Die Rieder Innenstadt ist ein dynamischer Standort mit großem Potenzial
RIED. In der Rieder Innenstadt haben sich im vergangenen Jahr 22 neue Betriebe angesiedelt, die 51 neue Arbeitsplätze, etwa 3.000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufs- und Betriebsflächen sowie rund 6,7 Millionen Euro an zusätzlichem Umsatz in die Stadt brachten.

Das stehe deutlich Gegensatz zu dem immer noch weit verbreiteten Gefühl, dass die Leerstände immer mehr würden, hieß es bei einer Pressekonferenz am Montag, in der das Stadtmarketing Daten, Fakten und Kennzahlen zur Leerstandsentwicklung vorlegte und die für 2019 geplanten Projekte im Bereich des Standortmarketings vorstellte.
Potenzial
Im Vergleich zu anderen Städten habe Ried ein gewaltiges Potenzial, meinte Bürgermeister Albert Ortig. Inklusive der Weberzeile verfüge der Rieder Stadtkern über 157 Betriebe mit rund 32.000 Quadratmetern Verkaufsfläche (ohne Weberzeile knapp die Hälfte, 15.800 Quadratmeter). Damit liege Ried weit vor Schärding (5.930 m2) und Braunau (5.800 m2).
„Wir versuchen immer wieder, neue Ideen aufzugreifen und forcieren konsequent Gegenstrategien, um den Konsumenten einen attraktiven Stadtkern bieten zu können“, sagt Ortig.
Turnaround geschafft
Roland Murauer, Geschäftsführer der Stadtmarketingfirma CIMA, meinte, dass Ried den Turnaround geschafft habe. Jahrzehntelang habe es geheißen, dass die Innenstädte wegen der Einkaufszentren im Grünen sterben. Seit einigen Jahren habe sich die Situation durch den Internethandel noch wesentlich verschärft.
„In Ried kam noch ein großer Investitionsstau dazu, weil viele Betriebe wegen der jahrelangen Diskussion um den Standort des Einkaufszentrums abwarteten.“ Dass die Weberzeile dann in die Stadt gekommen sei, bezeichnet Murauer als „einen echten Coup“ – auch wenn es dadurch zu einigen Umsiedelungen von Betrieben aus dem Stadtzentrum ins Einkaufszentrum kam, die zunächst auch zu schlechter Stimmung führten.
Mittlerweile zeige die Strategie in Ried, bei der Stadtmarketing, die Politik, Unternehmer und Hausbesitzer an einem Strang ziehen, etliche Erfolge. Murauer: „In Ried hat eine moderne Entwicklung in Richtung Hyper-Spezialisierung Einzug gehalten. Die Zeit der Filialisten in Bezirksstädten ist vorbei. Erfolg haben Betriebe, die sich auf ausgesuchte Produkte und Dienstleistungen spezialisieren und eine hohe Serviceorientierung haben.“
Das beste Beispiel sei der Roßmarkt, der sich seit dem Aus für das Kleiderhaus Meißl 2016 vom „Notstandsgebiet“ zu einem Spezialitätenzentrum entwickelt habe. In der Rainerstraße gäbe es keine Leerstände mehr, und auch am Hohen Markt hätten Geschäfte eröffnet.
22 neue Betriebe
Von den 22 neuen Betrieben, die im vorigen Jahr eröffnet wurden, sind 15 Handelsbetriebe, die aber in den meisten Fällen eine besondere Dienstleistung anbieten. Fünf sind Gastronomiebetriebe, fünf weitere Dienstleister und Handwerksbetriebe. Nur drei Betriebe haben 2018 ihren Standort aufgelöst.
Leerstände
Aktuell gibt es in Ried 38 Leerstände, von denen 25 „uneingeschränkt marktfähig“ sind. Damit stehen in Ried acht Prozent der marktfähigen Flächen leer. Der Vergleichswert für österreichische Bezirksstädte mit 10.000 bis 20.000 Einwohnern liege bei rund 15 Prozent.
Ortig und Murauer wiesen darauf hin, dass nicht jedes leer stehende Geschäftslokal gleich zu bewerten sein. Manche Geschäftslokale seien schlicht nicht marktfähig, weil sie zu klein (teilweise unter 50 Quadratmeter) oder in sehr schlechtem Zustand sind. Andere stehen derzeit nicht für Betriebsansiedelungen zur Verfügung, weil es – wie zum Beispiel beim dm-Markt am Hauptplatz – noch einen bestehenden Mietvertrag gibt.
Dass die in der Innenstadt geforderten Mieten zu hoch seien, wie lange kolportiert wurde, stimme nicht mehr, sagte Murauer: „Mit wenigen Ausnahmen hat sich das Niveau auf standortadäquate Mieten eingependelt.“
„StadtUp“ war erfolgreich
Mit dem Standort-Business-Wettbewerb „StadtUp“ war Ried 2017 ein Pionier in Österreich. Von 16 eingereichten Konzepten wurden fünf prämiert und profitierten von der Unterstützung durch die Stadt und das Stadtmarketing. Vier sind bereits umgesetzt, der fünfte sucht noch einen Standort. Aber auch zwei weitere, nicht prämierte Firmen haben sich in Ried angesiedelt. Eine zweite Auflage der Aktion (“StadtUp 2.0“) wird bereits vorbereitet.
Standortoffensive
In den nächsten Monaten will das Stadtmarketing interessante Betriebe aus der erweiterten Region direkt ansprechen. Dazu wurde ein Folder mit allen wichtigen Informationen entworfen.
Um den Wohnbedarf von vorübergehend in Ried lebenden Arbeitskräften zu decken (Firmen wie FACC haben Bedarf dafür), soll auch das Projekt eines „Boarding Houses“ in Angriff genommen werden.


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