Schauplätze und Wunden
RIED. Die erste Lesung im KiK nach mehr als eineinhalb Jahren: Am Dienstag, 12. Oktober, um 20 Uhr präsentiert Ludwig Laher seinen neuen Roman „Schauplatzwunden“.

Im Mittelpunkt seiner neuen Prosa steht ein Dutzend Menschen: Opfer, Täter und anderweitig vom Schauplatz nachhaltig Berührte. Niemand von ihnen wäre nur Wochen vorher auf die Idee gekommen, jemals mit dem abgelegenen Weiler Weyer im Innviertel in Verbindung gebracht zu werden.
Inhalt
Ihre Lebensgeschichten sind nüchtern nach dem Alphabet gereiht – eine ästhetische Herausforderung für den Autor, denn es geht auch um den großen Bogen dieser Prosa. Von verschiedensten Seiten steuern die Zwölf auf zwei zwischen Frühsommer 1940 und Spätherbst 1941 bestehende NS-Lager zu. Ludwig Laher variiert gekonnt die Erzählperspektiven, verknüpft unaufdringlich die handelnden Personen und schafft damit ein ungemein erhellendes Panorama aus Willkür, Ohnmacht, verbrecherischer Energie, roher Gewalt, politischem Kalkül, aber auch absurder, lebensentscheidender Zufälle. Denunziation, Korruption, Seilschaften, Gängelung der Justiz und Abstreiten des Evidenten sind keineswegs auf Dauer überwundene Phänomene, was Lahers Buch zeitlose Gültigkeit verschafft.
Bezug zu Ried
Mit dem Eisenbahner Alois Auleitner, dem Staatsanwalt Dr. Josef Neuwirth und dem Arzt Dr. Josef Huber haben drei der Porträtierten einen direkten Bezug zu Ried und der nächsten Umgebung der Stadt. „Schauplatzwunden“ ergänzt Lahers Bestsellerroman „Herzfleischentartung“ und ist doch ein absolut eigenständiger, beklemmend aktueller Blick auf eine aus allen Fugen geratene Gesellschaft.


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