20 Jahre Nationalpark Kalkalpen: Erfolg für Naturschutz als Chance
REICHRAMING. Als „Schule des Staunens“ bezeichnete der ehemalige Landeshauptmann Josef Pühringer das größte Waldschutzgebiet Österreichs beim 20-Jahr-Jubiläumsfest im NP-Besucherzentrum Ennstal. Mit dem Eintrag in die Liste der UNESCO erlebt der Nationalpark Kalkalpen und das Bemühen rund um Waldforschung und Naturschutz einen Aufschwung.

Das Naturschutzgebiet, das im Widerstand gegen ein Kraftwerk seinen Anfang nahm, feierte am Wochenende mit prominenten Festgästen und vielfältigem Programm den zweiten runden Geburtstag. Nationalpark-Direktor Erich Mayrhofer begrüßte dazu unter anderem Umweltminister Andrä Rupprechter, Landeshauptmann Thomas Stelzer, Naturschutzreferent und LH-Stellvertreter Manfred Haimbuchner und Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer.
Proteste und Geburtsstunde
„Auch eine arrangierte Ehe kann gut funktionieren“, sagte Georg Schöppl von den Bundesforsten anlässlich des Jubiläums. Proteste gegen Kraftwerkspläne setzten die Bewegung um die Gründung des Nationalparks in den Achtzigerjahren in Gang, Proteste innerhalb der Region – etwa aus der Bauernschaft – begleiteten seine Entstehung.
1997 war es dann aber schließlich doch soweit, die Unterschriften des damaligen Umweltministers Martin Bartenstein und des Landeshauptmannes Josef Pühringer besiegelten die Geburtsstunde des 16.500 Hektar großen Nationalpark Kalkalpen.
Starke Besucherzahlen
In zwanzig Jahren hat sich das Schutzgebiet mit einem anerkannten Zentrum für Waldforschung und Umweltbildung zu einem Besuchermagneten entwickelt. Sechs Millionen kamen bisher und trugen maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei. Für den erleichterten Zugang wurden Angebote schrittweise ausgebaut.
Nach zweimaliger Erweiterung umfasst das Gebiet heute 20.850 Hektar.
„Ein Wahrzeichen Oberösterreichs“
Der alte Buchenwald des Nationalpark Kalkalpen hat nun von der UNESCO die höchste Auszeichnung für Natur- und Kulturgüter erhalten und steht ab sofort auf der Liste der Weltnaturerbe. „Er darf im selben Atemzug wie etwa der Yellowstone-Nationalpark genannt werden“, freut sich Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP), der den Nationalpark als ein Wahrzeichen Oberösterreichs bezeichnet und überzeugt ist, dass dieser künftig noch stärker als Garant für intakte Naturlandschaft wahrgenommen wird. „Es ist die Aufgabe der Politik, dafür zu sorgen, dass der Nationalpark auch künftig die Akzeptanz der regionalen Bevölkerung genießt“, betont LH-Stellvertreter und Naturschutzreferent Manfred Haimbuchner (FP).
Chance wahrnehmen
Für den Verein Freunde der Nationalparkregion ist die Auszeichnung vor allem eine Chance: „Das bedeutet umso mehr, dass wir den neuen Schub und die sich öffnenden Möglichkeiten sanft, nachhaltig und intelligent nutzen, um den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gewachsen zu sein“, sagt Obfrau Martha Rieß.
Tips hat die Bilder zum Jubiläumsfest!


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