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PRAMET. Ein Hof, fünf Menschen und ein Ziel: Burgi, Chris, Christian, Wolfgang und Hannes führen seit einem Jahr den Biohof Sebald in Pramet. Ein zusammengewürfelter Haufen an Menschen, die das Schicksal zusammenführte und die nun ihre Liebe und Leidenschaft zur biologischen Landwirtschaft leben.

  1 / 3   Wolfgang, Burgi, Chris und Christian führen den Biohof Sebald weiter. Beim Fotoshooting mit Freund Christian Hable aus St. Agatha posierten die „sechs“ für ein erstes Gemeinschaftsbild. Fotos: Christian Hable, www.hapo-photography.at

Fünf Stunden Schlaf pro Nacht, mehr waren für Josef Rohringer oft nicht drin. Neben der Arbeit auf dem Bauernhof absolvierte er seit 2012 einen Sozialpädagogik-Lehrgang an der Fachhochschule Oberösterreich. Es war stressig. Der 49-Jährige hatte viel um die Ohren, dennoch leistete er die Arbeit auf dem Hof mit voller Hingabe. Am 12. August 2014 verunglückte der Biobauer auf seinem Hof – erdrückt von einem Stier. Zu diesem Zeitpunkt war der Erbhof Sebald in Gutensham bereits seit elf Generationen in Familienbesitz. Die Eltern von Josef Rohringer waren 2013 verstorben. Seine, in der Landwirtschaft wenig erfahrene Lebensgefährtin Burgi Ertl stand mit dem mehr als 500 Jahre alten Hof und den Tieren plötzlich fast alleine da. Die Träume, die die beiden mit dem Hof hatten, schienen von einer Sekunde auf die andere zerschlagen. „Josef und ich wollten damals einen pädagogischen Bauernhof machen in Zusammenhang mit der Natur“, erklärt Burgi, die nach dem Tod ihres Lebensgefährten auf die Schnelle den Traktorführerschein und eine landwirtschaftliche Ausbildung machte. „Ich hatte keine Ahnung wie viel Arbeit wirklich dahintersteckt. Auch wenn ich vorher schon am Hof gewohnt hatte, aber das war mir nicht bewusst.“ Aufgeben kam für sie aber nicht in Frage, sie wollte das Erbe ihres verstorbenen Lebensgefährten weiterführen.

Halt und Hoffnung

Anfänglich wollte Chris aus Wels nur Urlaub am Bauernhof machen, heute ist er fixer Bestandteil der fünfköpfigen Gruppe, die gemeinsam mit Herz den Hof weiterführt. Christian aus Altenhof, ein FH-Studienkollege von Josef kam wenig später dazu und Wolfgang aus dem Salzkammergut, er wollte ursprünglich als Aushilfe am Hof etwas dazuverdienen. „Ich habe zu ihm gesagt, du kannst gerne kommen, aber zahlen kann ich dir nichts“, erzählt Burgi. Trotzdem sind die drei Männer am Hof geblieben. Unterstützt werden sie zudem von Josefs Bruder Hannes, dem Hofbesitzer und einzigen Hinterbliebenen der Familie. Gemeinsam lernen sie jeden Tag Neues dazu und aus Fehlern, wie die Vier schmunzelnd zugeben. Jeder hat nun seinen Aufgabenbereich. Chris lebte 15 Jahre in Wels, heute kümmert er sich um die Kühe am Hof. „Ich wollte immer schon gerne etwas mit Tieren machen. Die Stadt machte mich nervös und ich finde, dass das einfach toll harmoniert zwischen mir und den Kühen“, erzählt Chris. „Natürlich fallen wir manchmal auf die Nase, aber es gibt immer wieder Sachen, wo wir sagen können, das läuft gut. Das gibt uns Halt und Hoffnung“, erzählt Burgi, die gemeinsam mit ihren drei Mitbewohnern das Ziel verfolgt, einen Biobauernhof im Einklang mit der Natur zu betreiben – mit modernen Geräten, aber ohne landwirtschaftlichem Fabrikcharakter. „Nur wenn man mit der Natur arbeitet, versteht man, was los ist. Viele wissen noch, wie die Landschaft vor 40 Jahren ausgesehen hat. Als die Wiesen noch bunt waren und es viele Sträucher und Tümpel gab. Das sieht man heute fast nicht mehr. Heute sind es einfach Riesenfelder und Monokulturen. Wenn man sich den Unterschied bewusst macht, weiß man, dass da etwas nicht richtig läuft“, meint Christian.

Gründungsfest

Um ihrem Ziel näher zu kommen, gründete das Team drei Vereine. Zum einen die Sebald Hof Akademie, die die Liegenschaften verwaltet und Wert auf die Erhaltung der alten Gebäude des Hofes legt. Das Institut LebensRaum betreibt die 35 Hektar große Landwirtschaft als Mischbetrieb und legt großen Wert auf das Wohl der Tiere. Ein Ziel ist die Erhaltung gefährdeter Nutztierrassen. Die Natur Tier Mensch Akademie organisiert pädagogische Projekte für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Burgi, Christian und Hannes haben die dazu notwendige pädagogisch, fachliche Ausbildung. Ziel ist die Bewusstmachung der Einzigartigkeit der Erde als Basis für eine gesunde Gesellschaft. Ende September lädt das Team zum Vereinsgründungsfest auf ihren Hof ein und will zeigen, wie sich Mensch und Natur wertschätzend begegnen.

WANN & WO

Samstag, 24. September, ab 15 Uhr

Musik von Easy Rider

Sonntag, 25. September, ab 10 Uhr

Musik von Andi Kingfisher Bogi

Biohof Sebald, Gutensham 4, Pramet


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