Studie macht es amtlich: Zukunft der Region liegt im Weinbau
BEZIRK ROHRBACH. Gute Nachrichten für die etwa acht Hobbywinzer in der Region: Dank des Klimawandels blüht dem Donautal und dem Mühlviertel eine Renaissance des Weinbaus, heißt es in einer Studie der Universität für Bodenkultur Wien.

Aller Anfang ist schwer: Als Gottfried Kriegner und Christian Dikany vor rund zehn Jahren die ersten Weinstöcke setzten und ihren Traum vom Wein „made in Putzleinsdorf“ ernsthaft in die Realität umsetzten, wurden sie noch von allen Seiten belächelt. „Jetzt sind wir in der Gemeinde anerkannt und haben viele Stammkundschaften“, freuen sich die beiden Winzer-Pioniere aus dem Bezirk. Die ersten, die sich in der Region auf das Abenteuer Weinbau eingelassen haben, sind Markus und Michael Rechberger, die bereits 2005 ihr Unternehmen „Pomodoro & Vino“ gründeten und einen 7000 Quadratmeter großen Weingarten kurz vor der Ortseinfahrt von Helfenberg bewirtschaften – Südhang versteht sich. Den vielleicht am höchsten gelegenen Weingarten hat Fritz Löffler aus Kollerschlag, der seinen „StratBergWein“ auf 750 Meter Seehöhe angebaut hat. Dazu kommen noch viele kleinere Winzer oder Weingartenbesitzer wie Johann Leitenbauer aus Niederkappel. Er hat in der Ortschaft Oberbumberg seine Weinstöcke gepflanzt.
Neue Weinbaugebiete
Dass die Weinbau-Pioniere der Region mit ihren Bemühungen richtig lagen, bestätigt nun eine wissenschaftliche Arbeit der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU): Sie besagt, dass sich die Weinbaugebiete in Österreich ausdehnen werden. Dank des Klimawandels werden bis zum Jahr 2100 das gesamte Donautal und sogar das Mühlviertel wieder zu einer Weinregion. Dass in unseren Breitengraden schon einmal Wein angebaut wurde, bestätigen alte Straßen- und Ortsnamen wie „Weinberg“, „Rebenleiten“ und Ähnliches, wissen Dikany und Kriegner. Die kleine Eiszeit vom 15. bis zum 19. Jahrhundert beendete aber diese Ära. In Putzleinsdorf herrscht Aufbruchstimmung. „Wir träumen davon, dass Putzleinsdorf als Weinbaugemeinde bekannt wird“, sagt Kriegner, der diesbezüglich schon viele Projekte im Kopf hat. Ein großes Weinbaugebiet würde sich neben seinem Weingarten mit derzeit 1200 Rebstöcken anbieten. Freund und Winzerkollege Dikany will schon im kommenden Jahr expandieren.
Gute Ernte wird erwartet
Die Arbeit im Weingarten ist zeit-intensiv und anstrengend. „Trotzdem überwiegen die angenehmen Seiten“, sind sich beide einig. Sie glauben, dass dieses Jahr eine gute Ernte bringt. Das hohe Niveau der Weine wird von einem Labor in Langenlois bestätigt.
Regionale Tropfen
Bier- und Weinspezialitäten aus der Region verkosten kann man im Freibad Kollerschlag am Freitag, 9. September, ab 17 Uhr, wenn der ÖAAB heimische Schmankerl vor den Vorhang holt. Eintritt: frei


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden