Erster Schnitt im Grünland wird weit unter den Erwartungen bleiben
BEZIRK ROHRBACH. Nach dem extrem trockenen April hat der Regen der letzten Tage zumindest ein bisschen Entspannung gebracht. Der erste Schnitt wird aber nicht sehr ertragreich sein, befürchtet Grünlandreferent Peter Frühwirth.

Das Mühlviertel war von den fehlenden Niederschlagsmengen vor allem wegen der leichten Böden besonders stark betroffen, weiß Frühwirth. Er geht davon aus, dass viele Grünland-Betriebe Ende dieser Woche mähen werden. „Der Ertrag wird weit unter den Erwartungen an einen ersten Schnitt liegen, weil die Massebildung fehlt. Aber zumindest ist wieder Bodenfeuchte für den zweiten Aufwuchs da“, berichtet der Grünlandreferent der Landwirtschaftskammer OÖ. Bei ihm in Altenhhof hat es in Summe etwa 24 Liter geregnet: „Das ist zumindest ein bisschen was“, sagt er dazu.
Ausgleich im Restjahr möglich
Um gut ernährte und geführte Grünland-Bestände macht sich Peter Frühwirth keine Sorgen, da könne sich der Ertrag im Restjahr ausgleichen. Betriebe, die allerdings keine optimalen Pflanzenbestände haben und bereits in den letzten zwei Jahren gelitten haben, bräuchten ein wirklich feuchtes Jahr, damit die Futtermengen wieder stimmen, meint der Mühlviertler. „Bei den Niederschlägen gibt es immer ein starkes Auf und Ab, aber die grundsätzliche Tendenz zeigt nach unten, die Temperaturen hingegen gehen hinauf“, weist Frühwirth auf den Wandel hin. „Für das Grünland schaut es also nicht gut aus und diese Tatsache müssen Landwirte akzeptieren und sich darauf einstellen“, spricht er Pflanzenbestände und Nährstoffversorgung an. Landwirten rät er, Weiterbildungs- und Informationsangebote zu nutzen.
Klimawandel schreitet voran
Für Umwelt- und Klimalandesrat Stefan Kaineder sind der trockene April und Niederschlagsdefizite zwischen 50 und 90 Prozent ein Beweis für den stetig voranschreitenden Klimawandel. „Die Bedrohung wird immer spürbarer und sichtbarer. Daher müssen wir alle wirtschaftlichen Anstrengungen beim Wiederaufbau unseres Landes vor allem unter den Aspekt des Klimaschutzes stellen. Alle unsere Maßnahmen müssen krisensicher und klimafit sein.“


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