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PREGARTEN. Johanna Miesenberger aus Pregarten hat einen Leserbrief zur aktuellen Corona-Situation und der Landwirtschaft geschrieben. Sie wünscht sich Solidarität und sagt: „Es ist wichtig aus der Krise zu lernen“. 

Symbolfoto: Ambient Ideas/Shutterstock.com
Symbolfoto: Ambient Ideas/Shutterstock.com

Gelebte SolidaritätKein Mensch hätte sich das vor Wochen träumen lassen. Ein kleines Virus löst eine große, weltweite Pandemie aus, die uns Menschen, trotz Abstand halten, wieder weiter zusammenrücken lässt. Viele sagen, nachher wird nichts mehr so sein, wie es vorher war. Wird es das wirklich? Ich denke, nur wenn wir diese Krise als Chance nützen und vieles daraus lernen und dadurch verändern.

Julia Zotter, Schokoladen-Jungunternehmerin, sagte im Radio: „Es ist nicht unsere Schuld, dass die Welt ist wie sie ist. Es ist nur unsere Schuld, wenn sie so bleibt.“ Dass manches nicht so weiter gehen kann, zeigten die Bauern Ende Februar mit einer österreichweiten Demonstration auf. Steigende Kosten in der Produktion und gleichbleibende Preise über Jahrzehnte bei den Erlösen aus der Produktion.

Milch, Fleisch, Eier werden oft genug über Aktionen im Supermarkt verschleudert und über Generationen geführte Familienbetriebe sind nach und nach gezwungen aufzugeben. Die Solidarität und das Verständnis für diesen Hilferuf aus der Landwirtschaft war groß. Die Corona-Maßnahmen haben unseren Alltag und unser derzeitiges Leben verändert. Menschen, die in unserer Gesellschaft für die Grundversorgung unserer Bedürfnisse arbeiten, erfahren wieder unsere Wertschätzung.

Gerade in dieser Zeit wird in der Gesundheits- und Krankenpflege enormes geleistet. Aber auch die Bauern arbeiten tagtäglich für die Grundversorgung mit Lebensmittel. Die Wertschätzung, die jetzt entsteht, tun der Branche gut und lassen auf ein neues Bewusstsein nach der Krise hoffen. Preisverfall und Absatzprobleme bei Rindfleisch durch die Corona-Maßnahmen treffen viele Landwirte im Bezirk massiv.

Hofläden, Bauernmärkte und Wirte, die Lebensmittel aus der Region am Teller servieren, sichern gemeinsam mit den Bauern die Grundversorgung. Der Genuss heimischer Lebensmittel ist gelebte Solidarität. Und das zu fairen Preisen, nicht nur während der Krise, sondern auch nachher! Einseitige Gewinnmaximierungen bringen ein System zum Kollaps. Die Maximierung der Menschlichkeit in unserer Gesellschaft ist der größte Gewinn.


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