Hilfe für das Säuglingsheim in Temesvar ist noch immer bitter nötig
RIED. Auch in diesem Jahr engagiert sich Anneliese Hois für die Kinder in Temesvar, wie schon seit über 25 Jahren. Die Obfrau des Vereins „Ried im Innkreis hilft Rumänien“ war heuer bereits zwei Mal in Rumänien und die dritte Fahrt ist vom 26. bis 29. November geplant.

„Sehen – hören – helfen“ lautet das Motto des 1990 gegründeten Vereins. Hilfe ist auch nach einem Vierteljahrhundert bitter nötig.
Das vom Verein unterstützte Säuglingsheim in Temesvar ist mittlerweile saniert. Aus Spendengeldern konnte auch der dringend benötigte Sonnenschutz finanziert werden, der den kleinen Bewohnern den heißen Sommer etwas erträglicher machte – die Kinder befinden sich tagaus, tagein in den Zimmern beziehungsweise Betten. Frischluft gibt es nur durch gelegentliches Lüften, Bronchitis ist ein Dauerthema.
Der rumänische Staat sah sich schon bisher nicht in der Lage, sich um die Grundversorgung zu kümmern. In Rumänien leben viele Roma und Sinti, fast alle in extremer Armut. Dazu kommt jetzt die Flüchtlingswelle. Folglich stellt der Staat noch weniger Mittel für Soziales zur Verfügung. Das führt dazu, dass dem Säuglingsheim immer mehr Kinder zur Pflege überlassen werden, weil sich die Eltern eine andere medizinische Versorgung nicht mehr leisten können.
„Beim letzten Besuch im Juli erfuhren wir von der Heimleiterin, dass drei Kinder im Alter zwischen ein und drei Jahren in der Nacht auf einem Feld ausgesetzt und nicht mehr abgeholt wurden“, zeigt sich Hois erschüttert.Auch den für das Säuglingsheim zuständigen Ärzten, den Praxen und Krankenhäusern fehlt es nahezu an allem. So wartet im Säuglingsheim bereits seit Monaten ein etwa dreijähriger Bub mit fehlender Speiseröhre, der mittels einer Sonde ernährt werden muss, auf die rettende Operation.
Mehr denn je sieht sich der Rieder Verein in der Pflicht, helfend einzugreifen, wo der Staat versagt. Bei dem letzten Hilfstransport dieses Jahres werden hochwertiges Milchpulver, Trinkflaschen, Naturheilmittel und diverse Pflegeartikel mitgebracht. Obst und Gemüse, Grundnahrungsmittel sowie Kleinkinder- und Heilnahrung werden vor Ort eingekauft. Ebenso werden dringend benötigte Medikamente finanziert.
„Dank der Spendenbereitschaft konnte in den zurückliegenden 25 Jahren viel bewirkt werden“, sagt Obfrau Hois, „für die Fortführung unseres humanitären Projekts sind wir allerdings weiterhin auf die Großzügigkeit und Großherzigkeit der Spender angewiesen.“ Heuer sind die Spenden sogar noch wichtiger als sonst, weil der Rieder Weihnachtsmarkt, auf dem der Verein jedes Jahr vertreten war, nicht zustande kam und der Verein davon zu spät informiert wurde.
Spendenkonto
IBAN: AT 50 2033 3000 0002 1337
BIC: SPRHAT21XXX


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