„Premiumlösung“: Umfahrungsspange 3 soll 2019 mit zwei Unterführungen gebaut werden
RIED. Von einer „Premiumlösung“ sprach Bürgermeister Albert Ortig (ÖVP), als er die rechtskräftige Verordnung der Landesregierung für den zweiten Teil der Umfahrungsspange 3 im Rieder Süden vorstellte. Die Eberschwanger Straße ist nicht mehr Teil der Umfahrung, dafür wird es unter dem Oberbrunner Weg und der Bahntrasse zwei Unterführungen geben.

Für die ursprünglich geplante Trasse sei ein niveaugleicher Übergang über die Bahngeleise vorgesehen gewesen. Außerdem wäre der Teil der Eberschwanger Straße zwischen „Strnad-Eck“ und Bahnübergang Bestandteil der Umfahrung gewesen – mit allen Auswirkungen auf die Anrainer. Ortig: „Das war uns allen ein Dorn im Auge.“ Nicht zuletzt, weil es schon jetzt an diesem Bahnübergang oft lange Schlangen und Wartezeiten gebe.
Weil aber „alle an einem Strang“ gezogen hätten, habe das Lobbying beim Land Erfolg gehabt und wesentliche Verbesserungen gebracht. Die Umsetzung der Spange mit zwei kurzen Tunnels sei eine „Premiumlösung“, weil die Umfahrung dadurch nicht „beim Strnad-Eck amputiert“ werde. Ortig: „Das wäre ein Schildbürgerstreich. Wir haben damals im Gemeinderat dem „Spatz in der Hand“ zugestimmt und wollten dann schauen, was noch möglich ist.“
Streckenführung
Die Umfahrung wird von der Frankenburgerstraße, wo statt der Kreuzung an der Gemeindegrenze zu Neuhofen ein Kreisverkehr gebaut wird, ungefähr entlang der Gemeindegrenze ostwärts bis zu einem weiteren neu zu bauenden Kreisverkehr etwa 60 Meter südlich des Strnad-Ecks führen und von dort mit zwei Unterführungen unter dem Oberbrunnerweg und der Bahntrasse hindurch.
Nur eine Zufahrt
Zwischen den beiden Kreisverkehren ist nur eine Zufahrt geplant, ungefähr auf der Höhe der Firma Schenker und des künftigen Bauhofs der Stadt Ried.
Sackgasse
Die Eberschwanger Straße, die in der früheren Planung ab dem Strnad-Eck stadtauswärts Teil der Umfahrung gewesen wäre, wird zu einer Sackgasse, was erheblich zur Verkehrsberuhigung für die Anrainer beitragen wird.
Zeitplan
Mit größeren Verzögerungen rechnet Bürgermeister Ortig nicht mehr. Die üblichen Verfahren (Wasser, Naturschutz) sollten bis Ende 2018 abgeschlossen sein, so dass die Straße und die Unterführungen 2019 gebaut werden können. Der Koblstattbauer Peter Gadermaier, dem der größte Teil der benötigten Flächen gehört, habe nach der rechtskräftigen Verordnung des Landes keine Rechtsmittel mehr, jetzt gehe es nur noch um die Grundablöse.
Stimmungswandel bei der SPÖ
Vizebürgermeister Michael Steffan (SPÖ), der mit seiner Partei ursprünglich gegen die Spange 3 war, meinte, dass sich der jahrelange Widerstand gelohnt und zu maßgeblichen Verbesserungen für die Bewohner geführt habe. So werde zwischen der Straße und dem Wohngebiet ein Grüngürtel erhalten, außerdem kämen die Flächen nicht in den überregionalen Wirtschaftspark.
FPÖ dafür
Die Entlastungen für die Anrainer und das Bekenntnis des Landes zur Hausruckbahn hob Vizebürgermeister Thomas Dim (FPÖ) hervor.
NEOS dagegen
NEOS-Gemeinderat Günter Kitzmüller erklärte, dass seine Fraktion von Anfang an gegen diese Spange war: „Wir haben Verkehrsstromanalysen gefordert, was aber im Gemeinderat abgelehnt wurde.“ Niemand könne sagen, ob die Spange vom Verkehrsaufkommen her wirklich notwendig sei. Darüber hinaus befürchtet er eine Versiegelung der Grünfläche: „Ich gehe davon aus, dass der Besitzer die Flächen irgendwann verkaufen wird und dass der Grund dann verbaut wird.“ Positiv sei lediglich, dass die Hausruckbahn erhalten bleibe.
Stellungnahme der Grünen
Die Rieder Grünen waren aus Termingründen nicht bei der Pressekonferenz zur Umfahrungsspange vertreten; in einer Aussendung argumentieren sie aber ähnlich wie NEOS-Gemeinderat Günter Kitzmüller.
Ex-Verkehrsstadtrat Max Gramberger: „Wir stehen der Spange 3 seit Jahren kritisch gegenüber. Wir glauben weiterhin nicht, dass sie die erwartete Entlastung bringt und sehen die hohen Investititonen in starkem Gegensatz zu weiterer Bodenversiegelung und Zerstörung biologisch bewirtschafteter Grünräume.“
Der neue Verkehrsstadtrat Lukas Oberwagner meint: „Es hätte im Vorhinein zu einer unabhängigen Verkehrsstromanalyse kommen müssen. Viele Rieder werden sicher enttäuscht über die geringe Wirksamkeit der Spange sein.“ Die Untertunnelung der Hausruckbahn sehen auch die Grünen als „Bekenntnis des Landes zur Schiene“.
Gut für die Hausruckbahn
Auf diesen „Nebeneffekt“ wiesen alle Stadtpolitiker hin: Die Verordnung des Landes, die eine Unterführung vorsehe, sei de facto eine Zusage, die Hausruckbahn zu erhalten. Vizebürgermeister Thomas Dim: „Man wird wohl kaum eine sündteure Unterführung bauen, wenn man dann die Bahn nicht erhalten will.“


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