Gegen Bienensterben: zwei Künstler aus Pitten leisten ihren Beitrag
Die Biene ist eine bedrohte Tierart, denn das Bienensterben geht weiter. In Pitten haben sich zwei Künstler entschlossen, diesem Bienensterben entgegenzuwirken.

„Wir wollen etwas Wichtiges machen“, erklärt Monia Stawoski im Gespräch mit Tips. Die gebürtigen Polen Pawel und Monia machen nicht nur Kunst aus den Bienenstöcken, sie setzen sich auch für die Biene ein.
Angefangen hat alles mit drei Bienenstöcken vor zwei Jahren. Die beiden Künstler haben immer mit Holz gearbeitet. Pawel, der in Polen als „Baumdoktor“ gearbeitet hat, wollte immer Bienen haben. „Bienen haben große Probleme und daher haben wir beschlossen etwas zu machen.“ Nun haben die beiden zehn Bienenstöcke und nächstes Jahr kommen wieder fünf dazu. „Wir haben Spaß dabei“, freut sich Monia.
Die Dekorationen auf den Bienenstöcken waren eigentlich nicht geplant, aber die zwei Pittner haben Ideen weiterentwickelt und so sind die kreativen Kunstwerke entstanden. „Pawel baut die Dekorationen und ich bemale sie“, sagt Monia. Aber für sie ist es vor allem wichtig, den Bienen zu helfen. „Wir sind von den Bienen abhängig, denn sie bestäuben einen Großteil unserer Nahrung“, so die Künstlerin.
Situation in Österreich
Laut einer Forschung der Uni Graz haben 23 Prozent der Bienenvölker den Winter in Österreich nicht überlebt. „Das sind die dritthöchsten Verluste der letzten zehn Jahre“, erklärt Robert Brodschneider vom Institut für Zoologie der Uni Graz. Er erhebt seit 2007 gemeinsam mit Imkern die Winterverluste von Bienenvölkern in Österreich und sammelt damit wichtige Daten zum Schutz dieser Insekten.
Die Gründe des Bienensterbens können viele Faktoren beinhalten. Für Monia Stawoski sind drei wesentliche Gründe ausschlaggebend. „Pestizide, der monokulturelle Anbau und die Varroamilbe“, ist sie überzeugt.
Karl Crailsheim, Leiter des vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft in Auftrag gegebenen Forschungsprojektes „Zukunft Biene“ (2014–2017), das die Untersuchung der Bienengesundheit in Österreich zum Ziel hat, nennt auch aufgrund einer ausführlichen Vorjahresstudie mehrere Ursachen für die Wintersterblichkeit: „Im Rahmen des Projektes haben Uni Graz und AGES in den Jahren 2015 und 2016 fast 2000 Bienenvölker in ganz Österreich mehrmals genauestens untersucht und dabei wertvolle Erkenntnisse gewonnen“, berichtet Crailsheim. „Bei den toten Völkern dieser Studie konnte häufig ein hoher Befall mit der Varroa-Milbe und dem Flügeldeformationsvirus in der vorangegangenen Saison nachgewiesen werden.“ Zusätzlich würden Faktoren wie das Wetter, der Aufbau ausreichend starker Überwinterungskolonien und die Verfügbarkeit von Nahrungspflanzen eine Rolle spielen.
Wie man helfen kann
Monia und Pawel haben zweimal einen Workshop für Schüler veranstaltet. Mit Zeichnungen und Geräten haben sie den Kindern die Honigbiene nähergebracht. Mit einer kleinen Kamera haben sie auch das Innere eines Bienestocks gezeigt. „Die Kinder haben sehr viel gewusst“, sagt Monia. Außerdem hat sie den Schülern erklärt, wie jeder einen Beitrag leisten kann.
„Ein wildes Stück im Garten für die Bienen lassen, den Honig nicht aus der Plastikflasche, sondern vom Imker aus der Region kaufen und Chemie vermeiden“, sagt die Künstlerin.
Und so kann jeder mithelfen.Monia und Pawel Stawoski leisten ihren Beitrag. Und sie werden dafür auch belohnt. „Wenn wir unter unserer Linde sitzen und wir hören die Bienen summen, dann sagen wir: Das sind unsere Bienen, die da Honig machen. Und das gibt uns auch viel Glück und einen Sinn im Leben.“


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