Grundverständnis gehört, dass man dann arbeitet, wenn Arbeit da ist und wenn die Rahmenbedingungen dafür jedem Einzelnen mehr Gestaltungsspielraum lassen, dann ist das okay“, meint Wimmer. Weiter meint er: „Man sollte endlich aufhören, den Faktor Arbeit als einziges Drama zu sehen. Seien wir doch vielmehr stolz, dass wir Arbeit haben.“


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