Franzobel: Der Preis des Überlebens
RIED. Franzobel, geboren 1967 in Vöcklabruck, ist einer der populärsten und polarisierendsten österreichischen Schriftsteller. Er stellt sein neues Buch „Das Floß der Medusa“ am 25. April im KiK vor.

Was bedeutet Moral, was Zivilisation, wenn es um nichts anderes geht als ums bloße Überleben? 18. Juli 1816: Vor der Westküste von Afrika entdeckt der Kapitän der Argus ein etwa zwanzig Meter langes Floß. Was er darauf sieht, lässt ihm das Blut in den Adern gefrieren: hohle Augen, ausgedörrte Lippen, Haare – starr vor Salz, verbrannte Haut voller Wunden und Blasen.
Die ausgemergelten, nackten Gestalten sind die letzten 15 von ursprünglich 147 Menschen, die nach dem Untergang der Fregatte Medusa zwei Wochen auf offener See überlebt haben. Da es in den Rettungsbooten zu wenige Plätze gab, wurden sie einfach ausgesetzt.
Diese historisch belegte Geschichte bildet die Folie für Franzobels neuen Roman „Das Floß der Medusa“, der in den Kern des Menschlichen zielt. Wie hoch ist der Preis des Überlebens?
Für Rezensent Tilman Krause ist dieser Roman das „Gipfelwerk“ des österreichischen Autors Franzobel. Er habe selten einen so temporeichen und raffinierten Historienroman gelesen. Die Courage müsse man erstmal haben, sich dem Untergang der Medusa, einem „Topos der europäischen Unheilserfahrung“, derart unbefangen und mit solch „schöpferischer Wucht“ zu nähern.
Lesung
- Dienstag, 25. April, 20 Uhr
- Ried, KiK
- Eintritt: zehn Euro
- Vvk.: Raiffeisenbank Region Ried, Thalia Buchhandlung, kik-ried.com


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