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ST. THOMAS./MICHAELNBACH/POLLHAM/Pötting. Ein vierblättriges Kleeblatt wurde als Logo für die geplante Verwaltungsgemeinschaft der Gemeinden Pötting, St. Thomas, Michaelnbach und Pollham gewählt. Schlussendlich brachte es nicht das gewünschte Glück. Pötting hat es sich in letzter Minute anders überlegt und will nun doch nicht mitmachen.

Peter Oberlehner (Pötting) (2.v.l.) geht mit seiner Gemeinde einen anderen Weg. Martin Dammayr (Michaelnbach) (1.v.l.), Josef Lehner (St. Thomas) und Ernst Mair (Pollham) werden die Verwaltungsgemeinschaft zu dritt realisieren. Foto: Privat

Mehr Qualität in der Verwaltung bei weniger Kosten und ohne große Bürokratie - der Wunschtraum zu Beginn des Projekts mit dem Titel „Hui um“, was so viel bedeutet wie: „passt, alles ausgeglichen“, war vielversprechend. Man war sich einig: Zusammenarbeit ja, Fusion nein. Dieser gemeinsame Wille der jeweiligen Selbstständigkeit wurde immer wieder gezeigt, zuletzt sogar ein gemeinsamer Amtsleiter gesucht. Dass Pötting in letzter Minute vor dem „Traualtar“ kalte Füße bekommen würde, damit habe man nicht gerechnet. In der Gemeinderatssitzung vor Weihnachten wurde der einstimmige Beschluss gefasst, nicht bei der Verwaltungskooperation mitzumachen.

Ein anderer Lebensraum

Die Verwaltungsgemeinschaft aller vier Gemeinden hätte offiziell mit 1. Jänner starten sollen. Aber ähnlich wie bei einer Partnerschaft hatte man sich offensichtlich schon vor dem „Ja, ich will“ auseinandergelebt. Pöttings Bürgermeister Peter Oberlehner begründete den Beschluss in seiner Gemeinde damit, dass der Lebensraum für die Pöttinger mehr in der Region rund um Neumarkt und Kallham liege als in Richtung der anderen drei Gemeinden. „Deshalb haben wir schon seit längerem überlegt, mit Neumarkt intensivere Gespräche zu führen. Eine Zusammenarbeit von Neumarkt, Pötting und im weiteren auch mit Kallham wäre für uns der ideale Weg. Wir werden uns mit Neumarkt nun im Detail ansehen, ob wir etwas Sinnvolles zusammenbringen“, so Oberlehner. Man habe sich aber aus Pöttinger Sicht beim Projekt „Hui um“ trotzdem von Anfang an immer gut eingebracht. „Wir wollten uns bei so einem Modell einklinken, um zu sehen, ob es am Ende des Tages Sinn macht mitzumachen. Die Lebensraumausrichtung ist aber eine ganz andere, wir haben wenig Gemeinsamkeiten. Zu Beginn des Projekts gab es für uns wenig Möglichkeiten, jetzt haben sich aber mit Neumarkt Gespräche ergeben. Es wäre total verkehrt, wenn wir die Verwaltung zusammenlegen, wo es für uns nicht so sinnvoll ist“, erklärt Oberlehner und ist der Meinung, dass es leichter sei, bei etwas beizutreten als auszutreten. „Es war den anderen bewusst, dass wir mit Neumarkt im Gespräch waren und so sind wir im Guten auseinandergegangen“, meint der Pöttinger Ortschef und ergänzt: „Wir mussten schauen, ob es für uns wirklich das Richtige ist und haben uns nach langen Überlegungen und schweren Herzens entschlossen, einen anderen Weg einzuschlagen.“

„Keine Verwaltung unter 3.000 Einwohnern“

Oberlehner vertrat immer die Meinung, dass es keine Verwaltung unter 3.000 Einwohnern geben sollte. Die vier Gemeinden hätten miteinander circa 3.300 Einwohner gehabt. Gemeinsam mit Neumarkt zählt man 2.000 Einwohner. „Ich glaube nach wie vor, dass es keine Verwaltung unter 3.000 Einwohnern geben sollte, unser Ziel ist es deshalb, langfristig auch mit Kallham zusammenzuarbeiten. Man muss sich sinnvoll weiterentwickeln und darf nicht glauben, dass die Gemeindestrukturen ewig in dieser Form bestehen bleiben.“

Überraschung beim Rest des Kleeblatts

Überraschend kam der Austritt der Gemeinde Pötting für die anderen drei Gemeinden. Man zeige sich aber zuversichtlich, dass die Zusammenarbeit trotzdem gut funktioniere. Ernst Mair, Bürgermeister von Pollham (ÖVP) meint, dass man durch den Ausstieg von Pötting eigentlich keinen Nachteil habe: „Wir müssen eben die Aufgabenverteilung neu organisieren, weil die schon fest gestanden ist. Für uns war es dennoch überraschend, weil sich Herr Oberlehner sehr zuversichtlich gegeben hat und sich für die Verwaltungskooperation eingesetzt hat. Das Thema kam relativ kurzfristig vor den Besprechungen für die letzten Gemeinderatssitzungen auf den Tisch. Dass Pötting die Lebensader mehr in Neumarkt sieht, ist aber verständlich.“ Auch für den Michaelnbacher Bürgermeister Martin Dammayr (ÖVP) kam der Ausstieg überraschend: „Wir wollten mit unserer Verwaltungskooperation eigentlich zeigen, dass auch kleine Gemeinden eigenständig bestehen können und nicht ein Beiwagerl von größeren Gemeinden sein müssen, denn da gehen sie unter. Wir wollten ein Signal setzen, dass es auch anders funktioniert“, meint Dammayr und ergänzt: „Jetzt sind wir eben zu dritt und arbeiten ununterbrochen weiter.“ „Die Verwaltungsgemeinschaft der drei Gemeinden ist beschlossen, Pötting hat gesagt, dass ihr Lebensraum mehr bei Neumarkt ist. Natürlich ist dafür Verständnis da. Peter war aber immer eine der treibenden Kräfte, deshalb ist es schade, dass wir nun den Weg alleine gehen müssen, aber wir gehen ihn. Ich bin zuversichtlich, dass mit dem neuen Amtsleiter alles ins Laufen kommt und wir eine einheitliche Vorgehensweise finden“, so Josef Lehner, Bürgermeister von St. Thomas (ÖVP).<


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