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RIED. Seit etwa einem Monat ist im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern der neue Intensivverbund in Betrieb. Nach den ersten Erfahrungen sind die Ärzte begeistert.

  1 / 3   Das Leitungsteam des Intensivverbundes (v. l.): Prim. Thomas Winter, Bereichsleitung Margit Gattringer, Prim. Andreas Kampfl und Prim. Peter Hohenauer (Foto: Krankenhaus Barmherzige Schwestern Ried/Schrattenecker-Fischer)

In dem Intensivverbund hat das Krankenhaus drei Intensivstationen – die der Anästhesie, der Internen und die Stroke Unit (Abteilung für Schlaganfälle) – räumlich und organisatorisch zusammengeführt.

Eine neue Ära

Geschäftsführer Oliver Rendel: „Damit läuten wir eine neue Ära bei der Versorgung lebensbedrohlich erkrankter Patienten ein.“ Ihnen steht jetzt die Expertise von allen drei Fachbereichen sofort zur Verfügung – das kann lebensrettend sein, da viele Intensivpatienten mehrere Krankheiten haben. Ein Schlaganfallpatient, der gleichzeitig an einer Herzschwäche leidet und beatmet werden muss, braucht das Fachwissen aller drei Einheiten.

Novum in der österreichischen Spitalslandschaft

Primar Andreas Kampfl, Leiter der Stroke Unit, erläutert: „Unser Intensivverbund ist ein Novum in der österreichischen Spitalslandschaft. Die einzigartige enge Zusammenarbeit von drei Abteilungen mit gemeinsamen Visiten und Besprechungen bringt eine große Verbesserung bei den Qualitätskriterien Sterblichkeit, Verweildauer und Folgeerkrankungen. Außerdem steigt die Ausbildungsqualität der Mitarbeiter und nicht zuletzt die Attraktivität des Arbeitgebers.“

Intensive Planung

Nach der Genehmigung der Pläne durch das Land Ende 2017 begann man im Krankenhaus sofort mit der Feinplanung. In den intensiven Gesprächen war das Qualitätsmanagement von Beginn an dabei. Mitte Juli 2018 wurde mit den sichtbaren Bauarbeiten begonnen, Mitte August 2019 war der Intensivverbund mit 20 Betten fertiggestellt – je sieben für Anästhesie und Innere, sechs für die Stroke Unit.

Umsetzung geglückt

Primar Thomas Winter, Leiter der Internen: „Die drei Intensivstationen waren räumlich getrennt, zum Teil in verschiedenen Stockwerken, und wir hatten zu wenig Platz. Die Begeisterung über das Projekt ist in der Planungsphase exponentiell gestiegen. Der Intensivverbund ist jetzt einige Wochen in Betrieb und wir haben schon viel Freude damit.“

Die Erfahrungen mit dem Intensivverbund sollen auch publiziert werden, damit auch andere Krankenhäuser und deren Patienten davon profitieren können.

„Wir sehen, dass es funktioniert.“

Primar Peter Hohenauer, Leiter der Anästhesie, lobt: „Das Raum- und Farbkonzept ist gelungen. Wir haben jetzt Einzel- und Doppelkojen und konnten durch die Raumgestaltung die Lärmbelastung auf ein Minimum reduzieren. Die Bedingungen für Patienten und Angehörige sind optimal.“ Auch die Hoffnungen auf einer Verbesserung der täglichen Arbeit erfüllen sich: „Die Prozesse sind schon einen Monat in Betrieb, und wir sehen, dass es funktioniert. Die ärztlichen Teams wachsen zusammen und werden besser. Wir haben auch mehr Kontakt zu Angehörigen; das ist besser für Heilung.“

Besuchszeiten

Patienten und Angehörige profitieren auch von längeren Besuchszeiten. Bereichsleiterin Margit Gattringer: „Die Besuchszeit im Intensivverbund ist eine Stunde länger als im restlichen Krankenhaus. Das ist wichtig für den Heilungsprozess der Patienten. Individuell sind auch längere Lösungen möglich.“

Land war großzügig

Landeshauptmann-Stellvertreterin und Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander: „Wir waren schnell von der Notwendigkeit überzeugt und haben die Finanzierung zugesagt.“ Eine Besonderheit: Das Krankenhaus durfte Finanzmittel, die es bei der Umsetzung vorangegangener Projekte nicht vollständig verbraucht hatte, für den Bau des Intensivverbundes verwenden.

Zahlen und Leistungen

Im Intensivverbund arbeiten rund 110 von insgesamt 1.300 Beschäftigten des Krankenhauses. Die Verweildauer der Patienten beträgt im Durchschnitt zweieinhalb Tage. Die Sterblichkeit liegt unter zehn Prozent. 2018 wurden in den drei Intensivstationen zusammen 2.076 Patienten aufgenommen. Mit Hilfe der Maschinen können die Ärzte des Rieder Intensivverbundes den Ausfall von Lunge, Niere und Herz-Kreislaufsystem ersetzen. Das Krankenhaus ist österreichweit führend in Diagnose und Therapie von Schlaganfallpatienten.


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ISeeYouNurse
ISeeYouNurse
20.09.2019 11:49

Schön...

... dass die Ärzte begeistert sind. Die sind ja auch die einzige Berufsgruppe die auf den Intensivstationen arbeiten oder?