Mehrere Gründe für die Schließung der Bäckerei-Konditorei Stockinger in Pyhra
PYHRA. Die Bäckerei-Konditorei Stockinger hat krankheitsbedingt seit Ende Juni geschlossen. Nebenbei gibt es aber auch noch andere Gründe für die Schließung.

„Wir hätten sowieso zugemacht“, verrät Brigitte Stockinger. Die Bäckerei litt nämlich seit 2007 unter einem immensen Umsatzverlust. Einer der vielen Gründe dafür sei die Konkurrenz durch den Hager-Verkaufsstand gewesen, der seit 2009 die Volks- und Hauptschule beliefert. Auch das 2007 in Kraft getretene Halteverbot in der Durchzugsstraße sei mitverantwortlich. Zwar habe man eine Anfrage auf eine Ausnahmeregelung an Altbürgermeister Werner Schmitzer (ÖVP) gerichtet, diese sei aber nur auf taube Ohren gestoßen. Erst als man sich an die Wirtschaftskammer wandte, durften die Lieferanten wieder bei der Bäckerei parken. Verpachten werde man die Bäckerei aufgrund der angrenzenden Privaträumlichkeiten auf keinen Fall, versichert Stockinger. Eventuell wird Tochter Elisabeth, eine gelernte Konditorin, am Standort ein neues Gewerbe in geänderter Form anmelden. Das hänge aber mit den Konsequenzen der Schließung zusammen.
Modernes Caféhaus geplant
Aufgrund der Schließung versorgt nun die Bäckerei Hager mit einem mobilen Verkaufsstand die Gemeindebürger. Der Verkaufsstand ist werktags von 6.20 bis 7.30 Uhr und von 9.15 bis 9.40 Uhr auf dem ehemaligen Freibadareal vertreten und wird bisher gut angenommen. Genau dort soll bis Ende des Jahres ein modernes Caféhaus errichtet werden. Vonseiten der Gemeinde werden in den nächsten Monaten konkrete Pläne entwickelt. Gespräche mit interessierten Pächtern habe es laut Bürgermeister Günter Schaubach (ÖVP) bereits gegeben. Ob Elisabeth Stockinger das Caféhaus pachtet, hängt laut ihrer Mutter von den Rahmenbedingungen der Gemeinde ab. Am Erfolg eines Caféhauses im Ortskern zweifelt sie aber. „Wir hatten auch zwanzig Sitzplätze, aber ich bin außer am Schulanfang, am Schulschluss und jeden dritten Sonntag alleine da gesessen. Ich weiß nicht, ob das Caféhaus besser geht“, sagt sie. „Möglicherweise wäre eine Verbesserung des Konzepts der Familie Stockinger sinnvoll gewesen“, spielt Bürgermeister Schaubach den Ball zurück.


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