Gut gewickelt: Mit Stoffwindeln den Babypopo und die Umwelt schonen
RAINBACH/OÖ. Rund 5000 Wegwerfwindeln braucht ein Baby im Lauf seiner Windelzeit. Das ist mehr als eine Tonne Nassmüll pro Wickelkind. Wer Umwelt, Geldbörse und Babypopo schonen will, kommt an Stoffwindeln nicht vorbei.

„Die modernen Stoffwindeln haben nichts mehr mit umständlich gefalteten Mullwindeln und steifen Überhosen aus Plastik zu tun“, sagt Regina Wiesinger aus Rainbach, angehende Stoffwindelberaterin.
„Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Stoffwindelsystemen aus unterschiedlichen Materialien in vielen verschiedenen Größen und Mustern. Das Wickeln mit Stoffwindeln kann genauso einfach sein, wie mit Wegwerfwindeln.“
Viel Geld sparen
Auch finanziell zahlt sich der Um- oder Einstieg auf Stoffwindeln aus. Pro Wickelkind – die Windelzeit wird mit 2,5 Jahren gerechnet – kommt man auf rund 1500 Euro oder mehr, je nach Marke. Eine Grundausstattung an Stoffis, wie die Stoffwindeln in „Insiderkreisen“ genannt werden, bekommt man ab 250 Euro.
Diese Stoffwindeln sind aber bei guter Pflege für mehrere Kinder nutzbar, sogar über Generationen. „Ich selbst verwende bei meiner Tochter zum Teil 20 Jahre alte Stoffwindeln, mit denen schon meine jüngere Schwester gewickelt wurde! Der Zustand und die Saugfähigkeit sind noch einwandfrei“, erzählt Wiesinger.
Viele Gemeinden in Oberösterreich stellen einen Windelgutschein aus, mit dem der Kauf von Stoffis mit bis zu 100 Euro unterstützt wird.
Nach dem Waschen wiederverwenden
Sind die Stoffwindeln einmal verschmutzt, kann man sie ganz einfach in der Waschmaschine waschen, auf der Wäscheleine trocknen und wiederverwenden.
„Viele Eltern stellen sich zusätzliche Wäscheberge und einen größeren Arbeitsaufwand vor und lassen sich davon abschrecken. Aber auch das muss nicht sein. Wenn zum Beispiel das „2 in 1-System“ – Einlagen in Überhosen – verwendet wird, werden nur die Einlagen gewaschen, die Überhosen müssen oft nur ausgelüftet werden, so bleibt der Wäscheberg überschaubar“, erklärt Wiesinger, Mutter einer einjährigen Tochter.
„Mit den Windeln kann jede normale 60°C-Wäsche gewaschen werden. Der gröbste Schmutz wird durch Einweg-Vlieseinlagen abgefangen. Diese können im Restmüll entsorgt werden.“
Beratung hilft
Weitere Vorteile von Stoffwindeln sind das breitere Wickeln, was Kinderärzte für eine gute Hüftentwicklung empfehlen, das gesunde Hautklima und keine Chemie am Babypopo. Außerdem fördern Stoffwindeln das Nass-/Trockenempfinden und Stoffi-Kinder werden oft früher rein.
„Mittlerweile ist der Markt an Stoffwindeln schon sehr groß. Hier kommen die Stoffwindelberaterinnen ins Spiel. Um teure Fehlkäufe zu vermeiden und das geeignetste Windelsystem für die Familie zu finden, ist es sinnvoll, sich bei einer Beratung über alle Facetten von Stoffwindeln zu informieren. Leider hört man immer wieder Vorurteile, die man aber in einem persönlichen Gespräch schnell widerlegen kann“, sagt Wiesinger, die die Ausbildung zur Stoffwindelberaterin über den Verein Wiwa macht. „Ein Umstieg lohnt sich auf alle Fälle!“


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