Unternehmer fordert gerechtere Entlohnung für systemerhaltende Berufsgruppen
RIED. Der Rieder Unternehmer Wenzel Schmidt richtet einen eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft.

Der 62-Jährige leitet einen Familienbetrieb mit rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Unternehmen reinigt Gesundheitseinrichtungen wie Kliniken, Pflegeheime, Rehas, Arztpraxen sowie Thermen und Betriebe. Schmidt: „Von heute auf morgen brachen ganze Geschäftsfelder zu 100 Prozent weg. Der Gesamtschaden geht in die Millionenhöhe. Dennoch hat das Unternehmen bislang keinen einzigen Mitarbeiter gekündigt.“
Auch Schmidt ist aufgefallen, dass gerade die Berufsgruppen, die aktuell rund um die Uhr arbeiten, damit wir alle rasch aus dieser Krise kommen, meist zu den unteren Einkommensschichten zählen: „Für sie brauchen wir jetzt bessere Arbeitsbedingungen, vor allem eine bessere Entlohnung.“
Runder Tisch
Schmidt fordert ein Umdenken auch in der eigenen Branche: „Der Kampf um bessere Gehälter ist oft ein Kampf gegen Windmühlen. Öffentliche Ausschreibungen gewinnt in Wahrheit oft nur der mit dem günstigsten Preis und somit der, der die Gehälter seiner Angestellten immer weiter drückt.“
Daher lädt er zu einem Runden Tisch mit seinen Branchenvertretern. Schmidt: „Mein Ziel ist es, tragfähige Lösungen für die Zukunft nicht nur zu diskutieren, sondern umzusetzen. Wir müssen jetzt endlich die Weichen in die richtige Richtung stellen, das heißt hin zu einer gerechten Entlohnung für systemerhaltende Berufsgruppen. Die soziale Frage und die nach einer besseren Bezahlung unser Reinigungsmitarbeiter müssen wir uns nach dem Virus neu stellen. Nur so bleiben nicht nur wir, sondern auch unsere Gesellschaft gesund.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden