Palliativteam: „Mit dir kann ich über das Thema Tod reden“
RIED/INNVIERTEL. Mit der diesjährigen Weihnachtsaktion „Glücksstern“ sammeln Tips Ried und Tips Schärding gemeinsam Spenden für das Mobile Palliative Care Team Innviertel.

Über die Arbeit im Mobilen Palliativteam sprach Tips mit Gabriele Sternbauer-Leeb, die seit Mai 2016 im Rieder Team ist.
Sie arbeitete vorher in einem Pflegeheim und hat dann die Palliativausbildung gemacht – unter anderem, weil sie auf den Umgang mit Sterbenden besser vorbereitet sein wollte: „Im Pflegeheim hat man mit vielen älteren Menschen zu tun. Wenn es zu Ende geht, kommt man oft in eine Situation, in der die Betroffenen komplett neben sich stehen.“
Die Angehörigen schulen
Gabriele Sternbauer-Leeb sieht es als ihre Aufgabe, „die Angehörigen so zu schulen, dass sie die Kranken so pflegen können, dass sie ihre letzten Tage so ruhig und schmerzfrei wie möglich verbringen können. Das ist ein hohes Ziel und oft unrealistisch.“
Sie erklärt den Angehörigen zum Beispiel, wie sie die Kranken lagern müssen oder mit Sauerstoff versorgen können, was sie tun sollen, wenn der Patient nicht mehr isst und trinkt, oder wann sie welche Medikamente geben sollen.
Drei bis vier Klienten pro Tag
Gabriele Sternbauer-Leeb arbeitet in Teilzeit und hat pro Tag drei bis vier Klienten, die sie besucht. Im Zentrum des Besuches stehen die Symptomkontrolle – hat der Patient Schmerzen, kann er atmen und schlucken? – und das Gespräch mit den Angehörigen. „Wenn ich den Eindruck habe, dass alles klappt, halte ich mich im Hintergrund. Bei Notfällen können sie mich oder die Rufbereitschaft anrufen.“
Viel Feedback
Von den Patienten bekomme sie viel Feedback. Viele reden mit ihr über Themen, über die sie mit den Angehörigen kaum reden können. „Manche sagen: „Mit dir kann ich über das Thema Tod reden“. Mit den Angehörigen ist das oft schwieriger.“
Spenden für die Patienten
Die Spenden an das Palliativteam, um die Tips heuer die Leser bittet, kommen den Kranken zugute. Teamleiter Johann Gabriel: „Wir kaufen davon vor allem „Pflege-Wohlfühlprodukte“, die den Patienten den Alltag, zum Beispiel das Schlucken, etwas erleichtern können.“


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