RIED IM INNKREIS. Die Riederin Charlotte Taitl wohnte bis zu ihrer Verhaftung im Haus Roßmarkt Nr. 29, damals Lederhandlung Taitl. Sie wurde denunziert und am 16. Oktober 1944 auf Grund ihrer jüdischen Herkunft in Auschwitz ermordet.

Das Gebäude, in dem jetzt die Stadtbücherei untergebracht ist, soll nun offiziell mit „Charlotte-Taitl-Haus“ benannt werden. In diesem Haus soll ein Lern- und Gedenkort für die Opfer von Nationalsozialismus und Faschismus entstehen. Die Feier findet am Donnerstag, 7. Mai, um 19.30 Uhr vor der Stadtbücherei statt. Dabei wird die Lebensgeschichte von Charlotte Taitl vorgetragen und das Projekt „Lern- und Gedenkort“ vorgestellt. Charlotte „Lotti“ Taitl, geborene Pick (1896–1944), wurde in Auschwitz ermordet, weil sie Jüdin – aber evangelisch getaufte Christin – war und weil nationalsozialistische Konkurrenzbetriebe den „Wettbewerber“ liquidiert haben wollten. Als Gattin eines Ariers war sie eine Zeitlang „halb“ geschützt, vor allem, weil ihr Mann auch evangelisch war und beste Beziehung zu überzeugten Nationalsozialisten hatte. Nachdem sie sich lange Zeit in ihrer Wohnung versteckt hatte, wurde sie denunziert, als sie an einer Feier teilnahm, bei der sie sich sicher fühlte. Ihr wurde „freundschaftlicher Verkehr mit Deutschblütigen“ vorgeworfen.


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