Omadienst: Eltern entlasten und Kindern Zeit schenken
PREGARTEN/BEZIRK FREISTADT. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist für viele Eltern ein Spagat, der nicht immer leicht gelingt. Als Ergänzung zu Kinderbetreuungseinrichtungen wie Krabbelstube, Kindergarten und Co. bietet der Katholische Familienverband den Oma-Dienst. Eine ideale Aufgabe für Frauen, die gerne ihre Zeit mit Kindern verbringen.

Anna Mühlbachler ist selbst Mutter und Großmutter. Zum Oma-Dienst ist sie über die Pfarre gekommen. „Ich habe schon früher immer viel mit Kindern gemacht. Ich war auch lange Pfadfinder-Leiterin. Da habe ich mir gedacht, das wär was für mich.“ Inzwischen ist die 68-Jährige bereits seit zehn Jahren als Leihoma im Einsatz und hat schon mehrere Familien betreut. „Für mich war der Gedanke schön, Mamas unterstützen zu können, damit sie sich auch mal eine Auszeit gönnen können“, erzählt die Pregartnerin im Tips-Gespräch.
„Man hält sich selbst auch jung, wenn man mitbekommt, was bei den Kindern gerade wichtig ist.“ Anna Mühlbachler, Leihoma
Die auch sonst sehr aktive Pensionistin ist weniger zu fixen Terminen bei ihren Leihenkeln, sondern mehr auf Zuruf, wie man das auch von echten Omas kennt. Die Familien wissen natürlich schon, wenn sie anrufen und es irgendwie geht, ist Anna Mühlbachler zur Stelle. „Es ist schön, weil man so viel zurückbekommt. Man macht den Familien ein Geschenk, wenn die Eltern mal ohne schlechtes Gewissen etwas alleine machen können. Und selbst hält man sich auch jung, weil man mitbekommt, was im Leben der Kinder gerade wichtig ist. Viele sagen zu mir: „Das würd ich nicht schaffen“, aber man blüht richtig auf durch diese Aufgabe.“ Wichtig sei dabei vor allem das gegenseitige Vertrauen. „Man lässt ja nicht jeden in sein Haus.“
Elf Leihomas im Bezirk
Die Kinder werden immer in ihrer gewohnten Umgebung betreut, die Leihoma kommt direkt ins Haus und wird zu einer festen und verlässlichen Bezugsperson. Derzeit gibt es im Bezirk elf Leih-omas. Aufgrund der steigenden Anfragen würde sich der Oma-Dienst aber über Zuwachs sehr freuen. „Man ist nicht ständig angehängt. Wie oft man im Einsatz sein möchte, wird mit der Familie abgeklärt. Manche Eltern brauchen das nur ab und zu. Andere wiederum brauchen die Unterstützung regelmäßig für ein paar Stunden, weil sie z.B. mit den Kindergarten-Öffnungszeiten nicht auskommen“, erklärt Evi Kapplmüller vom Katholischen Familienverband.
Leihoma werden ist ganz einfach
Die Vermittlung wird über die zentrale Stelle organisiert, dann kommt es zu einem Kennenlernen, damit man auch sieht, ob es für alle Beteiligten passt. Leihomas müssen keine spezielle Ausbildung haben. Sie nehmen an einem neunstündigen Basis-Kurs und einem Erste-Hilfe-Kurs teil. Die Frauen werden durch die Mitgliedschaft beim Katholischen Familienverband während ihrer Tätigkeit auch haftpflicht- und unfallversichert. Bezahlt wird außerdem auch eine Aufwandsentschädigung. Alle weiteren Infos gibt es bei Evi Kapplmüller unter Tel. 0732/7610-3432 oder auf: www.omadienst.info


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden