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PUTZLEINSDORF. Zurück ins 19. Jahrhundert entführt das Open-Air-Musiktheater „Die Leinenhändlersaga“, die als Welterstaufführung ab 22. Juli in Putzleinsdorf zu sehen und zu erleben ist. Der ganze Ort mit seinen Vereinen krempelt dafür die Ärmel hoch, viele stehen auch selbst auf der Bühne. Darüber hinaus werden Musikschaffende aus dem ganzen Bezirk einbezogen.
 

Die Proben und Vorbereitungen für die zehn Aufführungen laufen auf Hochtouren. Foto: Hubert Sigl
  1 / 2   Die Proben und Vorbereitungen für die zehn Aufführungen laufen auf Hochtouren. Foto: Hubert Sigl

Die von Johannes Huber niedergeschriebene Handlung kreist um die Zeit, als Norbert Hanrieder und Josef Hofer ihre Ämter als Pfarrvikar bzw. Oberlehrer antraten. Die beiden haben dem Ort in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit, als der Leinenhandel zusammenbrach, zum kulturellen Aufschwung verholfen. Aber auch die Leinenhändlerdynastie Schraml steht im Mittelpunkt der Geschichte. Alle dargestellten Personen der Handlung gab es  tatsächlich in Putzleinsdorf, sie sind alle historisch belegt.

Eine Geschichte von Liebe und Macht

Die Geschichte selbst ist allerdings erfunden: Die Nachricht vom bevorstehenden Wechsel des Pfarrvikars bringt einige Unruhe in den spießbürgerlichen Alltag. Der Schulmeister Anton Wögerbauer will dieses Ereignis zum Anlass nehmen, in den Ruhestand zu treten und seinem voraussichtlichen Nachfolger Josef Hofer endlich die Hand seiner Tochter Hedwig zu geben. Die Inauguration soll seine letzte Amtshandlung sein.

Der reiche Leinenhändler und liberale Bürgermeister Ignaz Schraml wiederum will diese Gelegenheit nützen, den erneut zunehmenden Einfluss der Kirche im öffentlichen Leben zurückzudrängen. Um auf der gesellschaftlichen Bühne präsenter zu sein, organisiert er ein Trabrennen. Der überraschende Sieger, der Bauernsohn Adam, holt sich für die Ehrenrunde ausgerechnet Schramls Tochter Karoline auf den Kutschbock und macht damit sein Verhältnis zu ihr öffentlich. Das geht dem Vater Schraml, der sich um das Liebesleben seiner Tochter bisher wenig gekümmert hat, dann doch zu weit und er eröffnet ihr, dass er sie nach Wien schicken will, damit dort eine passende Partie für sie gefunden wird. Karoline will das nicht akzeptieren, ist aber doch auch verunsichert, was die ehrlichen Absichten von Adam betrifft.

Im Schulhaus war unterdessen Verlobung gefeiert worden, aber schon einen halben Tag später droht das Liebesglück zu zerbrechen. Überhaupt amouröse Unordnung ausgebrochen zu sein. Und als Karoline sich dem in seiner Hoffnung auf Hedwig mutlos gewordenen Hofer zuwendet, scheint die Welt endgültig aus den Fugen zu geraten.

Schließlich kann der  Binder in der Boding beim traditionellen Bründlfest die Ordnung im Reiche Amors wieder herstellen. Das letzte Wort allerdings behält sich das blinde Schicksal vor.

Gemeinsames Werk von Profis und Laien

Getragen wird das Werk, das von Tristan Schulze komponiert wurde, vom Nordwaldkammerorchester. Die Musik zur Geschichte ist eingängig und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen sakraler Musik und Volksmusik.

Mit insgesamt 35 einzelnen Rollen, dazu den Schulkindern, dem Kirchenchor und der Musikkapelle bietet das Stück vielen Mitwirkenden die Möglichkeit, sich auf der Bühne zu bewähren. Unter ihnen auch bekannte Persönlichkeiten, wie Johanna Rachinger oder Clemens Hellsberg. Die Umsetzung und Inszenierung folgt einerseits der langen Tradition der Laienschauspiels, andererseits bringen gut ausgebildete Sänger und Musiker die nötige Professionalität in das Projekt. Insgesamt werden etwa 130 Akteure auf und hinter der Bühne tätig sein. Gespielt wird an Originalschauplätzen - bei der Kirche, auf dem Marktplatz und beim Pranger.

Motiviert bei der Sache

Regie führt Norbert Huber. Thomas Eckerstorfer als musikalischer Leiter, Anna Magdalena Auzinger als Choreographin und Karl Lindorfer als Produktionsleiter ergänzen das Leading Team. Dahinter steht aber ein ganzer Stab an Mitarbeitern, die für Bühnenbau, Technik, die notwendige Infrastruktur bis hin zur Bewirtung sorgen und viel Herzblut in dieses Großereignis stecken.

Karten gewinnen

Etwa 5000 Besucher soll das sommerliche Musiktheater nach Putzleinsdorf locken. Vorverkaufskarten gibt es bei allen Raiffeisenbanken und unter www.leinenhändlersaga.at. Tips verlost unter dem Button Voten & Gewinnen 2x2 Tickets für die Vorstellung am Donnerstag, 27. Juli.


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