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SV Guntamatic Ried: Neustart mit Gerald Baumgartner soll wieder Euphorie entfachen

Walter Horn, 28.11.2018 18:49

RIED. „Das Ziel ist ganz klar der Aufstieg, so schnell wie möglich!“ Bei seiner Vorstellung als neuer Trainer und Sportlicher Leiter der SV Guntamatic Ried redete Gerald Baumgartner nicht um den heißen Brei herum.

Gerald Baumgartner und Roland Daxl bei der Pressekonferenz (Foto: Tips/wh)
Gerald Baumgartner und Roland Daxl bei der Pressekonferenz (Foto: Tips/wh)

„Für mich gibt es keine andere Einstellung“, sagte der 54-Jährige, der seine Tätigkeit in Ried offiziell am 1. Jänner beginnen wird. „Wir wollen im Frühjahr angreifen – in den ersten Spielen Punkte gutmachen und dann versuchen, den Aufstieg zu schaffen.“

Er sei sehr froh und motiviert, bei der SVR als Trainer und sportlicher Leiter arbeiten zu dürfen. Das Ziel „Aufstieg“ sei eine schwere, aber interessante Aufgabe – schließlich gebe es auch Konkurrenten, die gut arbeiten.

SVR-Finanzvorstand Roland Daxl sagte zum Thema Aufstieg: „Es ist ja nicht so, dass wir für heuer ein offizielles Konsolidierungsjahr ausgerufen haben. Wir wollten Druck von der Mannschaft nehmen, weil wir das Gefühl hatten, dass sie auch wegen des Drucks im Frühjahr den Aufstieg verpasst hat. Wir können aufsteigen. Wir müssen nicht, aber wir wollen.“

Vorzeigeverein

Die Zusage sei ihm leicht gefallen, sagte Baumgartner: „Die SV Ried ist seit Jahren ein Vorzeigeklub, ich bin in der Nähe aufgewachsen, habe vor langer Zeit hier gespielt. Der Verein hat das Potenzial, einer der zehn besten Vereine Österreichs zu sein.“

Baumgartners Vertrag läuft bis 2020, mit einer Option auf Verlängerung. Auf ihn warte in der Doppelfunktion viel Arbeit: „Ich will erst einmal alle Strukturen kennen lernen und mir die Situation genau anschauen.“

Bei der Mannschaft hatte sich Baumgartner schon vor dem Pressetermin vorgestellt: „Das ganze Team ist sehr motiviert, die Mannschaft hat Qualität. Die Jungs haben es mit dem Trainerteam im Herbst wirklich gut gemacht – 28 Punkte sind eine gute Quote, darauf kann man aufbauen.“

Baumgartners bevorzugte Spielphilosophie ist „eine, mit der man Spiele gewinnen kann“. Wie genau das aussieht, „ergibt sich aus der Arbeit“. Wichtig ist ihm allerdings schnelles Umschalten und dass alle Spieler aktiv sind, auch wenn man gerade nicht im Ballbesitz ist.

„Wir-Gefühl stärken“

Ein kurzfristiges Ziel sei es, das Wir-Gefühl wieder zu stärken. Dann gelte es, „das eine oder andere zu verbessern“. Ob noch neue Spieler dazu kommen, will Baumgartner im Winter entscheiden, nachdem er den Kader genau analysiert habe.

Er lobte die Arbeit seines Vorgängers Thomas Weissenböck, der als Leiter der Akademie beim Verein bleibt und den Baumgartner vor allem in der Anfangsphase als „wichtigen Ansprechpartner“ sieht. Er meinte aber auch: „Ich will neu starten und mich nicht zu viel von der Vergangenheit beeinflussen lassen.“

Anforderungsprofil

Roland Daxl sagte, dass der Kontakt zu Baumgartner bereits seit zweieinhalb Jahren bestehe und seitdem nicht abgerissen sei (damals suchte die SVR einen Nachfolger für Paul Gludovatz – verpflichtet wurde dann Christian Benbennek).

Er erfülle das Anforderungsprofil, das der Vorstand bei der Klausur in der Therme Geinberg erarbeitet hat: „Es ist uns wichtig, dass er in kürzester Zeit Euphorie entfachen kann, und dass er gleichzeitig Trainer und Sportlicher Leiter sein kann. Beides hat Baumgartner schon bewiesen.“

Die Zusammenlegung der zwei Posten wie bei der Mehrzahl der Vereine in den ersten zwei Ligen sei naheliegend, meinte Daxl: „Bei zwei Personen gibt es immer zwei Sichtweisen.“ Eine Äußerung, die vermuten lässt, dass es diese verschiedenen Sichtweisen bei der SVR zuletzt in einer Ausprägung gab, die Handlungsbedarf hervorrief.

Gerald Schweitzer

Auch das SVR-Urgestein Gerald Schweitzer ist wieder mit an Bord. Roland Daxl: „Schweitzer hat mir schon vor zwei Wochen gesagt, dass er gerne wieder mitarbeiten würde, wenn Gerald Baumgartner zur SVR kommt.“ Seine exakten Aufgabenbereiche müssen noch mit Baumgartner abgestimmt werden, sie sollen aber im Bereich Spiele- und Spielerbeobachtung sowie Talentförderung liegen.

Schleudersitz

Vor dem „Schleudersitz SV Ried“ (nach der Ära Roitinger hat der Verein in 19 Jahren 20 Trainer verbraucht) hat Baumgartner keine Angst: „Diese Entwicklung ist heutzutage extrem und auch schon in den unteren Klassen angekommen. Aber wenn ich das im Kopf habe, kann ich eigentlich keinen Trainerjob annehmen. Bei mir im Kopf ist die gute Infrastruktur, die gute Arbeit, die hier geleistet wurde und die Mannschaft – das sind gute Buam.“

Für Roland Daxl gibt auch die Tabellensituation Anlass zur Hoffnung: „In den letzten fünf Jahren ist nur ein Mal der Winterkönig aufgestiegen.“


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