ÖVP legt im Bezirk stark zu - FPÖ verliert [Update + Korrektur]
BEZIRK RIED. ÖVP und Grüne – die Parteien, die auch bundesweit gewonnen haben – legten auch bei den Wählern im Bezirk Ried zu. Großer Wahlverlierer ist die FPÖ.

Nach dem vorläufigen nicht amtlichen Ergebnis hat die ÖVP im Bezirk Ried sogar noch ein wenig stärker dazugewonnen als bundesweit. Sie erhielt 11.858 Stimmen und vergrößerte ihren Stimmanteil um 6,94 Prozentpunkte auf 43,08 Prozent der Wählerstimmen im Bezirk.
Die Grünen konnten ihren Anteil beinahe verdreifachen und halten jetzt bei 2.711 Stimmen. Von 3,35 Prozent (1.243 Stimmen) bei der Nationalratswahl 2017 sprangen sie auf 9,85 Prozent. Das ist ein Plus von 6,5 Prozentpunkten - etwas weniger als im Bundestrend.
Wahlverlierer
Großer Verlierer ist die FPÖ. Sie stürzte von 32,04 Prozent (11.872 Stimmen) auf 23,91 Prozent (6.581) - ein Verlust von 9,78 Prozentpunkten.
Die SPÖ verlor ebenfalls mehr als ein Drittel ihrer Stimmen: Von 7.396 fiel sie auf 4.166 und hält jetzt bei gerade einmal 15,13 Prozent. 2017 waren es noch 19,96 Prozent.
NEOS, JETZT und der Rest
Für NEOS gab es einen Zuwachs von fast einem Drittel. Die Pinken stehen jetzt bei 6,15 Prozent (1.692 Stimmen) - 2017 waren es noch 4,40 Prozent (1.631).
Die Liste JETZT fiel von 2,54 auf 1,09 Prozent der Stimmen.
Die KPÖ verlor 13 Stimmen, konnte ihren Stimmenanteil wegen der niedrigeren Wahlbeteiligung aber auf 0,45 Prozent (125 Stimmen) erhöhen, WANDEL kam auf 92 Stimmen (0,33 Prozent), die Sozialistische Linkspartei fiel von 7 auf 4 Stimmen.
Die Wahlbeteiligung lag laut wahl.land-oberoesterreich.gv.at (von Sonntag und Montag) bei 60,00 Prozent. Die Zahl wurde erst später auf 77,39 % korrigiert.
Die Wahlkarten sind in diesem Ergebnis noch nicht enthalten.
In allen Gemeinden
So klar wie am Sonntag dürfte sich selten ein Trend durchgezogen haben. Die ÖVP konnte in allen 36 Gemeinden des Bezirkes dazugewinnen und ist in jeder Gemeinde die (bei Nationalratswahlen) stimmenstärkste Partei.
Auch die Grünen haben in jeder einzelnen Gemeinde dazugewonnen. Man kann wohl davon ausgehen, dass sie sich die Stimmen, die sie nach ihrer Selbstzerstörung vor zwei Jahren verloren haben, „zurückgeholt“ haben.
Den Gegensatz zum Durchmarsch von ÖVP und Grünen bilden die hohen Verluste bei FPÖ und SPÖ, die sich auch durch den kompletten Bezirk ziehen. Beide Parteien haben in allen Gemeinden Stimmen verloren.
Höchst- und Niedrigstwerte
Ihren höchsten Stimmenanteil erhielt die ÖVP in St. Georgen b. O. mit 61,41 Prozent, den niedrigsten in Ried mit „nur“ 32,36 Prozent.
Die FPÖ erreichte in ihrer Hochburg Mettmach wieder ihr bestes Ergebnis. Die 33,19 Prozent bedeuten aber auch ein Minus von fast 10 Prozent und den Absturz auf Platz zwei hinter der ÖVP. Ihr schlechtestes Ergebnis fuhren die Freiheitlichen in St. Georgen b. O. ein, wo sie auf 13,19 Prozent der Stimmen kamen.
SPÖ häufig einstellig
Wie schlecht es um die SPÖ im Bezirk steht, sieht man auch daran, dass die 22,22 Prozent, die sie in Mühlheim am Inn erhielten, ihr prozentual bestes Ergebnis sind. In elf Gemeinden rutschte die SPÖ auf einstellige Ergebnisse ab, das niedrigste gab es in Andrichsfurt mit 5,96 Prozent.
Ein Trostpflaster ist der Sieg bei der Bürgermeister-Wahl in Gurten, wo die SPÖ-Kandidatin Petra Mies überraschend schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erhielt.
Grüne elf Mal zweistellig
Jubeln konnten am Sonntag auch die Grünen, die wie die ÖVP in allen Gemeinden Zugewinne verzeichneten. In elf Gemeinden erreichten sie zweistellige Ergebnisse, das beste in Mörschwang, wo sie mit 19,32 Prozent an der zweiten Stelle landeten. Ihr schwächstes Ergebnis erzielten sie in der FPÖ-Hochburg Mettmach mit 4,43 Prozent.
Das beste NEOS-Ergebnis lieferte Hohenzell mit 8,92 Prozent, das schwächste Mehrnbach mit 4,16 Prozent.
Die KPÖ erhielt ihr bestes Ergebnis mit 2,06 Prozent und 8 Stimmen in Peterskirchen, dem Heimatort ihres Wahlkreis-Spitzenkandidaten.
Zur Bürgermeister-Wahl in Gurten
[UPDATE“:
Neu (Montag, 15:30 Uhr) ist der Teil mit den Gemeindeergebnissen.
[KORREKTUR“:
Im ursprünglichen Bericht stimmten die Vergleichszahlen der NR-Wahl 2017 nicht. Das wurde korrigiert (ebenfalls Montag, 15:30 Uhr).


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