SPÖ setzt auf Pflege und Arbeit
RIED. Arbeit und Pflege waren die wichtigsten Themen beim Bezirksbesuch der SPÖ-Landtagsabgeordneten. Angeführt von Landesrätin Birgit Gerstorfer, dem Kandidaten für die EU-Wahl Hannes Heide und Klubobmann Christian Makor wurden mehr als 20 Betriebe und Institutionen besucht.

Birgit Gerstorfer: „Die Zahl der 80-Jährigen wird von 2020 bis 2035 um 28 Prozent steigen, die Zahl der Pflegebedürftigen um 27 Prozent.“ Schon bis 2025 würden nur in Oberösterreich 1.600 zusätzliche Fachleute im Pflegebereich gebraucht. Das Innviertel sei, zusammen mit dem Bezirk Perg, die am stärksten betroffene Region. Pflegeheime könnten nicht voll besetzt werden, weil das Personal fehle. Gerstorfer: „Der Pflegebereich steht im Wettbewerb mit anderen Arbeitsplätzen. Das Lohnniveau der Pflege muss angepasst werden.“
Maßnahmen
Um gute Pflege auch in Zukunft zu gewährleisten, setzt die Soziallandesrätin auf die Umsetzung von alternativen Wohnformen für Pflegebedürftige, den Ausbau von Tageszentren und eine stärkere Konzentration auf das Thema Demenz. Zudem werden alle Ausbildungen in der Altenarbeit auch 2019 kostenlos angeboten und es gibt erstmals verkürzte Ausbildungen. Im Herbst wird in Ried ein Lehrgang „Junge Pflege“ starten.
Ausbildung
„Neben regionalen Arbeitsplätzen geht es auch um regionale Ausbildungsmöglichkeiten“, sagte der Bezirksvorsitzende Makor: „Das Innviertel wird von Schwarzblau vernachlässigt. Ein Unternehmen wie FACC kann sich seine Studierenden selbst finanzieren. Das kann aber nicht jeder Betrieb. Ein Fachhochschulstandort im Innviertel ist nach wie vor notwendig.“
Infrastruktur
Der Bezirk Ried müsse für hoch qualifizierte Arbeitnehmer attraktiver werden. Makor: „Manche reden von Deutschpflicht in der Schule – bei meinem Besuch bei FACC kam aber die Idee einer internationalen Schule im Innviertel zur Sprache.“ Auch der öffentliche Verkehr müsse ausgebaut werden: „Es geht nicht, dass man von Wels nach Reichersberg so lange braucht wie von Wels nach Wien.“
EU-Wahl
Zur bevorstehenden EU-Wahl meint Makor: „Die Arbeitnehmer müssen ein Eigeninteresse an einer funktionierenden EU haben. Es geht bei dieser Wahl auch darum, ob wir uns auch in Europa in Richtung einer US-ähnlichen Gesellschaft entwickeln, in der sich jeder nur um sich selbst kümmert, oder ob wir einen europäischen Weg gehen, bei dem die mehr beitragen, die es können, weil das für alle gut ist.“
Ein Interview mit dem oberösterreichischen Kandidaten für die EU-Wahl, dem Bad Ischler Bürgermeister Hannes Heide, folgt.


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