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RAINBACH/INNKREIS. Weltklasse-Handbiker Walter Ablinger hat es geschafft. Gemeinsam mit seinem querschnittgelähmten Mitstreiter Thomas Frühwirth aus Edlsbach bei Feldbach, beide zählen zu den weltbesten Fahrern im Paracycling, überquerten sie nur mit der Kraft ihrer Arme mit ihrem Handbike in zehn Tagen elf der schönsten Alpenpässe. Insgesamt absolvierte der Topathlet 15.330 Höhenmeter. Die unterschiedlichen Anstieg und wechselnde Wetterbedingungen von sommerlichen Hochdruckwetter bis zu heftigen Regenschauern verlangte den Fahrern alles ab.

Walter Ablinger hat seine King of the Mountain Tour geschafft. Foto: Ablinger
  1 / 5   Walter Ablinger hat seine King of the Mountain Tour geschafft. Foto: Ablinger

Die gesamte Tour über 492 Kilometer startete mit dem Anstieg auf den Colle del Morti in Italien, Highlights waren am dritten Tag die Etappe nach L“Alpe d“Huez und den Col du Galibier, der kurz darauf von den Startern der Tour de France überquert wurde. Aber auch das vom Giro d“Italia bekannte und berüchtigte Stilfser Joch überquerten die Handbiker mit ihren Rennmaschinen. „Ich wollte mit dem Handbike einmal etwas Besonderes ausprobieren und mit meinen Kollegen zeigen, wozu Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung fähig sind“, betont Walter Ablinger. King of the Mountain führte die zwei Topsportler und Medaillengewinner bei Paralymics und Weltmeisterschaften über die schwersten und schönsten Alpenpässe in Italien, Frankreich, Schweiz, Südtirol und Österreich. Die höchste Passstrasse der Tour wurde am achten Tag befahren, das unter Bikern berüchtigte Stilfser Joch (2757 Meter Seehöhe), wo sich erst kürzlich die Teilnehmer des Giro d´Italia hinaufquälten.

Mit einem 17,5 Kilogramm schweren Handbike auf den Spuren von Giro und Tour de France

Sehr rasch verabschiedeten sich die zwei Motivationskünstler von der Idee, die Berge nicht nur einmal hinauf, sondern von beiden Seiten (also hinauf, hinunter und von der zweiten Seite wieder hinauf) zu befahren. Durch die Steilheit der Anstiege, die Walter Ablinger mit einem 17,5 Kilogramm schweren zehn Jahre alten Alu-Bike absolviert hat, entschied sich der Rainbacher, die Alpenpässe einfach einmal hinauf zu fahren. Bei den Abfahrten erreichte Ablinger eine Spitzengeschwindigkeit von 85,4 km/h. Nach 40 Stunden und 42 Minuten war es geschafft, den Abschluss und Zieleinlauf bildete mit dem Großglockner der höchste Berg Österreichs. „Es war ein unglaubliches Erlebnis mit zahlreichen Highlights“, so ein begeisterter Walter Ablinger.

Am Ende der Tour am Limit

Die letzten drei Pässe waren richtig hart, obwohl Walter Ablinger „dosiert“ hineingefahren ist, um nicht zu überpacen. Die ständige Höhe über 2000 bis 2700 Meter und die steilen Rampen von bis zu 28 Prozent am Stilfser Joch, Timmelsjoch und Glockner haben am Ende der Tour körperlich alles abverlangt. Zusätzlich war das Wetter grenzwertig. Am Morgen ging es noch, aber Richtung Mittag wurde es sehr unangenehm, nass und kalt. Die Abfahrt vom Fuscher Törl zum Hochtor und zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe haben zum Ende der Tour alles abverlangt. Aber Walter Ablinger zieht ein positives Resumée: „Die Mühen haben sich wirklich gelohnt. Unser europäisches Hochgebirge in den Alpen ist genial, wunderbar, kraftvoll und sanft zu gleich. Ich habe die Zeit genossen und die Eindrücke kann mir niemand mehr nehmen. Besonders wichtig war die Unterstützung durch unsere Betreuer und Begleiter sowie der Empfang durch die Familie und Fans beim Zieleinlauf am Glockner“, so Walter Ablinger.


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