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RIED. Das Herbstprogramm des KiK beginnt mit einem Knaller: Am Montag, 10. September, ist Kabarett-Shooting-Star Lisa Eckhart in Ried zu Gast.

Lisa Eckhart gastiert am Montag, 10. September, im KiK. (Foto: Franziska Schroedinger)
  1 / 3   Lisa Eckhart gastiert am Montag, 10. September, im KiK. (Foto: Franziska Schroedinger)

Die in Graz nach eigenen Worten „als legasthenisches Wolfskind“ aufgewachsene ehemalige Poetry-Slammerin mit Wohnsitzen in Berlin und Wien ist karrieretechnisch gerade auf der Überholspur und eigentlich schon zu groß für eine kleine Bühne wie das KiK.

Kabarettpreise

Seit Eckhart 2016 mit ihrem Programm „Als ob Sie Besseres zu tun hätten“ in der Kabarettszene auftauchte, hat sie alle wichtigen Kabarettpreise erhalten (Österreichischer Kabarettpreis 2016, Prix Pantheon 2017, Deutscher Kabarettpreis 2017, Deutscher Kleinkunstpreis 2018). Kaum eine Kabarettsendung, die derzeit ohne Lisa Eckhart auskommt.

Dass die Szene männerdominiert ist, will sie nicht für sich ausnutzen: „Zeigen Sie mir einen Mann in der Kabarettszene, mit dem ich mich nicht runterschliefe.“

Zeitlose Inhalte

Bei aktuellen und (innen-)politischen Themen hält sie sich zurück. „Ich finde es so uneitel, über aktuelle Geschichten zu berichten, weil das doch in zwanzig Jahren ohne Untertitel niemand mehr verstehen wird. Es gibt Problematiken, die eher zeitlos sind. Die versuche ich zu finden, um nicht irgendwann einen obsoleten Text zu haben“, sagt sie dazu.

Schön boshaft

Lisa Eckhart ist die Schöne und das Biest in einem. Sie zelebriert ihre Auftritte glamourös in extravaganten Outfits, so dass die Zuschauer oft eine Zeitlang brauchen, um ihre charismatische und optisch höchst erfreuliche Erscheinung mit den gestenreich in einer Art gelangweiltem, bewusst gekünsteltem Schönbrunner Deutsch vorgetragenen Texten in Einklang zu bringen.

Die sind nämlich nicht einfach schwarzer Humor, sondern intelligente, tiefschwarze, bösartig funkelnde Pretiosen, die unvorbereiteten Zuhörern gern einmal den Atem rauben. Manchmal auch den vorbereiteten.

Die Vorteile des Lasters

In ihrem neuen Programm „Die Vorteile des Lasters“ beschäftigt Lisa Eckhart sich vor allem mit Lust und Laster in der Zeit nach Gott – mit leichtem Bedauern, denn: „Es war nicht alles schlecht unter Gott. Gut war zum Beispiel, dass alles schlecht war. Denn alles, was man tat, war Sünde“.

Als Gott dann „ganz unerwartet an chronischer Langeweile“ starb, war, so Lisa Eckhart, „fortan kein Mensch mehr schlecht, jedes Laster straffrei und die Hölle wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. So fand der Spaß ein jähes Ende“.

Nicht der Mittelmäßigkeit verfallen

Um in dieser neuen Situation nicht der maßlosen Mittelmäßigkeit zu verfallen, gelte es, die Sünde neu erfinden. Lisa Eckhart singt geradezu ein Loblied auf das Laster: „Das kann man weitaus kreativer ausleben als die Tugend, die ja nicht sehr viel Intelligenz benötigt.“

Nebenbei stellt sie wichtige Fragen wie „Wie widersetzt man sich der Spaßgesellschaft, ohne den eigenen Spaß einzubüßen?“, „Wie empört man seine Umwelt, ohne als Künstler verleumdet zu werden?“ oder „Wie verweigert man sich dem Konsumerismus, ohne auf irgendetwas zu verzichten?“ Ob ihre Antworten mainstreamtauglich sind, ist eine andere Frage.

  • Montag, 10. September, 20 Uhr
  • Ried, KiK
  • Die Veranstaltung ist (leider) schon ausverkauft.

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