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RIED. Die Flüchtlingswelle vor einem Jahr hat die gesamte Gesellschaft vor große Herausforderungen gestellt. Welchen Beitrag die (Fußball-)Vereine dazu leisten können, war Thema eines Informationsabends im VIP-Raum der SV Guntamatic Ried.

  1 / 2   SVR-Manager Stefan Reiter, Moderator Wolfgang Puttinger, der Sportliche Leiter des LAZ Edwin Causevic, Nachwuchstrainer Ingijad Djulic sowie Nachwuchstrainer und Journalist Omer Tarabic (v. l.) widmeten sich vor allem gelungenen Integrationsbeispielen.

Rieds Bezirkshauptmann Franz Pumberger brachte es auf den Punkt: „Nachdem für die Flüchtlinge Unterkünfte organisiert wurden, ist jetzt Integration die Hauptaufgabe. Dabei sind wir auf Unterstützung der Bürgermeister und der Vereine angewiesen. Integration kann nur gelingen, wenn sie von der Bevölkerung mitgetragen wird. Das kann besonders in den Vereinen geschehen. Natürlich sind auch die Flüchtlinge gefordert, sich einzubringen. Ein Spaziergang wird die gesamte Integration nicht.“

Vereine

Viele Vereine sind bestrebt, sich für die Integration der Flüchtlinge zu engagieren, und machen auch meistens positive Erfahrungen. Es gibt aber auch Vereine, in denen heimische Spieler sagten: „Wenn die kommen, hören wir auf.“

Sprachpass

Franz Maier aus Burgkirchen, Präsident des Landesgerichts Ried und Integrationsbeauftragter des Landes-Fußballverbands (OÖFV), wies darauf hin, dass in Oberösterreich Fußballer aus 58 Nationen gemeldet sind. Er nannte den Vereinsvertretern einige Beispiele, wo der OÖFV die Vereine bei der Sensibilisierung und Bewusstseinsbildung und mit praktischen Tipps zur Spieleranmeldung unterstützt. Beim Verband kann auch ein „Sprachpass“ angefordert werden, in dem die wichtigsten „positiven“ Fußballvokabeln (ohne Schiedsrichterbeleidigungen, so beliebt die auch sein mögen) übersetzt sind.

Schiedsrichter

Der oberösterreichische Schiedsrichterchef Bundesligareferee Thomas Prammer erläuterte, dass rund ein Fünftel der oberösterreichischen Schiesrichter Migrationshintergrund haben. Mit Deutsch- und Computerkenntnissen sowie einem „Mindestmaß an schnell Gehen“ könnten Flüchtlinge auch Hilfsschiedsrichter werden.

Chance

SVR-Manager Stefan Reiter sieht die Integration als Riesenchance: „Nirgends können Flüchtlinge, besonders die Kinder, so schnell die Sprache lernen wie beim Fußballspielen.“ Über die Kinder könne man auch Kontakte zu den Eltern knüpfen. Reiter: „Die Kinder, die zu uns kommen, kommen aus verschiedenen Kulturen. Das hat immer funktioniert.“

Der Manager appellierte an die Politik, die Anmeldung der Spieler zu erleichtern und den Integrationswillen nicht in Formularen zu ersticken.

Ein Kind pro Verein

Moderator Wolfgang Puttinger machte zum Abschluss eine Rechnung auf: „Wir haben etwa 2800 Flüchtlinge im Innviertel, davon dürften etwa 200 Kinder sein. Wenn jeder Verein ein Kind integriert und dazu die Eltern „abholt“, können wir viel erreichen!“


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