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Sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern setzen

Rosina Pixner, 29.11.2019 13:19

RIED. Mit der Kampagne „Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“ setzt das Frauenhaus Innviertel 16 Tage lang mit der Fahne „Nein zu Gewalt an Frauen“ am Hauptplatz ein sichtbares Zeichen.

Auch heuer wurde am Rieder Hauptplatz die Fahne gegen Gewalt gehisst. Foto: Tips/Pixner
Auch heuer wurde am Rieder Hauptplatz die Fahne gegen Gewalt gehisst. Foto: Tips/Pixner

Die 16 Tage gegen Gewalt umfassen die Zeit zwischen dem 25. November – dem internationalen Gedenktag für alle Frauen und Mädchen die Opfer von Gewalt wurden und dem 10. Dezember – dem internationalen Tag der Menschenrechte.Ursula Walli, Geschäftsführerin vom Frauenhaus Innviertel untermauerte in Zahlen, wie wichtig diese jährliche Aktion ist und wies darauf hin, dass sich im letzten Jahr 1.664 Frauen und 1.620 Kinder an eines der 26 österreichweiten Frauenhäuser gewendet haben. Österreichweit wurden 8076 Betretungsverbote ausgesprochen. Markant ist, dass sich seit 2014 die Zahl der Tötungsdelikte an Frauen verdoppelt hat. 2014 wurden 19 Frauen ermordet, 2018 waren es 41 Frauen. Als Hauptursache nannte Ursula Walli die Machtungleichheit und das patriarchalische Anspruchsdenken. Zumal sei es schlicht weg falsch, dass Gewalt nur in sozial schwächeren Schichten passiert. Bürgermeister Albert Ortig: „Es darf null Toleranz für Gewalt geben. Wichtig ist, dass die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit den Betroffenen eine Hilfestellung gegeben werden kann. Es braucht Mut und Bewusstseinsbildung, um diese Ungerechtigkeiten aufzuzeigen. Mit dem hissen der Fahne wird hier ein sichtbares Zeichen gesetzt.“

1,6 Millionen Euro für den Ausbau

In Oberösterreich gibt es aktuell fünf Frauenhäuser, je eines in Linz, Wels, Steyr, Ried und Vöcklabruck. Aufgrund der hohen Auslastung und der nicht mehr zeitgemäßen Wohnverhältnisse wird das Frauenhaus Innviertel an einem neuen Standort durch einen Neubau ersetzt. „Aufgrund der schlechten Bausubstanz ist eine Weiternutzung des Gebäudes in Ried nicht möglich. Die Gesamtkosten für den Neubau und das Grundstück belaufen sich einschließlich der Nebenkosten auf netto 1,6 Millionen Euro. Diese Mittel werden von der Abteilung Soziales finanziert.“Wir haben in Oberösterreich nach wie vor zu wenige Wohnmöglichkeiten, die gewaltbetroffenen Frauen und deren Kindern, Schutz und Zuflucht bieten. Die Auslastung der Frauenhäuser liegt bei fast 100 Prozent. Der Ausbau von Gewaltschutzeinrichtungen ist für mich nicht bloß ein Bekenntnis, das Arbeitsprogramm wird Schritt für Schritt umgesetzt“, sagt Sozial-Landesrätin Brigit Gerstorfer.

Zum Gedenktag

Der Gedenktag geht auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal zurück, die am 25. November 1960 in der Dominikanischen Republik vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden. Sie waren im Untergrund tätig und hatten sich an Aktivitäten gegen den tyrannischen Diktator Trujillo beteiligt. Auf einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen in Bogotá, Kolumbien im Jahr 1981 würdigten die Teilnehmerinnen diese Frauen und riefen ihr Todesdatum zum Gedenktag für die Opfer von Gewalt an Frauen und Mädchen aus. Seit 1999 ist der 25. November auch von den Vereinten Nationen als offizieller internationaler Gedenktag anerkannt.


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