Wenn aus der Coronakrise eine Überlebenskrise wird
PERG. Der heutige Tag der Arbeitslosen hat dieses Jahr wegen Corona eine neue Dimension bekommen. Allein im Bezirk Perg waren Anfang April knapp 2.100 Menschen arbeitssuchend. Die Volkshilfe fordert für sie rasche Hilfe durch höheres Arbeitslosengeld und setzt sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen ein.

„Bereits vor Covid-19 waren 14,3 Prozent der österreichischen Bevölkerung armutsgefährdet. Nun haben die Auswirkungen der Corona-Krise den größten Anstieg an Arbeitslosen in der Geschichte der Zweiten Republik gebracht. In solchen außergewöhnlichen Zeiten braucht es außergewöhnliche Maßnahmen“, sagt Karl Weilig, Vorsitzender der Volkshilfe Perg.
Erhöhung des Arbeitslosengeldes
Da für viele dieser Menschen die Gesundheitskrise zu einer Überlebenskrise werden könnte, fordert Weilig rasche Hilfe. „Nun arbeitslos gewordene Beschäftige aus dem Niedriglohnsektor können vom Arbeitslosengeld kaum leben. Sie sind schon vorher kaum über die Runden gekommen, für sie ist die Situation eine Katastrophe. Wir brauchen daher für diese Menschen dringend eine Erhöhung der Nettoersatzquote von derzeit 55 auf 80 Prozent“, fordert Weilig.
Bedingungsloses Grundeinkommen
Helfen würden den Menschen im Land auch soziale Innovationen wie die schnelle und unbürokratische Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle mit Hauptwohnsitz in Österreich. „Das ist ein Gebot der Stunde und würde nicht nur den sozialen Absturz Tausender und massive Privatverschuldung verhindern, sondern gleichzeitig die Kaufkraft im Land erhalten“, ist Weilig überzeugt. Er fordert die Bundesregierung auf, nicht ein Hilfspaket nach dem anderen zu schnüren, sondern jedem ein monatliches Fixum zukommen zu lassen.


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