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RIED. Mit einem lauten Freudenschrei stürmten die Spieler des SV Guntamatic Ried am Freitag den Kunstrasenplatz beim alten Stadion, als sie nach zwei Monaten Pause erstmals wieder ein gemeinsames Training absolviern durften.

Die Freude über das erste Mannschaftstraining mit Ball war den Spielern anzumerken. (Foto: Tips)
  1 / 3   Die Freude über das erste Mannschaftstraining mit Ball war den Spielern anzumerken. (Foto: Tips)

SVR-Trainer und Sportdirektor Gerald Baumgartner: „Die Erleichterung ist sehr groß, die Jungs freuen sich sehr. Ich bin sehr zuversichtlich, dass die 2. Liga gespielt wird – auch weil sich die Bevölkerung sehr diszipliniert an die Maßnahmen gehalten hat und die Lage dadurch besser geworden ist.“

„Das Feuer brennt“

Ähnlich äußerte sich SVR-Geschäftsführer und Finanzvorstand Roland Daxl: „Ich habe schon bei der medizinische Besprechung am Donnerstag gemerkt: Das Feuer brennt! Die Stimmung ist sensationell, die Jungs sind sehr fokussiert.“

Mannschaftskapitän Thomas Reifeltshammer meinte: „Wir haben den Tag herbeigesehnt. In der Kabine reden wir natürlich über die Lage, aber auch der Schmäh rennt sofort wieder. Das Heimprogramm war sehr intensiv; man wird sehen was es auf dem Platz bringt.“

Sicherheit

Abgesehen von den niedrigen Fallzahlen im Bezirk Ried (in den letzten vier Wochen gab es nur noch zwei Neu-Infizierungen) hat auch der Verein alles getan, um für die höchstmögliche Sicherheit zu sorgen.

Am Donnerstag wurden alle Spieler getestet, das gesamte Team erhielt eine Schulung und alle Spieler mussten eine fünfseitige Verpflichtungserklärung unterschreiben, die auch im privaten Bereich besondere Vorsicht verlangt.

Marcel Ziegl: „Wir sind instruiert worden, auch im persönlichen Bereich sehr vorsichtig zu sein. Mein Umfeld weiß das, da gibt es keine Probleme.“

Prämienverzicht

Nicht nur bei der SV Ried, sondern auch in anderen Vereinen haben Spieler einem Prämienverzicht zugestimmt. SVR-Mannschaftskapitän Thomas Reifeltshammer ist auch Präsidiumsmitglied in der Fußballergewerkschaft VdF: „Wir Spieler kommen dem Verein entgegen, um Solidarität zu zeigen. Das Geld steht nicht im Vordergrund, wir wollen eine sportliche Entscheidung. Ich bin auch mit Spielern anderer Vereine im Kontakt – die große Mehrheit will spielen. Entscheidend war das Grüne Licht von der Politik. Sie haben uns den Ball zugespielt, den muss man jetzt aufnehmen.“ „Fußballer sind keine Egoisten“

Roland Daxl kommentiert diese Aktion erfreut: „Das zeigt, dass Fußballer keine Egoisten sind und nicht nur an sich denken. Ich bin stolz, dass wir mit Thomas Reifeltshammer einen Spieler im Präsidium der Fußballergewerkschaft haben. In 13 von 16 Vereinen haben die Spieler diesem Einkommensverzicht zugestimmt.“

„Extrem dumm“

Zum verbotenen Training des LASK wollte Daxl eigentlich nichts sagen: „Ich sag' nichts.“ Pause. Und dann: „Extrem dumm.“

Entscheidung am Montag

Die Entscheidung über die Weiterführung der Meisterschaft oder den Abbruch der Saison fällt am Montag.

Daxl: „Der Trainingsbeginn ist nach der problemlosen Lizenzerteilung für uns – auch wenn der Begriff überstrapaziert ist – ein weiterer Schritt zur Normalität. Wir sind schon einige Schritte gegangen, haben aber auch Rückschläge erlitten. Vor zwei oder drei Wochen schien eine Fortsetzung der Meisterschaft noch unmöglich, mittlerweile gab es bei anderen Vereinen ein Umdenken. Nach der positven Stimmung bei der Sitzung am Dienstag hoffen wir, dass die Liga am Montag den letzten Schritt zur Fortsetzung der Meisterschaft geht.“

Spiele mit Zuschauern

Daxl strahlte Optimismus aus. Er hofft sogar, dass die Geisterspiele keine Dauerlösung sind: „Ich verstehe nicht, dass man Abstandsregeln in Restaurants einhalten kann, aber in Stadien angeblich nicht. Ich glaube, dass wir die Meisterschaft nicht vor leeren Rängen beenden müssen, sondern vielleicht mit weniger Zuschauern spielen können.“

Die Reporterfrage, ob die Coronakrise für ihn die härteste Zeit als SVR-Chef sei, beantwortete Daxl nach einigem Nachdenken übrigens mit: „Ich glaube nicht.“

„Fortsetzung ist notwendig“

Eine Entscheidung zur Fortsetzung der Saison ist für Daxl „nicht solidarisch, sondern notwendig“. Zum einen hinsichtlich des Vereinszwecks – der sei das Fußballspiel, zum anderen, um rechtliche Probleme zu vermeiden. „Was das betrifft, bin ich sehr froh, dass wir mit Robert Tremel einen hervorragenden Sportjuristen im Verein haben. Er hat in letzter Zeit sehr viel gearbeitet und auch Vorschläge für eine gütliche Einigung vorgelegt. Wenn es auf dem sportlichen Weg nicht geht, sind wir auch in der Lage, auf rechtlichem Weg um unser großes Ziel zu kämpfen.“

Und wenn die Konferenz am Montag den Saisonabbruch beschließt? „Dann binde ich mir die Krawatte um, ziehe den Anzug an und gehe ins Gericht.“


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