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Leinenhändlersaga nimmt auch auf der Bühne Formen an: Nur mehr gut zwei Wochen bis zur Welturaufführung

Martina Gahleitner, 04.07.2017 16:52

PUTZLEINSDORF. Seit Wochen, ja Monaten gibt es für Norbert Huber kaum mehr was anderes als die Leinenhändlersaga. Bei ihm als Regisseur und künstlerischen Leiter laufen die Fäden für die Welturaufführung zusammen, die in gut zwei Wochen stattfindet. Nach fast dreijähriger Schaffenszeit soll nun die Leinenhändlersaga das Bühnenlicht erblicken.

  1 / 4   Regisseur Norbert Huber mit Nicole Atzgerstorfer (Regieassistenz), Johanna Falkinger (Hedwig), Eva Marschall (Karoline), Hans Falkinger (Oberlehrer Wögerbauer) und Julian Rammerstorfer (Unterlehrer Josef Hofer). Foto: Lindorfer

Das 64 Seiten starke Regiebuch liegt vor Norbert Huber auf dem Tisch, ebenso wie dicke Ordner mit der Personendarstellung und Szenenübersicht, dem Klavierauszug und den Partituren für das Orchester. Gerade bespricht er noch kleine Änderungen mit dem Leiter des NordwaldKammerorchesters Thomas Eckerstorfer, bevor tags darauf die nächste Probe ansteht. „Die Neuheit des Stücks ist eine irrsinnige Herausforderung“, berichtet Huber, „es schaut fertig aus, aber es sind doch Anpassungen für Sänger und Orchester notwendig. Damit umzugehen, sind wir eigentlich nicht gewohnt. Denn in der ernsten Musik herrscht absoluter Respekt vor dem Urtext.“ Die Leinenhändlersaga steht deshalb auch zwischen Oper und Musical, wo traditionell Rohmaterial vom Komponisten und Textdichter geliefert wird.

Fakten und Fiktion

Das Musiktheater, das von Johannes Huber getextet und Tristan Schulze komponiert wurde, versetzt die Zuseher zurück in das Putzleinsdorf des Jahres 1874. Rund um Figuren, die tatsächlich gelebt haben und historische Ereignisse in der Webergemeinde, wurde eine Geschichte um Liebe, Macht, Verrat gesponnen.

Die Musik zur Leinenhändlersaga geht ins Ohr und wird den Opernfreund und Musicalfan gleichermaßen erfreuen; der Heimatkundler kann mit geschichtlichen Hintergründen und interessanten Einblicken in das gesellschaftliche Leben im 19. Jahrhundert rechnen; und auch jene werden bedient, die sich über eine Liebesgeschichte freuen.

Das Publikum soll sich berühren lassen

„Ich hoffe, das jeder Besucher etwas für sich rausholen kann. Und dass sich die Menschen berühren lassen, von der Geschichte, die aus dem Leben gegriffen ist und die auch in unserer Zeit spielen könnte“, wünscht sich Norbert Huber. Das Stück sei tiefgreifend und werde auf jeden Fall sehr abwechslungsreich: „Es gibt intime, feine Szenen und große Massenszenen, in denen es rund geht.“ Die vier Bühnenflächen, die bereits auf dem Vitum-Platz aufgebaut wurden, helfen dem Regisseur bei der Inszenierung: Dadurch sind schnelle Szenenwechsel möglich. Eine zweite Bühne wird auf dem Marktplatz, direkt vor der Haustür von Huber aufgebaut.

Motiviert bis zum Schluss

Fakten und Fiktion mischen sich bei der Leinenhändlersaga ebenso wie Laien- und Profidarsteller. Insgesamt sind über 30 Rollen namentlich benannt. Dazu kommen die Schulkinder, ein rund 40-köpfiger Chor und das NordwaldKammerorchester, die allesamt mitten in den aufwändigen Probenarbeiten stecken - deren Begeisterung und Motivation aber mit jedem Tag zunimmt.

Begleitprogramm nutzen

Wer sich übrigens in das Leben von damals hineinlesen will, dem empfiehlt Norbert Huber das Buch „Hanrieders Rachel“, das am Gemeindeamt Putzleinsdorf erhältlich ist. Auch ein geführter Spaziergang zu den historischen Plätzen und Häusern des Stücks lohnt sich. Diese finden an den Vorstellungstagen, jeweils um 16.30 Uhr statt. Zudem gibt es im Vitum und am Gemeindeamt Ausstellungen zum Thema. „Es zahlt sich also aus, nach Putzleinsdorf zu kommen“, lädt Norbert Huber ein.

 

Rechtzeitig Karten sichern

Premiere der Leinenhändlersaga ist am 22. Juli, 20 Uhr. Neun weitere Aufführungen finden bis 5. August am Vitum-Platz in Putzleinsdorf statt. Produktionsleiter Karl Lindorfer rät, sich rasch Karten zu sichern, denn der Vorverkauf läuft sehr gut. „Sinnvoll ist es, möglichst frühe Vorstellungen zu buchen, denn bei wetterbedingter Absage stehen dann mehr Terminmöglichkeiten zur Verfügung“, schlägt Lindorfer vor. Dank der ansteigenden Publikumstribüne gibt es von jedem Platz eine gute Sicht, die Plätze sind also annähernd gleichwertig.

Vorverkaufskarten gibt es bei allen Raiffeisenbanken, Ö-Ticket und unter www.leinenhändlersaga.at.


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