Stabile Preise durchs Energie teilen: Stadt Perg gründet Genossenschaft

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Michaela Primessnig Tips Redaktion Michaela Primessnig, 18.05.2022 06:00 Uhr

PERG. Energiegemeinschaften stellen einen neuen Meilenstein für die Energiewirtschaft dar. In der Stadt Perg soll eine solche nun in Form einer Genossenschaft gegründet werden. Die Perger Bevölkerung bekommt dabei die Gelegenheit, sich zu beteiligen, um Energie gemeinsam zu nutzen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Die steigenden Energiepreise machen allen Sorgen. Doch was tun, um sich vom internationalen Markt unabhängiger zu machen? Die Stadtgemeinde Perg setzt nun gemeinsam mit der Raiffeisenbank Perg auf ein neues Modell: die Energiegemeinschaft. „Die Schwierigkeit wird in Zukunft sein, dass man sehr viele Stromproduzenten im Netz hat und die Bedarfe gesteuert werden müssen. Ideal ist es, wenn der Strom gleich verbraucht wird und das wollen wir fördern“, erklärt Bürgermeister Anton Froschauer. Ziel ist es nun, auf einer Netzebene Produzenten und Verbraucher zusammenzuführen. „Wenn man sich die aktuelle Situation anschaut, wird immer klarer, dass es zählt, möglichst viel Energie lokal zu erzeugen“, betont Umweltausschuss-Obmann Johannes Oppitz. Und genau das soll bald möglich sein. Jeder, der eine Photovoltaik-Anlage hat, kann in dieses Perger Netz einspeisen und trägt damit dazu bei, dass nicht so viel zugekauft werden muss, wodurch die Strompreise stabil gehalten werden können. Aktuell kann 30 Prozent des Stromes, welcher im Versorgungsgebiet des E-Werks verbraucht wird, durch eigene Wasserkraft erzeugt werden. Zusätzlich sollen nun weitere Photovoltaik-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden errichtet werden. Im ersten Schritt werden die Dächer des Bauhofes und der Machland-Badewelt genutzt, jene der Volksschule und der Mittelschule Stadtzentrum wurden schon mit Anlagen bebaut. „Alleine von dem Strom, den wir als Stadtgemeinde Perg brauchen, können wir damit zwei Drittel erzeugen und eine Ersparnis von über 250.000 Euro im Jahr erreichen“, so Stadtchef Froschauer. Sehr konservativ kalkuliert sollen sich die nächsten Investitionskosten sicher in sieben bis acht Jahren bereits amortisiert haben, eher sogar früher.

Genossenschaftsidee erfährt ein Revival

Für die Umsetzung der Energiegemeinschaft soll eine Genossenschaft gegründet werden. An dieser können sich auch Firmen und Private beteiligen. Die Raiffeisenbank Perg wird dabei Projektpartner sein, wie schon beim Technologiezentrum Perg. „Die Genossenschaftsidee hat hierfür viele Vorteile, weil sie nicht gewinnorientiert sein darf und somit alle profitieren. Ich kann mir durchaus auch vorstellen, dass man künftig in anderen Bereichen z.B. bei der lokalen Lebensmittelversorgung wieder auf diese Struktur zurückkommt“, erklärt Raiba-Vorstand Karl Fröschl.

Die Gründung der Genossenschaft steht kurz bevor, am Dienstagabend wurde dafür der Gemeinderatsbeschluss gefasst. Alle Fraktionen haben sich aber bereits im Vorfeld für dieses Projekt ausgesprochen. Die Abwicklung der Abrechnungen soll das E-Werk Perg übernehmen, als Dienstleister, nicht als beteiligtes Unternehmen, denn das wäre nicht möglich.

Für die Perger Bevölkerung können dadurch nur Vorteile entstehen, umso mehr sich beteiligen, umso besser funktioniert das System. „Es ist so, dass immer mehr Strom produzieren wollen, auch bei den Firmen“, ist sich Fröschl sicher. Alles, was in der Energiegemeinschaft erzeugt wird, kann preislich selbst bestimmt werden. „Ein konstanter Strompreis ist wichtig für die Bevölkerung, das gibt Sicherheit und genau das wollen wir erreichen“, sind sich VP-Stadtchef Anton Froschauer und Grünen-Gemeinderat Johannes Oppitz einig, dass das Projekt einen echten Meilenstein darstellt.

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