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PREGARTEN. Zu Beginn legt der Opa vielleicht die Zahnbürste in den Kühlschrank, später weiß er nicht mehr, dass seine Ehefrau vor ihm steht: Wer an Demenz erkrankt, verliert nach und nach sein Erinnerungsvermögen, kann keine Zusammenhänge mehr erfassen. Mit Gedächtnistraining wird in der Demenzservicestelle Pregarten versucht, den Verlust der Fähigkeiten etwas einzubremsen. “Tips“ war anlässlich des Welt-Alzheimertages (21. September) zu Besuch.

  1 / 3   Begriffe von A bis Z finden und diese auch aufschreiben, das ist eine der Übungen beim Gedächtnistraining mit Birgit Pirklbauer. Fotos: Überegger

Es ist Freitag, halb zehn in der Demenzservicestelle Pregarten. Gedächtnistrainerin Birgit Pirklbauer legt eine CD ein, es ertönt ein Volkslied. „Das Lied kennen wir“, sagt Pirklbauer und blickt fragend in die Runde. Frau J. – sie ist an Alzheimer erkrankt – summt zuerst die Melodie mit, beginnt dann leise zu singen: „Am Brunnen vor dem Tore...“ Umgehend kommt ein Lob von der Trainerin: „Genau, am Brunnen vor dem Tore!“ Frau J. freut sich sichtlich, dass sie sich an das Lied erinnern konnte.

Im Training wird auch viel gelacht

„Es ist erwiesen, dass gezieltes und regelmäßiges Gedächtnistraining den Verlust der Fähigkeiten bremsen kann. Es werden Alltagsfertigkeiten trainiert, Merk- und Wortfindungsübungen gemacht, mit Bewegung und Musik gearbeitet“, erklärt Rosa Handlbauer, Leiterin der Demenzservicestelle Pregarten. „Die Übungen werden spezifisch abgestimmt und dem Demenzstadium angepasst. Keiner muss Angst haben, im Training „abgeprüft“ zu werden. Ganz im Gegenteil, es wird vielmehr hervorgehoben, was der Betroffene noch alles kann, es geht auch lustig zu und es gibt immer einen positiven Abschluss“, erklärt Rosa Handlbauer.

Loben und wiederholen

So fragt Trainerin Birgit Pirkl-bauer in die Runde, welcher Monat gerade ist. „Oktober, November?“ sagt Frau J. unsicher. Birgit Pirklbauer sagt darauf nicht etwa: „Nein, es ist September“, sondern: „Ja, schon mal sehr gut, das sind die Nachbarn“, bis Herrn W. (78) der richtige Monat einfällt. Mit kleinen Hinweisen hilft die Trainerin dem Gedächtnis ihrer Schützlinge auf die Sprünge, lobt und wiederholt.

Früherkennung

An die Demenzservicestelle Pregarten wenden sich Angehörige, aber auch an Demenz erkrankte Personen selbst. „Für eine Früherkennung kann in der Demenzservicestelle eine psychologische Abklärung vorgenommen werden, das dauert gut eine Stunde. Danach besprechen wir die nächsten Schritte. Bei Bedarf vermitteln wir den Betroffenen weiter an Mediziner. Ansonsten kann er beruhigt nach Hause gehen“, erklärt Handlbauer.

„Demenz ist nicht heilbar, aber das Leben mit Demenz kann positiv beeinflusst werden. Wir unterstützen dabei als Ansprechpartner zu allen Fragen“, bietet Rosa Handlbauer mit ihrem Team eine ausführliche Beratung der Betroffenen und deren Angehörigen rund um das Thema an.

Hilfe für die Angehörigen

„Einen Demenzkranken zu betreuen, ist eine große Herausforderung. Die Persönlichkeit des Erkrankten ändert sich. Oft leiden die Angehörigen mehr als der Betroffene selbst. Man bekommt mit der Betreuung einen Job, den man sich nicht selbst ausgesucht hat. Und dieser wird immer fordernder, da die demente Person geistig immer weiter abbaut“, ist Handlbauer die Unterstützung der Angehörigen ein großes Anliegen. „Sie können jederzeit zur Beratung und gerne zum monatlichen Treffen kommen. Es ist oft schon hilfreich zu sehen, dass man mit seiner Situation nicht alleine ist, dass auch anderen mal der Geduldsfaden reißt.“

Ziel ihrer Arbeit ist es, die höchstmögliche Lebensqualität für alle Beteiligten zu erreichen.

Nähere Infos: www.alzheimer-hilfe.at oder unter Tel.: 0664/8546695

Informationsabend:

„Alzheimer-Demenz – eine Krankheit verstehen“ am Donnerstag, 28. September 2017

um 18 Uhr im Schulungsraum des Roten Kreues, Tragweiner Str. 29, Pregarten, Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter 0664/8546695


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