Stadt Ried will die Innenstadt mit innovativen Betrieben beleben
RIED. Mit einem Wettbewerb um innovative Unternehmensideen geht die Stadt Ried neue Wege, um etwas gegen die zunehmenden Leerstände in der Innenstadt zu unternehmen.

Das kommunale Unternehmens- und Innenstadtförderprogramm läuft unter dem Titel „StadtUP“. Gesucht werden innovative Betriebsgründer, Jungunternehmer oder bereits tätige Unternehmer mit neuen Geschäftskonzepten, die mit ihrem Unternehmen in der Rieder Innenstadt starten wollen.
Die fünf besten Unternehmenskonzepte, die bis 30. Juni bei der ARGE Stadtmarketing bzw. der Firma CIMA eingereicht werden, erhalten ein Jahr lang umfangreiche Leistungen im Gegenwert von mehr als 100.000 Euro.
Reaktion auf Leerstände
Bürgermeister Albert Ortig: „Das veränderte Konsumverhalten, eine höhere Mobilität und die Konkurrenz auf der grünen Wiese haben in vielen Städten einen Prozess zunehmender Leerstände in Gang gesetzt. Das Projekt ist ein möglicher Ansatz, um die Geschäfte in unserer Innenstadt wieder mit Leben zu füllen.“
Stadtmarketing-Chef Roland Murauer glaubt: „In Ried wird zu viel gesudert. Ried ist nach wie vor ein Top-Wirtschaftsstandort. Leerflächen sind überall an der Tagesordnung, sehr oft mehr als in Ried.“
Ziele
Mit StadtUP verfolgt das Stadtmarketing zwei Hauptziele: Zum einen soll das Projekt Ried und seine Innenstadt als interessanten Investitionsstandort überregional bewerben, zum anderen sollen konkret Betriebe in der Innenstadt angesiedelt werden.
Murauer: „Wir verfügen über einen Pool an Leerflächen, der laufend aktualisiert wird. Wenn Bewerbungen kommen, wird der Kontakt mit den Besitzern aufgenommen.“
Neues Konzept
StadtUP ist keine „herkömmliche“ kommunale Förderaktion, bei der die Betriebe direkt Geld erhalten oder ihnen Steuern und Abgaben erlassen werden. Murauer: „Diese Aktionen bringen wenig bis gar nichts.“
Bei StadtUP werden Betriebe gefördert, indem man ihnen wichtige Leistungen zur Verfügung stellt, die sich viele Betriebsgründer in der Startphase nicht oder nur schwer leisten wollen oder können – eine Begleitung mit konkreten Hilfestellungen in der Startphase statt monetärer Zuwendungen, wie Wirtschaftskammer-Ried-Obmann Josef Heißbauer erläuterte.
Business Angel
Jedem der von einer Fachjury ausgewählten Unternehmen wird ein „Business Angel“ zur Seite gestellt – ein externer Berater, der mit den Gründern Coachings durchführt und auch branchenspezifische Kontakte hat. Die Förderung umfasst Werbe- und Marketingdienstleistungen, Leistungen von Banken (kostenlose Förderungsberatung), Rechtsanwälten und Steuerberatern, Kommunikations- und IT-Dienstleistungen und ein Jahr kostenlose Mitgliedschaft im Verein der Rieder Wirtschaft.
Leistungen
StadtUP wird zu 60 Pozent vom Land Oberösterreich gefördert. Für die ARGE Stadtmarketing entsteht ein Aufwand von knapp 97.000 Euro, wovon wiederum 60 Prozent durch das EU-Programm LEADER gefördert werden.
An die fünf Erstplatzierten werden Leistungen im Wert von 107.000 Euro ausgeschüttet – gestaffelt, so dass der Erste mehr erhält als der Fünfte. Insgesamt erhält jeder Betrieb 15 Leistungen.
Partner
Partner der Aktion sind neben Institutionen und Vereinen wie Wirtschaftskammer, AMS, Frau in der Wirtschaft, Junge Wirtschaft, dem Verein der Rieder Wirtschaft und Hot Spot! Innviertel auch die Raiffeisenbank Region Ried, die Sparkasse Ried-Haag, das IT- und Kommunikationsunternehmen Infotech, die Steuerberatungskanzlei PZP sowie die Rechtsanwälte Wintersberger/Riess und WKG Rechtsanwälte. Damit können die wichtigsten beratungsintensiven Bereiche einer Unternehmensgründung abgedeckt werden.
Premiere
Murauer: „Dieses Projekt gibt es auf kommunaler Ebene zum ersten Mal, daher haben wir keine Vergleichswerte. Wir hoffen erst einmal, dass wir auf fünf geeignete Betriebsideen kommen, die wir in der Umsetzung begleiten können.“ Nur um auf fünf Betriebe zu kommen, werde man auf keinen Fall in einen „geförderten Konkurs“ investieren.
Innovative Projekte hätten es an sich, dass sie weiterentwickelt werden, daher sei bei Erfolg eine Wiederholung „ohne weiteres möglich“, meinte Bürgermeister Ortig.
Fußgängerzone
In einem Nebensatz kündigte der Bürgermeister an, dass man jetzt auch den Gedanken an eine Fußgängerzone „stärker in Betracht ziehen müsse als in der Vergangenheit“, auch wenn manche Leute „nicht für alles Verständnis haben“. In welcher Form eine FuZo kommen könne, ließ Ortig offen. Gegenüber Tips meinte er aber, dass diese „breitere Nutzung des öffentlichen Raumes“ auch je nach Bedarf zeitlich und örtlich begrenzt sein könne.
Zeitplan
- Einreichphase: bis 30. Juni 2017
- Bewertung der Unternehmenskonzepte: Juli/August 2017
- Prämierung: September 2017
- Umsetzungsbegleitung: ab Ende September 2017
Teilnahme
- Download Einreichunterlagen: www.stadtup-ried.at, www.ried.com
- weitere Informationen ARGE Stadtmarketing, Johannesgasse 8, 4910 Ried
- Projektverantwortliche: Ulrike Marschner, 07752/71117-0, marschner@cima.co.at


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden